Das Wichtigste zum Verhütung:
Es gibt viele verschiedene Verhütungsmethoden, aus denen du wählen kannst.
Manche Verhütungsmethoden enthalten Hormone, andere kommen ohne Hormone aus.
Jede Verhütungsmethode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile sowie Risiken.
Am besten entscheidest du dich für eine Verhütungsmethode, die du richtig und konsequent anwenden kannst.
Wenn du dich für Verhütung entschieden hast, stehen dir jede Menge Möglichkeiten offen. Bei so vielen verschiedenen Verhütungsmethoden kann man schnell den Überblick verlieren. Aber keine Sorge, wir helfen dir dabei, die richtige Wahl zu treffen.
Verhütungsmittel können aus unterschiedlichen Gründen angewendet werden, zum Beispiel um unregelmäßige Perioden zu regulieren, Periodenschmerzen zu lindern oder die Periode ganz ausfallen zu lassen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf Verhütungsmethoden, die eine Schwangerschaft verhindern sollen.
Verhütungsmethoden ohne Rezept
Für die meisten Verhütungsmethoden brauchst du ein Rezept von medizinischem Fachpersonal. Wenn du dir aber diskret oder möglichst schnell ein Verhütungsmittel besorgen möchtest, gibt es einige Möglichkeiten, die du in den meisten Apotheken rezeptfrei bekommst.
Kondome
Kondome sind dünne Schutzhüllen aus Latex, Kunststoff oder anderen Materialien, die über die Genitalien gezogen werden und als Barriere für Körperflüssigkeiten dienen.
Externe Kondome, auch „Männerkondome“ genannt, sind sehr zuverlässig, wenn sie richtig und konsequent verwendet werden. Interne Kondome, auch als „Frauenkondome“ bekannt, sind zwar weniger verbreitet, können bei richtiger Anwendung aber ebenfalls wirksam vor einer Schwangerschaft schützen.
Ein weiterer Vorteil: Wenn Kondome richtig und bei jedem Geschlechtsverkehr verwendet werden, können sie auch das Risiko für sexuell übertragbare Infektionen (STIs) deutlich senken.
Spermizide als Cremes, Schäume und Vaginalzäpfchen
Spermizide gehören zu den am wenigsten zuverlässigen Verhütungsmethoden, sind aber immer noch besser als gar keine Verhütung. Du kannst sie als Creme, Schaum oder Vaginalzäpfchen zusammen mit Kondomen, einer Portiokappe und/oder einem Diaphragma verwenden, um die Wirksamkeit der jeweiligen Methode zu erhöhen.
Sie wirken, indem sie Spermien unbeweglich machen oder abtöten. Ihre Wirkung setzt direkt nach der Anwendung ein, und du kannst nach einer einzigen Anwendung mehrmals Sex haben.
Verhütungsschwamm
Der Verhütungsschwamm enthält ein Spermizid und wird vor dem Sex in die Vagina eingeführt. Nach dem Geschlechtsverkehr muss er noch mindestens sechs Stunden in der Vagina bleiben.
Der Schwamm ist wirksamer, wenn du noch nie schwanger warst oder deine Schwangerschaft vor der 22. Schwangerschaftswoche geendet hat. Er funktioniert ähnlich wie ein Spermizid, hat aber einen zusätzlichen Vorteil: Er nimmt auch das Ejakulat auf und hilft so zu verhindern, dass es in den Uterus gelangt.
Methoden natürlicher Familienplanung
Methoden natürlicher Familienplanung können sowohl dabei helfen, schwanger zu werden, als auch eine Schwangerschaft zu vermeiden. Bei diesen Methoden geht es darum, vorherzusagen, wann der Eisprung stattfindet, und auf Sex zu verzichten, wenn eine Befruchtung der Eizelle möglich ist.
Es gibt verschiedene Methoden natürlicher Familienplanung, die sich in ihrer Zuverlässigkeit unterscheiden. Einige davon erfordern mehr Aufmerksamkeit und Aufwand als die meisten anderen Verhütungsmethoden.
Die Laktationsamenorrhö-Methode (LAM) ist eine wirksame Verhütungsmethode für Menschen, die nach der Geburt ausschließlich stillen. Dafür muss das Baby tagsüber mindestens alle vier Stunden und nachts mindestens alle sechs Stunden direkt an der Brust gestillt werden. Abpumpen zählt dabei nicht als Stillmahlzeit.
Mehr über andere hormonfreie Verhütungsmethoden, darunter Sex ohne Penetration und Methoden natürlicher Familienplanung, erfährst du hier.
Verschreibungspflichtige Verhütungsmethoden
In den meisten Ländern brauchst du für diese Verhütungsmethoden ein Rezept. Dafür ist in der Regel eine ärztliche Beratung erforderlich, entweder online oder vor Ort.
Die gute Nachricht: Je nach Methode kannst du für längere Zeit versorgt sein – von bis zu einem Jahr bei der Pille bis zu zehn Jahren bei der Kupferspirale. Du musst dir also erst einmal keine weiteren Gedanken um deine Verhütung machen, solange du die Methode nicht wechseln möchtest. Denk aber daran, dass keine dieser Verhütungsmethoden vor sexuell übertragbaren Infektionen (STIs) schützt.
Hormonfreie Verhütung
Zu den hormonfreien Verhütungsmethoden, die du über medizinisches Fachpersonal erhalten kannst, gehören die Kupferspirale und die Sterilisation.
Kupferspirale
Die Kupferspirale kommt ganz ohne Hormone aus und kann bis zu zehn Jahre lang verwendet werden. Sie besteht aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper, der mit einem dünnen Kupferdraht umwickelt ist und Kupferionen freisetzt. Bei manchen Menschen kann die Kupferspirale Periodenschmerzen verstärken und zu stärkeren Blutungen während der Periode führen. Sprich deshalb am besten mit deinem medizinischen Fachpersonal darüber, ob diese Methode für dich geeignet ist.
Sterilisation
Eine dauerhafte Sterilisation gehört zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Sie kommt allerdings nur für Menschen infrage, die definitiv keine weiteren Kinder bekommen möchten. Sowohl die Vasektomie (Sterilisation beim Mann) als auch der operative Verschluss der Eileiter (Sterilisation bei der Frau) erfordern einen chirurgischen Eingriff. Dieser wird jedoch meist ambulant durchgeführt, sodass du normalerweise nicht über Nacht im Krankenhaus bleiben musst. Die Erholung nach beiden Eingriffen verläuft in der Regel schnell.
Hormonelle Verhütung
Zu den hormonellen Verhütungsmethoden gehören das Verhütungsimplantat, die Hormonspirale, die Dreimonatsspritze, die Pille, der Vaginalring und das Verhütungspflaster. Sie enthalten entweder ein Gestagen oder eine Kombination aus Gestagen und Östrogen.
Die meisten hormonellen Verhütungsmittel verhindern eine Schwangerschaft, indem sie den Eisprung unterdrücken, sodass keine Eizelle befruchtet werden kann. Andere verdicken den Zervixschleim, wodurch Spermien schwerer in den Uterus gelangen können.
Die Hormonspirale funktioniert etwas anders. Sie wirkt hauptsächlich, indem sie den Zervixschleim verdickt und so verhindert, dass Spermien eine Eizelle befruchten. Manchmal unterdrückt sie auch den Eisprung, aber nicht immer.
Antibabypille
Es gibt drei Arten von Antibabypillen, die sich in ihrer hormonellen Zusammensetzung und Anwendung unterscheiden:
Die klassische Kombinationspille, die ein Östrogen und ein Gestagen enthält und zyklisch eingenommen wird
Die Kombinationspille im Langzyklus, bei der die monatlichen Blutungen seltener auftreten oder ganz ausbleiben
Die Minipille, die nur ein Gestagen und kein Östrogen enthält
Welche Pille für dich am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört beispielsweise, wie häufig du deine Periode haben möchtest und ob du dein Baby stillst oder mit der Brust ernährst.
Medizinisches Fachpersonal kann dir die verschiedenen Möglichkeiten erklären und dich dabei unterstützen, die passende Pille für dich zu finden.
Verhütungspflaster und Verhütungsring
Das Verhütungspflaster und der Verhütungsring enthalten beide Östrogen und Gestagen. Anders als bei der Pille musst du jedoch nicht jeden Tag an die Verhütung denken. Stattdessen werden das Pflaster und der Ring angebracht bzw. eingesetzt und bleiben für eine bestimmte Zeit an Ort und Stelle.
Das Verhütungspflaster besteht aus dünnem Kunststoff und sieht aus wie ein kleines Pflaster. Es gibt Hormone über die Haut ab und muss drei Wochen lang einmal pro Woche gewechselt werden. Danach folgt eine Woche ohne Pflaster.
Der Verhütungsring ist ein flexibler Kunststoffring, der in die Vagina eingeführt wird und dort drei Wochen lang bleibt. Anschließend folgt eine Woche ohne Ring.
Verhütungsspritze
Die Verhütungsspritze enthält ein Gestagen. Eine Spritze schützt drei Monate lang vor einer Schwangerschaft. Manche Menschen finden diese Methode besonders praktisch. Sie ist außerdem diskret und erfordert keine Mitwirkung der Sexualpartner*innen.
Hormonimplantat
Das Hormonimplantat ist die zuverlässigste hormonelle Verhütungsmethode und enthält ausschließlich Gestagen. Es besteht aus einem dünnen, flexiblen Kunststoffstäbchen, das unter die Haut des Oberarms eingesetzt wird. Das Implantat schützt drei Jahre lang vor einer Schwangerschaft. Danach kannst du es in einer Arztpraxis entfernen und durch ein neues Implantat ersetzen lassen. Diese Verhütungsmethode ist praktisch und diskret.
Hormonspirale
Die Hormonspirale ist ein kleines T-förmiges Verhütungsmittel, das in den Uterus eingesetzt wird. Sie ist sehr zuverlässig, praktisch und diskret. Außerdem sind viele Menschen, die sie verwenden, sehr zufrieden damit.
Es gibt verschiedene Hormonspiralen, die sich in ihrer Hormondosierung unterscheiden. Je nach Modell kann eine Hormonspirale drei bis sieben Jahre lang verwendet werden. Medizinisches Fachpersonal kann dir dabei helfen, die passende Dosierung für dich zu finden.
Wie findest du die richtige Verhütungsmethode für dich?
Welche Verhütungsmethode am besten zu dir passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die folgenden Fragen können dir bei deiner Entscheidung helfen:
Möchtest du jeden Monat deine Periode oder eine Entzugsblutung haben?
Möchtest du eine Methode, die du jederzeit absetzen kannst (wie die Pille), oder lieber eine langfristige Verhütungsmethode (wie das Hormonimplantat)?
Möchtest du eine Verhütungsmethode, um die du dich im Alltag möglichst wenig kümmern musst?
Hast du vor, in nächster Zeit schwanger zu werden?
Ist es dir wichtig, dass niemand von deiner Verhütung erfährt?
Möchtest du auch andere zyklusbedingte Beschwerden wie Periodenschmerzen oder starke Blutungen lindern?
Jede der oben genannten Verhütungsmethoden hat ihre eigenen Vorteile und Risiken. Wenn du dir noch nicht sicher bist, welche Methode du bevorzugst, kannst du diese Fragen zu deinem nächsten Arzttermin mitnehmen und deine Antworten mit medizinischem Fachpersonal besprechen.
Mit Clue kannst du deine monatlichen Blutungen und andere Symptome vor deinem Termin tracken. So bekommt dein medizinisches Fachpersonal einen umfassenden Überblick über deinen Zyklus.




















