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A red illustration of the molecular structure of HIV

Illustration: Marta Pucci

Lesezeit: 11 min

HIV: Sexuelle Übertragung, Risikofaktoren und Prävention

Das Wichtigste zum Thema

  • HIV wird durch den Austausch bestimmter Körperflüssigkeiten übertragen, darunter: Blut, Sperma, Muttermilch und Vaginalflüssigkeit

  • Speichel, Tränen, Niesen und Körperkontakt können HIV nicht übertragen

  • Ungeschützter Analverkehr, Vaginalverkehr und sogar Oralverkehr (wenn auch selten) können HIV übertragen

  • Es gibt keine Heilung für HIV, aber es gibt Medikamente, die die Viruslast niedrig halten und sogar die HIV-Übertragung verhindern können, sowie andere, die das Risiko einer HIV-Infektion erheblich senken können

Was ist HIV? Und was ist AIDS?

HIV/AIDS sind weithin als unheilbare sexuell übertragbare Krankheiten bekannt, aber vielleicht kennst du den Unterschied zwischen diesen Abkürzungen und ihrer Bedeutung nicht.

Einfach ausgedrückt ist HIV das Virus, das AIDS verursacht. HIV steht für das Human Immunodeficiency Virus.

Wenn eine Person einen Bluttest macht und die Diagnose HIV erhält, ist sie HIV-positiv – wenn eine Person kein HIV hat, ist sie HIV-negativ. HIV richtet im Körper einer Person großen Schaden an, indem es das Immunsystem schwächt (1). HIV zerstört nach und nach den zellulären Teil des Immunsystems – insbesondere bestimmte Arten weißer Blutkörperchen, die sogenannten CD4-Zellen –, was dazu führt, dass die Person mit der Zeit immundefizient wird (1).

Während sich die HIV-Infektion im Körper weiterentwickelt, wird die Person immer immungeschwächer, bis sie einen Punkt erreicht, an dem sie als an Acquired Immunodeficiency Syndrome (AIDS) erkrankt eingestuft wird. Dies ist oft das Endstadium einer HIV-Infektion, in dem der Körper einer Person so immungeschwächt ist, dass sie Infektionen, Krankheiten oder Krebserkrankungen entwickelt und nicht mehr in der Lage ist, eine Immunabwehr aufzubauen und diese abzuwehren (1).

Es gibt keine Heilung für HIV (1). Wenn sich eine Person jedoch mit HIV infiziert, gibt es Behandlungen, die helfen können, die Gesundheit zu erhalten.

Wie wird HIV übertragen?

HIV wird zwischen Menschen durch den Austausch bestimmter Körperflüssigkeiten übertragen. Zu den Körperflüssigkeiten, die HIV übertragen können, gehören Blut, Sperma, Muttermilch und Vaginalflüssigkeit (1).

Nicht alle Körperflüssigkeiten können HIV übertragen. Folgendes kann HIV nicht übertragen:

  • Der Austausch von Speichel, z. B. durch Küssen mit geschlossenem Mund oder das gemeinsame Benutzen von Getränken/Besteck

  • Der Kontakt mit Tränen, Niesen oder Schweiß einer HIV-positiven Person

  • Gewöhnlicher Körperkontakt, wie Umarmungen, Händeschütteln oder das Berühren gemeinsamer Gegenstände wie Besteck, Tassen oder Toilettensitze (1,2).

  • Luft oder Wasser (2)

  • Haustiere und Insekten (einschließlich Mücken) können das Virus nicht übertragen und dich nicht infizieren, da die Übertragung von HIV nur zwischen Menschen stattfindet (2).

Zwar ist in manchen Situationen Vorsicht geboten – etwa beim Sex oder bei offenen Wunden –, doch bedeutet das keineswegs, dass es unsicher ist, mit Leuten mit HIV zusammen zu sein. Denk daran, wie du mit der großen Mehrheit der Leute umgehst – dabei werden keine Körperflüssigkeiten ausgetauscht. Diskriminierende Gedanken zu hegen, zementiert nur das angstbesetzte Stigma gegenüber Menschen mit HIV, was wiederum nur der betroffenen Person selbst schadet. Bei Erwachsenen in den Vereinigten Staaten wird HIV häufig durch sexuelle Aktivitäten und Drogenkonsum übertragen (2). Die Übertragung von der Mutter auf das Kind ist der Weg, über den die Infektion auf Säuglinge übertragen wird (2).

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HIV und Sex

Zu wissen, welche Aktivitäten ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion bergen, kann dir helfen, die für dich besten Entscheidungen zu treffen. Für die meisten Erwachsenen mit grundlegenden Kenntnissen in Sexualkunde sollte das keine Überraschung sein – HIV wird oft durch Sex übertragen.

Ungeschützter Sex (ohne Kondom oder Barriere) birgt das Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Der beste Weg, eine HIV-Infektion zu vermeiden, ist, jegliche Art von ungeschütztem Vaginal-, Anal- oder Oralsex mit Personen zu vermeiden, von denen bekannt ist, dass sie HIV haben, oder deren HIV-Status unbekannt ist.

Jede Art von sexuellem Kontakt birgt ein eigenes Übertragungsrisiko.

Analsex

Diese Art von Sex birgt das größte Risiko einer HIV-Übertragung (2). Beide Partner, die ungeschützten Analsex haben, sind dem Risiko einer HIV-Infektion (und anderer sexuell übertragbarer Infektionen) ausgesetzt, wobei der passive Partner einem höheren Risiko ausgesetzt ist. Die Schleimhaut im Inneren des Anus ist dünn und neigt beim Analsex zu Rissen, wodurch das Virus aus Sperma oder Blut in den Körper gelangen kann. Auch der penetrierende Partner ist dem Risiko einer HIV-Infektion ausgesetzt, da das Virus über die Harnröhre (den Kanal, durch den der Urin den Körper verlässt) oder über Schnitte oder offene Wunden am Penis in den Körper gelangen kann (2). Es ist zwar schwierig, die Übertragungsraten von HIV bei ungeschütztem Analsex abzuschätzen, doch Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es bei jedem 72. ungeschützten analen Geschlechtsverkehr zu einer Übertragung kommt (3).

Analsex ist nicht nur auf Männer beschränkt, die Sex mit Männern haben – Paare jeden Geschlechts können Analsex genießen. Um die Ausbreitung von HIV zu verhindern, benutze beim Analsex immer ein Kondom.

Vaginalsex

Genau wie beim Analsex kann ungeschützter Vaginalsex HIV auf beide Partner übertragen. Die Vagina besteht, ähnlich wie der Anus, aus weichem Gewebe und kann beim Sex gereizt werden, wodurch HIV aus Sperma, Präejakulat oder Blut in den Körper gelangen kann. Bei einem von 1250 ungeschützten Geschlechtsakten führt dies zu einer HIV-Infektion bei der passiven Person (3). Auch wenn diese Zahl gering erscheint, können viele Faktoren diese Übertragungsrate beeinflussen und erhöhen.

Leute mit Penis können sich beim Vaginalverkehr über Vaginalflüssigkeiten oder Blut, über die Harnröhre oder über Schnitte oder offene Wunden am Penis mit HIV infizieren (2), wobei diese Übertragung nur halb so häufig vorkommt (3). Die Verwendung eines Kondoms schützt beide Partner.

Oralsex

Obwohl sehr selten, ist eine HIV-Übertragung durch Oralsex möglich. Wenn die Person, die Oralsex praktiziert, offene Wunden im Mund hat, die mit Sperma, sexuellen Flüssigkeiten oder Blut in Kontakt kommen, könnte sie sich mit HIV infizieren (2). Um die Übertragung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen beim Oralsex zu verhindern, solltest du immer ein Kondom oder eine Barriere-Methode verwenden.

Küssen mit offenem Mund

HIV kann nicht über Speichel übertragen werden. In dem sehr seltenen Fall, dass beide Partner blutende Schnitte oder offene Wunden im Mund haben, könnte dies theoretisch zu einer HIV-Übertragung führen (2).

Vulva-Vulva-Sex

Diese Art der HIV-Übertragung ist selten, aber nicht unmöglich. Vaginalflüssigkeiten und Periodenblut können beide das HIV-Virus übertragen (2).

HIV und Drogen

Der Konsum von injizierbaren Drogen kann dich einem HIV-Infektionsrisiko aussetzen. Eine Beratung und/oder medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um den Drogenkonsum zu beenden, ist der beste Weg, das Infektionsrisiko zu senken. Wende dich unbedingt an einen Arzt, ein Familienmitglied, einen Freund oder eine lokale Drogenberatungsstelle, um Hilfe zu erhalten.

Verschmutzte Nadeln

Das Injizieren von Drogen mit einer bereits benutzten Nadel, Ausrüstung oder Lösung kann jemanden dem HIV-Virus aussetzen. Es ist wichtig, beim Injizieren von Drogen immer saubere, sterile und unbenutzte Ausrüstung zu verwenden und niemals Nadeln zu teilen (2). Wenn jemand noch nicht bereit ist, mit dem Drogenkonsum aufzuhören, und keine sauberen Nadeln kaufen kann, bieten viele Gemeinden Nadeltauschprogramme an. Achte nach dem Injizieren immer darauf, gebrauchte Nadeln ordnungsgemäß zu entsorgen.

„High“-Sex ist riskanter Sex

Leute, die unter Drogen stehen, neigen eher dazu, riskanten Sex (ohne Kondom) zu haben (2). Dadurch steigt das Risiko, sich mit HIV zu infizieren.

HIV und Mutter-Kind-Übertragung

HIV kann während der Schwangerschaft, der Geburt oder durch Stillen von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Bleibt die Infektion in diesen Phasen unbehandelt, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 15–45 %, dass eine HIV-positive Mutter das Virus auf ihr Kind überträgt (1). Es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten, um dies zu verhindern.

Wenn eine Schwangerschaft eintritt und eine mögliche HIV-Exposition vorliegt, frag medizinisches Fachpersonal, wie du dich so früh wie möglich auf HIV testen lassen kannst. Die vorschriftsmäßige Einnahme von Medikamenten, der sogenannten antiretroviralen Therapie (ART), kann die Viruslast senken, sodass das Risiko für das Baby, sich mit HIV zu infizieren, sehr gering ist (weniger als 1 %) (4).

Eine Person mit HIV sollte ihr Kind nicht stillen, da HIV über die Muttermilch übertragen werden kann. Selbst wenn eine Person eine ART erhält und ihre Viruslast nicht nachweisbar ist, sollte sie dennoch nicht stillen.

HIV-Prävention und -Behandlung

Viruslast & Medikamente

Wenn jemand HIV hat, bedeutet das nicht, dass er oder sie auf Enthaltsamkeit angewiesen ist. Viele Leute mit HIV führen weiterhin ein sicheres, erfülltes Sexualleben, ohne das Virus zu verbreiten. Die konsequente Verwendung eines Kondoms oder einer Barriere-Methode ist ein wichtiger erster Schritt, um den Austausch von HIV-haltigen Körperflüssigkeiten zu verhindern.

Antiretrovirale Therapie (ART): Eine weitere Möglichkeit, das Risiko einer HIV-Übertragung zu verringern, besteht darin, die Viruslast einer Person zu senken – also die Menge an HIV im Blut. Die Viruslast kann mithilfe von Medikamenten gesenkt werden, die als antiretrovirale Therapie (ART) bezeichnet werden. Diese Medikamente können die HIV-Viruslast so stark senken, dass HIV bei einem Bluttest möglicherweise gar nicht mehr nachweisbar ist – dies wird als nicht nachweisbare Viruslast bezeichnet (4). Wenn die Viruslast einer Person nicht nachweisbar ist, besteht praktisch kein Risiko, das HIV-Virus auf einen nicht infizierten Partner zu übertragen (4). Die Einnahme dieser Medikamente hilft, eine Person mit HIV gesund zu halten und gleichzeitig die Übertragung von HIV auf eine andere Person zu verhindern. Dies ist jedoch keine Heilung. Wenn die Medikamente falsch eingenommen oder abgesetzt werden, steigt die HIV-Viruslast wieder an und es kann zu einer Übertragung kommen. Kondome und andere Barrieremethoden sollten beim Sex dennoch immer verwendet werden (4).

Wenn du HIV hast und eine nicht nachweisbare Viruslast, solltest du deinen:r Partner:in dennoch vor dem Sex darüber informieren.

Postexpositionsprophylaxe (PEP): Wenn eine mögliche HIV-Exposition stattgefunden hat (zum Beispiel, wenn beim Sex mit jemandem, der HIV hat, ein Kondom gerissen ist), suche sofort ärztliche Hilfe auf. Es gibt Medikamente, die als Postexpositionsprophylaxe (PEP) bezeichnet werden und das Risiko einer HIV-Infektion verringern. Diese Medikamente müssen innerhalb von 72 Stunden nach der Exposition eingenommen und etwa einen Monat lang eingenommen werden (4).

Präexpositionsprophylaxe (PrEP): Medikamente, die als Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bezeichnet werden, können täglich eingenommen werden, um das Risiko einer HIV-Infektion bei einer Exposition zu verringern (4).

Lass dich gegen sexuell übertragbare Infektionen (STIs) behandeln

Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) erhöhen sowohl das Risiko, HIV zu verbreiten, als auch, sich mit HIV zu infizieren. Wenn eine Person HIV und eine weitere STI hat, ist das Risiko, HIV zu übertragen, höher als bei einer Person, die nur HIV, aber keine andere STI hat (2).

Das gilt in beide Richtungen – eine Person, die kein HIV hat, aber eine andere STI, hat ein höheres Risiko, sich mit HIV zu infizieren, wenn sie ungeschützten Sex mit jemandem hat, der HIV-positiv ist (2). Das liegt daran, dass STIs, die offene Wunden oder Reizungen verursachen, die die Hautbarriere durchbrechen (wie Syphilis, Genitalherpes, HPV oder Schanker), bei jeder Art von ungeschütztem Sex einen Eintrittsweg für HIV in den Körper bieten (2).

Andere STIs, die keine Hautverletzungen verursachen (wie Chlamydien, Gonorrhö und Trichomoniasis-Infektionen), können das Risiko einer HIV-Infektion dennoch erhöhen. Das liegt daran, dass STIs Entzündungen im Genitalbereich verursachen und dadurch mehr Immunzellen in diesen Bereich locken, die das Ziel von HIV sind (2).

Gleitmittel kann Sex und sicherer machen

Die Verwendung von Gleitmittel dient nicht nur dazu, den sexuellen Spaß zu steigern – es kann Sex auch noch sicherer machen. Gleitmittel verringert die Reibung zwischen Haut und/oder Kondom, was für angenehm sanfte Gleitbewegungen sorgt und die Wahrscheinlichkeit verringert, dass Kondome reißen oder bei Analsex zerreißen (5). Gleitmittel auf Wasserbasis und auf Silikonbasis sind beide sicher in der Anwendung mit Kondomen für Frauen und Männer. Gleitmittel auf Ölbasis (oder andere Ölprodukte wie Vaseline oder Mineralöl) sollten jedoch nicht mit Latexkondomen verwendet werden, da sie das Latex des Kondoms auflösen und zum Reißen des Kondoms führen können (4).

Penisbeschneidung

Die Penisbeschneidung ist die chirurgische Entfernung der Vorhaut vom Penis. Dies ist ein gängiger Eingriff, der oft aus kulturellen oder religiösen Gründen als Wahloperation bei Babys durchgeführt wird. Manchmal werden Beschneidungen zur Behandlung medizinischer Erkrankungen durchgeführt, und in letzter Zeit wird die Beschneidung zur Krankheitsprävention befürwortet.

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Beschneidung und der HIV-Infektionsrate. Bei Leuten mit beschnittenem Penis ist die Wahrscheinlichkeit geringer, sich beim Vaginalverkehr mit einer HIV-positiven Person mit HIV zu infizieren (1,4). Aus diesem Grund empfehlen einige Regierungen in Afrika, wo die HIV-Prävalenz hoch ist, zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Jungen und Männer, die oft keinen Zugang zu Gesundheitsdiensten haben, eine freiwillige medizinische Beschneidung (VMMC) vornehmen lassen, um die Ausbreitung von HIV zusätzlich einzudämmen (1). Eine Beschneidung schließt das Risiko einer HIV-Infektion nicht aus; sie verringert es lediglich – daher sollten Kondome weiterhin immer benutzt werden.

HIV ist nicht mehr das Todesurteil, das es früher einmal war. Dank der Fortschritte in der modernen Behandlung und Prävention sinken die Raten von HIV-Infektionen, AIDS und damit verbundenen Todesfällen insgesamt (1). Aber es ist noch ein langer Weg: Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit fast 37 Millionen Leute mit HIV leben (1). Prävention, Safer Sex, zugängliche Tests auf sexuell übertragbare Infektionen und Behandlungen sind entscheidend, um die Ausbreitung von HIV zu stoppen.

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