Illustration von Emma Günther

STIs

Das Einmaleins des Safer Sex

Unsere Tipps zur Vermeidung von STIs

von Jen Bell, und Nicole Telfer Geprüft von Sarah Toler, DNP, CNM, Aubrey Bryan, und Amelie Eckersley
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*Übersetzung: Clara Müller-Kühn

Wie kann ich sichereren Sex haben?

Safer Sex ist eine Möglichkeit, das Risiko für STIs zu reduzieren, ohne dabei auf Sex zu verzichten. Es ist nicht schwer, aber es ist wichtig, diese Strategien im Kopf zu behalten und selbst im "Eifer des Gefechts" vorsichtig zu sein.

Wenn du das Risiko, dich mit einer STI anzustecken oder sie weiterzugeben, so gering wie möglicht halten möchtest, sind alle drei folgenden Komponenten für Safer Sex entscheidend:

  1. Korrekte, konsequente (d. h. durchgehende und nicht nur gelegentliche) Verwendung von Barriermethoden (Kondome und andere Barrieren wie Kofferdams) an Körperteilen oder Sextoys bei jeder Art von vaginalem, analem oder oralem Sex

  2. Offenheit und Kommunikation mit deinem:r Partner:in darüber, mit wem du Sex hast

  3. Regelmäßige Tests auf alle STIs bei dir und deinen Partner:innen

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Wie werden STIs übertragen?

Verschiedene Sexualpraktiken können die Ansteckungsgefahr für verschiedene STIs erhöhen. Wenn du potentielle Sexualkontakte mit anderen Menschen vorausplanen möchtest und wissen willst, wie du dich schützen kannst, ist es hilfreich zu wissen, worauf genau du achten musst.

Tatsächlich werden STIs nicht nur durch Sperma übertragen. Sie können auch durch Vaginalflüssigkeiten, direkte Schleimhäute (deine Haut), Blut, Speichel und Fäkalien übertragen werden (1). Letztendlich ist es schwierig, genau zu wissen, welche sexuelle Handlung für die Krankheitsübertragung verantwortlich ist, da Menschen oft mehr als eine Art von Sexualpraxis praktizieren (z. B. Oralsex und Penis-Vagina-Penetration während desselben Geschlechtsverkehrs). Vor diesem Hintergrund ist es besser, in jedem Fall Safer Sex zu haben.

Die folgende Liste gibt an, für welche STIs bei verschiedenen Sexualpraktiken ein Risiko besteht (2, 3):

  • Küssen: Oraler Herpes (HSV-1)

  • Oralsex: Chlamydien, Gonorrhoe, HPV, Herpes (HSV-1 und HSV-2), Syphilis, HIV, Trichomoniasis, Giardien, Shigellose, Salmonellen, Campylobacter und E. coli (4)

  • Fingern und Fisten (anal und vaginal): HIV, Hepatitis B und C

  • Penis-Vagina-Penetration: HIV, Gonorrhoe, Chlamydien, Herpes, HPV, Syphilis, Ulcus molle, Hepatitis B und C, Trichomoniasis, Genitalwarzen

  • Analsex: HIV, Hepatitis B und C, HPV, Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien, Herpes, Genitalwarzen

  • Sextoys: Die Übertragung von STIs durch Sexspielzeug ist noch nicht sehr gut erforscht. Es ist möglich, dass STIs durch Genitalflüssigkeiten auf Sextoys übertragen werden können.

  • Sex von Vulva zu Vulva (Scherenstellung): HPV, HSV-1, HSV-2, Syphilis, Ulcus molle, Chlamydien, Gonorrhoe, Genitalwarzen, HIV

Wie man STIs vermeidet

Wie oben erwähnt, besteht schon ein Risiko für STIs, sobald man überhaupt Sex hat.

Das mag düster klingen, aber es gibt viele Möglichkeiten, sexuell aktiv zu sein und sicher zu bleiben! Solo-Masturbation, Dry-Humping (Aneinanderreiben der Genitalien mit Kleidung), Sexy-Talk, Massagen (ohne Berührung der Genitalien) und Kuscheln sind einige der Dinge, die du tun kannst, ohne dass dabei STIs übertragen werden.

Und wenn du dich dazu entschließt, sexuell aktiv zu sein, gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um das Risiko zu reduzieren.

1. Lass dich impfen

Das humane Papillomavirus (HPV), die häufigste STI in den USA, kann langfristige Folgen wie Genitalwarzen und Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses, des Penis und des Rachens haben (5, 6). Aber die HPV-Impfung kann dich gegen das HPV-Virus schützen. Routineimpfungen werden Kindern im Alter von circa 11 bis 12 Jahren angeboten und Auffrischungsimpfungen sind für Menschen bis 26 verfügbar oder auch für manche Erwachsene zwischen 27 und 45, die nicht ausreichend geimpft sind (7). Wenn du schon Sex hattest, ist das kein Grund zur Sorge! Du kannst dich immer noch impfen lassen (7).

2. Verwende Barrieremethoden

Barrieremethoden wie äußere Kondome, innere Kondome, Handschuhe oder Kofferdams schützen bei jeder Art von sexueller Aktivität.

Sie tun, was ihr Name besagt – sie schaffen eine Barriere zwischen deinen Genitalien/Mund/After und den Genitalien/Mund/After der Person, mit der du Sex hast. Denk daran, dass diese Barrieremethoden das Risiko der Übertragung von STIs beim Sex verringern, sie das Risiko jedoch nicht vollständig ausschließen können. Die beste Art, sich zu schützen, ist, stets konsequent und korrekt bei jedem sexuellen Kontakt eine Barrieremethode zu verwenden (2).

Äußere (männliche) Kondome sind eine kostengünstige, (in vielen Ländern) leicht erhältliche und einfach anzuwendende Barrieremethode, wenn du vaginalen/oralen/analen Sex mit einer Person mit einem Penis hast. Wenn du Sex mit einem:r Partner:in hast und Sextoys verwendest (wie Vibratoren, Dildos oder Analplugs) sollte auch bei den Sextoys ein externes Kondom übergestreift werden, um die Übertragung von STIs zwischen verschiedenen Partner:innen zu vermeiden.

Äußere Kondome aus Latex sind die am meisten erforschten und verfügbaren Methoden zur Vermeidung von STIs. Wenn du oder die Person, mit der du Sex hast, eine Allergie gegen Latex hat, sind akzeptable Alternativen leicht erhältlich, obwohl einige Daten darauf hindeuten, dass Kondome ohne Latex leichter reißen können (8, 9).

Wenn es um die Wirksamkeit von Kondomen geht, ist HIV die am häufigsten untersuchte STI. Die Forschung zeigt, dass Kondome die HIV-Übertragung beim Sex mit vaginaler Penetration durch den Penis in 70 bis 95 % der Fälle verhindern (10-13). Die konsequente und korrekte Verwendung von Kondomen im Zusammenhang mit anderen STIs ist zwar weniger gut untersucht, trägt aber auch dazu bei, die Übertragung anderer STIs, wie Chlamydien, Gonorrhoe und Trichomoniasis, zu verhindern (2). Gegen STIs, die durch direkten Hautkontakt übertragen werden, wie z. B. Herpes oder Genitalulzera, bieten Kondome jedoch kaum Schutz, denn wenn die infizierte Haut freiliegt, können Kondome nur begrenzt schützen (2).

Um dich beim Oralsex zu schützen, verwende einen Kofferdam oder ein der Länge nach aufgeschnittenes Kondom, das die Vulva und/oder den Anus bedeckt. Beim Oralsex an der Vulva (Cunnilingus) oder am Anus (Anilingus) können Infektionen – einschließlich HIV, Syphilis, Herpes, Gonorrhoe, HPV, Trichomoniasis und Chlamydien – vom Mund auf die Genitalien oder umgekehrt übertragen werden (14).

Um die Übertragung von STIs bei Berührungen zu verhindern, kannst du Latex- oder Nitrilhandschuhe verwenden.

Wenn du die Genitalien deines:r Partners:in berührst oder umgekehrt, besteht die Gefahr der Übertragung einiger STIs (z. B. HPV, Genitalwarzen, Chlamydien, Herpes simplex Virus (HSV) 1 und/oder 2, Syphilis). Das Infektionsrisiko steigt, wenn mehrere Finger oder eine ganze Hand in die Vagina oder den Anus eingeführt werden (manchmal als Fisting bezeichnet), da dies zu kleinen Rissen oder Traumata führen kann, die die Übertragung von Geschlechtskrankheiten verstärken können (14).

3. Lass dich auf STIs testen

Unabhängig davon, ob es sich um eine lockere oder eine ernsthafte Beziehung handelt, ist es wichtig, dass du und die Person, mit der du Sex hast, über eure jeweilige sexuelle Vorgeschichte miteinander sprecht.

Dies gibt euch beiden die Möglichkeit, eine fundierte Entscheidung darüber zu treffen, welche Art von Sex ihr haben möchtet und wie ihr euch schützen möchtet, um sichereren Sex zu haben.

Dieses Gespräch mag anfangs etwas Unbehagen auslösen, aber mit der Zeit wirst du darin besser werden. Außerdem hilft dir die Reaktion deines:r Partners:in auf dieses Thema, ihn oder sie besser kennen zu lernen. Wenn er oder sie wirklich dagegen ist, sich testen zu lassen und ihr über Safer Sex sprecht, kann dies deine Entscheidung beeinflussen, ob du mit dieser Person Sex haben möchtest. Es kann auch sein, dass dein Gegenüber völlig offen ist und sich freut, dass du ein ehrliches Gespräch angestoßen hast! Wenn es darum geht, beim Sex auf der sicheren Seite zu sein, ist es wichtig, auf deine Gesundheit und dein Wohlbefinden zu achten.

Safer Sex ist die beste Option, wenn du Sex haben und dich dabei gegen STIs schützen möchtest, aber jeder Mensch muss sich seine eigenen Bedürfnisse bewusst machen und für sich entscheiden, welches Risiko für alle Beteiligten akzeptabel ist.

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