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Ist es die Perimenopause oder etwas anderes?
Fragen & Antworten mit dem Clue Science Team
Die Perimenopause ist mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Doch mit dem gestiegenen Bewusstsein geht eine neue Herausforderung einher: die Tendenz, jede gesundheitliche Veränderung in den 30ern und 40ern den Hormonen zuzuschreiben.
Zwar können hormonelle Schwankungen eine Vielzahl von Symptomen verursachen, doch wenn man die Perimenopause als Allzweckerklärung heranzieht, könnte dies die Diagnose anderer Erkrankungen verzögern – wie zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen oder Eisenmangel.
Um mehr darüber zu erfahren, haben wir mit Eve Lepage vom Wissenschaftsteam von Clue gesprochen, um zu erklären, wie man den Unterschied zwischen typischen Veränderungen des Zyklus und Anzeichen erkennt, die auf etwas anderes hindeuten könnten.
Wichtigste Erkenntnisse:
Häufige Symptome der Perimenopause – wie Brain Fog, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafprobleme – können sich mit Erkrankungen wie Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel oder Anämie überschneiden.
Du kannst den Unterschied möglicherweise erkennen, indem du deinen Zyklus genau beobachtest. Symptome der Perimenopause schwanken oft und treten parallel zu Veränderungen deines Zyklus auf, während Symptome, die unabhängig von deinem Zyklus anhalten, eine Abklärung auf andere Ursachen rechtfertigen können.
Selbst wenn Symptome mit der Perimenopause zusammenhängen, musst du keine Beschwerden ertragen, die deine Lebensqualität beeinträchtigen. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützung.
Was sind Symptome der Perimenopause?
Symptome der Perimenopause entstehen durch schwankende Hormonspiegel (insbesondere Östrogen und Progesteron). Da diese schwanken, anstatt stetig abzunehmen, können die Symptome sehr vielfältig und unregelmäßig sein.
Zu den häufigen Symptomen gehören:
Veränderungen des Zyklus, wie längere oder kürzere Zyklen, stärkere oder schwächere Blutungen
Hitzewallungen und nächtliches Schwitzen
Schlafstörungen
Stimmungsschwankungen, darunter Angstgefühle, Reizbarkeit oder Niedergeschlagenheit
Gehirnnebel oder Konzentrationsschwierigkeiten
Vaginale Trockenheit und Veränderungen der Libido
Kopfschmerzen oder sich verschlimmernde Migräne
Gelenkschmerzen oder Muskelschmerzen
Nicht jede Person wird alle diese Symptome erleben oder sie in derselben Intensität spüren. Die Symptome können sich im Laufe der Zeit auch verändern, was es schwierig macht, zu verstehen, was gerade vor sich geht.
Wann handelt es sich möglicherweise nicht um die Perimenopause?
Eine der Herausforderungen bei der Perimenopause ist, dass sich viele ihrer Symptome mit anderen Gesundheitszuständen überschneiden. Es ist leicht, Veränderungen den Hormonen zuzuschreiben, besonders Ende 30 oder in den 40ern.
Das kann jedoch manchmal die richtige Diagnose verzögern.
Zu den Erkrankungen und Zuständen, die zu ähnlichen Symptomen führen können, gehören:
Schilddrüsenerkrankungen
Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Gewichtsveränderungen und unregelmäßige Perioden können sowohl bei Schilddrüsenerkrankungen als auch in der Perimenopause auftreten. Ein Bluttest kann helfen, dies auszuschließen.
Eisenmangel oder Anämie
Starke oder anhaltende Perioden während der Perimenopause können zu Eisenmangel beitragen. Symptome wie Müdigkeit, „Brain Fog“, Schwindel, Atemnot und Herzklopfen werden möglicherweise fälschlicherweise den Hormonen zugeschrieben, obwohl eigentlich der Eisenwert das Problem ist.
Depressionen oder Angststörungen
Hormonelle Veränderungen können die Stimmung beeinflussen, doch anhaltende oder schwere Symptome erfordern möglicherweise eine gezielte psychologische Abklärung und Unterstützung.
Schlafstörungen
Schlafstörungen sind in der Perimenopause häufig, aber auch zugrunde liegende Schlafstörungen (wie Schlafapnoe) können eine Rolle spielen, besonders wenn die Schlafstörungen schwerwiegend oder langanhaltend sind.
PMOS (früher PCOS)
In manchen Fällen können unregelmäßige Zyklen und hormonelle Symptome eher auf PMOS als auf die Perimenopause hindeuten, insbesondere wenn diese Muster schon seit Jahren bestehen.
Chronischer Stress und Burnout
Anhaltender Stress kann zu Müdigkeit, „Brain Fog“, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen beitragen. Er kann die mit der Perimenopause verbundenen Symptome nachahmen oder verstärken.
Schwangerschaft, Medikamente, hormonelle Verhütungsmittel sowie Erkrankungen das Uterus oder der Eierstöcke können ebenfalls Zyklusveränderungen oder sich überschneidende Symptome verursachen. Dein medizinisches Fachpersonal kann dein Alter, deine Krankengeschichte, deine Symptome und dein Zyklusmuster berücksichtigen und entscheiden, ob Untersuchungen erforderlich sind.
Kannst du den Unterschied zwischen der Perimenopause und einer anderen Erkrankung erkennen?
Du kannst den Unterschied zwischen der Perimenopause und einer anderen Erkrankung möglicherweise erkennen, indem du deinen Zyklus genau beobachtest.
Veränderungen des Zyklus sind oft ein frühes Anzeichen der Perimenopause. Andere Symptome können etwa zur gleichen Zeit auftreten, schwanken oder sich im Laufe der Übergangsphase verändern.
Zum Beispiel:
Symptome können sich um bestimmte Zeitpunkte in deinem Zyklus herum häufen
Der Zeitpunkt der Periode kann sich verschieben, folgt aber weiterhin einem hormonellen Rhythmus
Neue Symptome treten parallel zu Zyklusveränderungen auf
Das Tracken allein kann die Perimenopause weder bestätigen noch eine andere Ursache ausschließen. Wenn du jedoch festhältst, wann Symptome beginnen, wie oft sie auftreten, wie stark sie sind und ob sie parallel zu Zyklusveränderungen auftreten, kann das nützliche Informationen für dich und dein medizinisches Fachpersonal liefern.
Wie kann das Aufzeichnen bei der Perimenopause helfen?
Eine der größten Herausforderungen bei der Perimenopause ist, dass kein einzelnes Symptom sie bestätigen kann. Hitzewallungen, Angstgefühle, Schlafstörungen und „Brain Fog“ können alle mehrere mögliche Ursachen haben. Hier kann das Aufzeichnen besonders hilfreich sein.
Wenn du beobachtest, wie sich deine Symptome und dein Zyklus im Laufe der Zeit verändern, kannst du dir ein klareres, objektiveres Bild machen, das dir als Grundlage für Gespräche mit dem medizinischen Fachpersonal dient.
Tracking kann dir helfen, Folgendes zu bemerken:
Veränderungen in deinem Zyklusverlauf: die Perimenopause zeigt sich oft zuerst durch subtile Verschiebungen in der Zykluslänge. Die Perioden können näher beieinander liegen, weiter auseinander liegen oder von Monat zu Monat stärker schwanken.
Neue Symptome, die etwa zur gleichen Zeit wie Zyklusveränderungen auftreten: wenn zum Beispiel Schlafstörungen, nächtliches Schwitzen oder Kopfschmerzen genau dann beginnen, wenn dein Zyklus unregelmäßig wird, kann dies stärker auf hormonelle Veränderungen hindeuten.
Zunahme oder Häufung von Symptomen: anstelle von vereinzelten Symptomen geht die Perimenopause oft mit einer Häufung von körperlichen, emotionalen und kognitiven Veränderungen einher, die sich gemeinsam entwickeln.
Was sich nicht an deinem Zyklus ändert: Symptome, die anhalten, sich verschlimmern oder überhaupt nichts mit deinem Zyklusmuster zu tun haben (zum Beispiel anhaltende Müdigkeit, schlechte Laune oder Schwindel), können darauf hindeuten, dass etwas anderes vor sich geht und separat abgeklärt werden sollte.
Und ganz wichtig: das Tracken kann dir auch dabei helfen, zwischen typischen Symptomen der Perimenopause und solchen zu unterscheiden, die untypisch oder besorgniserregender sind.
Während Veränderungen wie unregelmäßige Perioden, gelegentliche Hitzewallungen oder leichte Schlafstörungen häufig vorkommen, sollten Symptome, die schwerwiegend, plötzlich auftretend oder sich deutlich verschlimmern – wie sehr starke oder anhaltende Periode, lähmende Stimmungsschwankungen oder extreme Müdigkeit – nicht einfach als „nur Hormone“ abgetan werden.
Diese können zwar immer noch mit der Perimenopause zusammenhängen, erfordern aber eine genauere Abklärung, um andere Ursachen auszuschließen und sicherzustellen, dass die richtige Unterstützung vorhanden ist.
Entscheidend ist: selbst wenn Symptome mit der Perimenopause zusammenhängen, heißt das nicht, dass man sie einfach hinnehmen muss. Lange Zeit hieß es, man müsse das einfach durchstehen, aber das ändert sich gerade.
Es steht eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, von der Hormontherapie in den Wechseljahren (HET) bis hin zu nicht-hormonellen Ansätzen sowie Unterstützung bei spezifischen Symptomen wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder starken Perioden. Wenn die Symptome dein tägliches Wohlbefinden beeinträchtigen, ist das Grund genug, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und herauszufinden, was helfen könnte.
Die Perimenopause ist ein natürlicher Übergang, sollte aber nicht zur pauschalen Erklärung für jedes neue Symptom werden. Und niemand sollte unter Symptomen leiden müssen, die seine Lebensqualität beeinträchtigen.
Letztlich gilt: wenn sich etwas nicht richtig anfühlt,
achte auf Muster im Laufe der Zeit.
tTracke deine Symptome im Zusammenhang mit deinem Zyklus.
Und suche ärztlichen Rat, um andere Ursachen auszuschließen und Linderung zu finden.
