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Die unsichtbare Verbindung zwischen ADHS und PMDS tracken

Sie hatte keinen Plan. Bis sie Clue entdeckte.

Als Erwachsene mit ADHS hatte Faye über Jahre Strategien entwickelt, um konzentriert zu bleiben, organisiert zu sein und ihren Alltag zu bewältigen. Doch nachdem sie die Antibabypille abgesetzt hatte, merkte sie, dass diese Strategien plötzlich nicht mehr funktionierten. Jeden Monat, in den Tagen vor ihrer Periode, verschlechterte sich ihre Stimmung, und ihre Energie ließ nach.

Als sie ihre Symptome mit Clue trackte, begann sie, ein Muster zu erkennen. Mit der Zeit sammelte sie Hinweise darauf, dass das, was sie erlebte, weder zufällig war noch nur „in ihrem Kopf“ stattfand. Diese Aufzeichnungen halfen ihr dabei, mit medizinischem Fachpersonal über ihre Beschwerden zu sprechen, und führten schließlich zur Diagnose einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS) – einer schweren zyklischen Erkrankung, die laut Forschung bei Menschen mit ADHS häufiger vorkommt (1).

Wir haben mit Faye über ihren Weg zur PMDS-Diagnose gesprochen, über den Zusammenhang zwischen PMDS und ADHS und darüber, wie ihr das Tracken ihrer Symptome dabei geholfen hat, sich für die Unterstützung einzusetzen, die sie brauchte.

Das Muster erkennen

Als Faye diese Symptome zum ersten Mal bemerkte, suchte sie Hilfe bei medizinischem Fachpersonal. Doch statt Antworten zu bekommen, fühlte sie sich nicht ernst genommen. Man erklärte ihr, ihr Körper müsse sich nach dem Absetzen der Pille erst wieder „einpendeln“ – ein Prozess, der laut den behandelnden Fachpersonen zwischen drei Monaten und eineinhalb Jahren dauern könne.

Doch es wurde nicht besser. Nach sechs bis acht Monaten war nicht mehr nur ihre Stimmung betroffen. Auch ihre Ausdauer, ihre Fitness und ihr Appetit hatten sich verändert.

Anstatt sich allein auf ihr Gedächtnis zu verlassen, begann Faye, ihre Symptome in der Clue-App zu tracken. Dabei fiel ihr auf, dass sie nicht zufällig auftraten. Sie folgten einem klaren Muster.

Sie erkannte, dass ihre Stimmungsschwankungen immer während ihrer Lutealphase auftraten – also in der Zeit zwischen dem Eisprung und ihrer Periode – und jedes Mal nach Beginn ihrer Periode nachließen.

„Dank des Trackens meines Zyklus habe ich das ziemlich schnell erkannt“, sagt sie.

Für Faye war es unglaublich bestätigend, dieses Muster über einen längeren Zeitraum vor sich zu sehen.

„Sobald es dir wieder gut geht, machst du einfach weiter, weil du froh bist, dass du dich besser fühlst. Du vergisst, welche Symptome du hattest, was du alles durchgemacht hast und wie lange das gedauert hat.“

Dass alles so klar in der App festgehalten war, gab ihr eine Aufzeichnung, auf die sie jederzeit zurückgreifen konnte – selbst dann, wenn die schwierigen Tage längst vorbei waren.

Diese Klarheit war wichtig, denn bevor sie das Muster erkannte, konnten die Veränderungen, die sie jeden Monat erlebte, sehr verwirrend sein.

„Irgendwann hat man wirklich das Gefühl, ein bisschen den Verstand zu verlieren, wenn die Stimmung von einer Woche auf die nächste so stark schwankt.“

Was ist PMDS?

PMDS ist eine schwere prämenstruelle Erkrankung, von der etwa 4 von 100 Frauen und Menschen mit Zyklus betroffen sind (2). Die Symptome treten typischerweise während der Lutealphase des Menstruationszyklus auf und bessern sich kurz nach Beginn der Periode.

Menschen mit PMDS können unter anderem folgende emotionale und kognitive Symptome erleben (3):

  • Sehr depressive Stimmung

  • Verlust des Interesses an Aktivitäten, die ihnen normalerweise Freude bereiten

  • Anhaltende Wut oder Reizbarkeit

  • Ausgeprägte Angst oder Anspannung

  • Schlafprobleme oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis

  • Deutliche Veränderungen des Appetits

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Das Gefühl, überfordert zu sein oder die Kontrolle zu verlieren

Manche Menschen haben außerdem körperliche Symptome, darunter (3):

Die PMDS-Diagnose

Als Faye schließlich eine medizinische Fachperson fand, die ihr zuhörte, wurden ihre Symptome und ihre aufgezeichneten Daten gemeinsam angesehen. Die Fachperson kam zu dem Schluss, dass PMDS die wahrscheinlichste Diagnose war.

Heute sagt Faye, dass sie großes Glück hatte.

„Ich hatte wirklich, wirklich Glück, dass ich so schnell diagnostiziert wurde, denn das ist nicht selbstverständlich.“

Viele Menschen warten 12 bis 20 Jahre auf eine PMDS-Diagnose (4,5), erklärt sie. Bei ihr konnte jedoch vergleichsweise früh erkannt werden, was hinter ihren Beschwerden steckte.

Für Faye spielte das Tracken dabei eine entscheidende Rolle.

„Clue hat den ganzen Weg bis zu meiner Diagnose definitiv beschleunigt.“

Der Zusammenhang zwischen ADHS und PMDS

Die Diagnose half Faye auch zu verstehen, warum sich ihr ADHS in bestimmten Phasen ihres Zyklus deutlich schwerer bewältigen ließ.

„Mein ganzes Leben bestand darin, irgendwie mitzuhalten“, erzählt sie. „Und genau das machen viele Frauen mit ADHS – sie maskieren ihre Symptome ihr ganzes Leben lang. Ich hatte Strategien entwickelt, um mit meinem ADHS umzugehen. Aber etwas wie PMDS wirft dich komplett aus der Bahn.“

Hormonelle Veränderungen im Verlauf des Menstruationszyklus können Konzentration, Stimmung und Energieniveau beeinflussen. Dadurch können sich ADHS-Symptome zu bestimmten Zeiten im Monat stärker anfühlen.

„Als neurodivergente Menschen nehmen wir vieles intensiver wahr. Dass PMDS und ADHS zusammenkommen, ist unglaublich wichtig, weil es einen dazu bringt zu verstehen, wie das eigene System funktioniert – vom Gehirn über die Hormone bis hin zum Darm.“

Historisch gesehen wurde ADHS bei Frauen und Menschen, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, außerdem lange zu selten erkannt. Ein Grund dafür ist, dass die heutigen Diagnosekriterien größtenteils darauf beruhen, wie sich ADHS bei Jungen und Männern zeigt (6).

Für Menschen, die sowohl mit ADHS als auch mit PMDS leben, kann das Verständnis darüber, wie beide Erkrankungen zusammenwirken, ein wichtiger Schritt sein, um die passende Unterstützung zu erhalten.

Warum das Tracken für eine PMDS-Diagnose wichtig ist

Das Tracken der Symptome ist bei PMDS besonders wichtig, weil es derzeit keinen Bluttest, keine Bildgebung und keinen einzelnen medizinischen Test gibt, mit dem sich die Erkrankung diagnostizieren lässt. Stattdessen stützen sich medizinische Fachpersonen auf über einen längeren Zeitraum getrackte Symptome, um festzustellen, ob sie regelmäßig während der Lutealphase des Zyklus auftreten und nach Beginn der Periode wieder nachlassen.

Wie Faye selbst erlebt hat, bitten medizinische Fachpersonen bei Verdacht auf PMDS ihre Patient:innen häufig darum, ihre Symptome über mehrere Monate hinweg zu tracken, bevor sie eine Diagnose stellen.

„Ich war oft bei Ärzt:innen, und das Erste, was sie zu mir gesagt haben, war: Track deine Symptome drei Monate lang und komm dann wieder“, erzählt sie. „Ich konnte stattdessen einfach die Clue-App öffnen und zeigen, dass ich meine Symptome bereits getrackt hatte und alle Informationen schon da waren.“

Clue member Faye sitting on a chair talking about getting her PMDD diagnosis

Für Faye hilft es, ihre Symptome zweimal täglich zu tracken, weil sie sich im Laufe eines Tages schnell verändern können.

„Ich tracke mit Clue zweimal am Tag. Zum einen brauche ich mehrere Erinnerungen, damit ich Dinge erledige. Zum anderen finde ich es hilfreich zu sehen, wie es mir morgens im Vergleich zum Abend geht, weil sich so viel innerhalb eines Tages verändern kann. Ich kann morgens aufwachen und mich völlig normal fühlen. Und dann passiert im Laufe des Tages etwas, und plötzlich merke ich, dass andere Symptome dazugekommen sind.“

Dass sie über viele Jahre hinweg ihre Symptome getrackt hatte, bedeutete außerdem, dass sie nicht jedes Mal wieder bei null anfangen musste, wenn sie mit einer neuen medizinischen Fachperson sprach. Stattdessen konnte sie eine klare Übersicht ihrer Symptome zeigen und nachvollziehbar machen, wie sie sich im Verlauf ihres Zyklus veränderten.

Lernen, freundlicher mit sich selbst umzugehen

Das Tracken hat Fayes PMDS zwar nicht verschwinden lassen, aber es hat ihr geholfen zu verstehen, was in ihrem Körper passiert.

„Meinen Zyklus zu tracken und dieses Muster so schnell zu erkennen, hat mir sehr geholfen zu verstehen, was gerade passiert, was mich erwartet und wann ich damit rechnen muss.“

Dadurch hat sich auch verändert, wie sie mit sich selbst umgeht.

„Es hat mir geholfen, mir selbst ein bisschen mehr zu verzeihen und liebevoller mit mir umzugehen.“

Für Faye war die größte Veränderung nicht einfach die Diagnose. Sie verstand, dass die schwierigen Wochen jeden Monat kein persönliches Versagen waren. Sie waren Teil eines größeren Musters. Und als sie dieses Muster erkannte, konnte sie aufhören, sich selbst dafür die Schuld zu geben.

„Du kannst mit dem Kopf in den Wolken leben und diese Symptome ignorieren“, sagt sie, „oder du kannst verstehen, wie dein Körper funktioniert, dich darauf vorbereiten und in diesen Zeiten auch liebevoller mit dir selbst umgehen.“

eine Illustration der Clue-Blume
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