Eine Waage mit Blutstropfen, die in jede Platte tropfen.

Animation: Marta Pucci

Blutung

Was ist "normal"?: Menge und Stärke der Menstruationsblutung

*Übersetzung: Clara Müller-Kühn

Das Wichtigste zum Thema:

  • Typischerweise liegt der Flüssigkeitsverlust pro Menstruation zwischen 5 ml und 80 ml.

  • Verschiedene Verhütungsmethoden können die Stärke deiner Menstruation beeinflussen.

  • Ein Verlust von mehr als 80 ml Menstruationsflüssigkeit pro Menstruation gilt als starke Menstruationsblutung.

Deine Periode ist ein gesunder Teil deines Menstruationszyklus. Dabei wird das Endometrium (die Gebärmutterschleimhaut) ausgestoßen, das sich jeden Monat für eine potenzielle Schwangerschaft aufbaut und bereithält. Der erste Tag deiner Menstruation ist der erste Tag deines Menstruationszyklus.

Deine Menstruation kann ein wichtiger Indikator für deine Gesundheit sein. Es ist wichtig, dass du weißt, was für dich "normal" oder typisch ist. Das heißt, wie häufig deine Menstruation eintritt, wie schwach oder stark sie ist und wie lange sie dauert.

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Veränderungen deiner Menstruation

Die Menstruation schwankt eine Weile, nachdem sie zum ersten Mal eingesetzt hat (Menarche), nach einer Schwangerschaft und in der Zeit vor der letzten Menstruation (Perimenopause). Dass der Eisprung nicht regelmäßig stattfindet bzw. ausbleibt (Anovulation), geschieht in diesen Lebensphasen häufig und ist ein weit verbreiteter Grund für eine zeitweise ausbleibende oder starke Menstruation (1,2). Wenn du nicht in jedem Zyklus einen Eisprung hast, kann es sein, dass deine Menstruation gar nicht oder erst später als gewohnt eintritt und/oder dass sie stärker oder leichter und/oder kürzer oder länger ist als gewohnt (1).

In der Zeit zwischen diesen Lebensphasen sollte deine Menstruation im Großen und Ganzen in jedem Zyklus etwa gleich lang und gleich stark sein. Nichtsdestotrotz kann es vorkommen, dass du die ein oder andere Veränderung bemerkst – denn Stärke und Länge deiner Menstruation hängen von deinen Hormonen ab, die wiederum schwanken können. Hormonspiegel können sich vorübergehend aufgrund von Faktoren wie Stress, Sport, Ernährung oder der Einnahme einer Notfallverhütung (der "Pille danach") verändern (3-6). Genau wie jeder Körper ist auch jede Menstruation anders.

bestimmter Erkrankungen wie z. B. Gebärmutterpolypen, Myome oder PCOS schwanken. Diese Erkrankungen sollten mit ärztlichem Fachpersonal besprochen werden. Bestimmte Blutgerinnungsstörungen, Medikamente und Infektionen können die Menstruationsblutung ebenfalls beeinflussen und unregelmäßige Schmierblutungen hervorrufen (7).

Wenn du hormonell verhütest, können deine Menstruations-/Blutungsmuster anders sein.

Die Menstruationsmenge abschätzen

Es ist schwierig zu ermitteln, wie viel Menstruationsflüssigkeit deinen Körper jeden Monat verlässt. Verwendest du eine Menstruationstasse? Häufig befinden sich auf deren Innenseite Messstriche (z. B. 10 ml, 15 ml, 25 ml), die dir helfen abzuschätzen, wie viel Flüssigkeit du verloren hast.

Im Allgemeinen kann die Menge des Flüssigkeitsverlustes bei der Verwendung von Binden oder Tampons anhand der Größe und Saugstärke des Menstruationsprodukts geschätzt werden. Ein vollgesaugter Mini-Tampon kann bis zu 3 ml Flüssigkeit absorbieren, wohingegen ein vollgesaugter Super-Tampon bis zu 12 ml aufnehmen kann (3,8). Eine typische, vollgesaugte Tagesbinde kann rund 5 ml Flüssigkeit aufnehmen, bei einer vollgesaugten Nachtbinde sind es 10-15 ml (3,8).

Wenn du wiederholt alle zwei Stunden einen vollgesogenen Tampon bzw. eine Binde hast, gilt dies als starke Menstruationsblutung, und du solltest mit ärztlichem Fachpersonal darüber sprechen.

Was ist die übliche Menstruationsstärke bei Menschen, die nicht hormonell verhüten?

Menstruationsstärke bei Erwachsenen

Die Menstruation dauert bei einer erwachsenen Person bis zu 8 Tage (9). Üblicherweise treten während einer Menstruation zwischen 5 ml und 80 ml (das sind bis zu sechs Esslöffel) Menstruationsflüssigkeit aus deinem Körper aus (10).

Die stärksten Tage der Menstruationsblutung sind für gewöhnlich die ersten Tage deines Menstruationszyklus (um den ersten und zweiten Tag herum) (10). Während der stärksten Tage deines Menstruationszyklus kann es sein, dass sich Klumpen oder Gerinnsel in deiner Menstruationsflüssigkeit befinden – das ist nicht ungewöhnlich. Die Farbe deiner Menstruationsflüssigkeit kann sich im Laufe deiner Menstruation ebenfalls verändern. Bei starker Blutung ist das Blut häufig hellrot, zum Ende deiner Menstruation hin wird es meist dunkler.

Menstruationsstärke bei Heranwachsenden

Menge, Dauer und Häufigkeit von Blutungen rund um die Zeit der Menarche können stark variieren. Es kommt häufig vor, dass deine Zyklen in den ersten Jahren nach deiner ersten Menstruation ein wenig unregelmäßig sind. Im Laufe deiner Pubertät werden Menstruationsstärke und Zyklus regelmäßiger, können aber immer noch ein wenig schwanken (2,11).

Die Menge der Menstruationsflüssigkeit kann bei einer heranwachsenden Person auch bis zu 80 ml betragen (wie bei Erwachsenen), ist aber oft geringer (2).

Wie stark fällt die Menstruation bei Menschen typischerweise aus, die hormonell verhüten (z. B. mit Pille, Ring oder Verhütungspflaster)?

Hormonelle Verhütungsmethoden wie die Pille, der Vaginalring oder das Verhütungspflaster steuern die Ausschüttung und Regulierung von Hormonen wie Östrogen und Progesteron in deinem Körper. Bei korrekter Anwendung verhindern die Hormone in deinem Verhütungsmittel, dass in deinen Eierstöcken eine Eizelle heranreift und abgegeben wird (Eisprung).

Deine Menstruation verändert sich je nach Art der hormonellen Verhütung, die du verwendest. Blutungen treten üblicherweise während der „hormonlosen Tage“ auf (der Zeitraum, in dem du Placebo-Pillen einnimmst bzw. die Pause vor einem neuen Ring oder einem neuen Verhütungspflaster). Die Blutung, die bei dir auftritt, wenn du hormonelle Verhütungsmittel einsetzt, nennt man Entzugsblutung, und sie gilt nicht als Menstruationsblutung. Die Ursache für die Entzugsblutung besteht im Absinken des Sexualhormonspiegels in deinem Körper an den Tagen, an denen du dir über deine Pille, dein Verhütungspflaster oder deinen Ring nur wenig oder gar keine Hormone zuführst (10,12).

Viele Menschen stellen eine leichtere Blutung bei sich fest, bei einigen bleibt die Blutung während der Verwendung hormoneller Verhütungsmittel sogar ganz aus (13). Durch den Einfluss hormoneller Verhütungsmittel baut sich die Gebärmutterschleimhaut nicht so dick auf, wie es ohne hormonelle Verhütung der Fall wäre. Dies führt in der Regel zu leichteren oder gelegentlich ausbleibenden „Menstruationsblutungen“, insbesondere bei Menschen, die bereits über viele Monate oder Jahre hinweg hormonelle Verhütungsmittel einsetzen.

Wie stark fällt die "Menstruation" bei Menschen typischerweise aus, die ein reines Gestagen-Präparat zur Verhütung verwenden (z. B. Minipille, Verhütungsspritze, Hormonimplantat)?

Es gibt verschiedene hormonelle Verhütungsmethoden, die jeweils unterschiedliche Arten und Mengen von Hormonen beinhalten. Einige Verhütungsmittel enthalten keine Östrogene, sondern ausschließlich Gestagen – eine synthetische Form des Progesterons (14). Zu diesen Mitteln gehören die Gestagen-Pille (auch Minipille genannt), Gestagen-Spritzen oder Gestagen-Implantate (14).

Die Minipille

Wenn du reine Gestagen-Pillen zur Verhütung verwendest, kann es sein, dass du keinen typischen Menstruationszyklus hast. Einige reine Gestagen-Pillen unterdrücken den Eisprung, es kommt hier aber auf das enthaltene Gestagen an (14). Blutungen können unter dem Einfluss von Verhütungsmitteln auf reiner Gestagen-Basis stark variieren. Veränderungen bei der Menstruationsstärke hängen mit hormonellen Veränderungen zusammen. Diese Hormone beeinflussen das Wachstum und den Abbau deiner Gebärmutterschleimhaut.

Viele Menschen haben unregelmäßige oder schwächere Blutungen, kürzere Zyklen oder die Blutung bleibt ganz aus (man spricht dann von Amenorrhoe), wenn sie reine Gestagen-Pillen einnehmen, insbesondere, wenn die Pillen nicht jeden Tag um die selbe Uhrzeit eingenommen werden (15).

Verhütungsspritze und Hormonimplantat

Methoden wie die Verhütungsspritze und das Hormonimplantat unterdrücken den Eisprung (16,17). Die meisten Menschen, die aufgrund dieser reinen Gestagen-Präparate keinen Eisprung haben, stellen bei sich kürzere, leichtere oder gelegentlich ausbleibende Blutungen fest. Das ist jedoch nicht immer der Fall (14).

Plötzlich auftretende Blutungen, Schmierblutungen und länger andauernde Blutungen kommen häufig vor, wenn man diese Verhütungsmittel verwendet, vor allem während der ersten paar Monate (18). Diese Symptome verbessern sich in der Regel mit der Zeit, können bei einigen Menschen jedoch länger bestehen.

Was ist die übliche Menstruationsstärke bei Anwendung einer Spirale?

Die Hormonspirale

Bei Anwendung der Hormonspirale kommen unregelmäßige oder leichtere Blutungen häufig vor, manche Menschen haben sogar gar keine Blutung (14,19,20). Dies hängt damit zusammen, dass das Endometrium sich nicht so stark aufbaut, wie es ohne Verwendung hormoneller Verhütungsmittel der Fall wäre. Dies führt in der Regel zu leichteren oder gelegentlich ausbleibenden Blutungen, insbesondere bei Menschen, die die Hormonspirale bereits über viele Monate oder Jahre hinweg verwenden (14).

Die Kupferspirale

Kupferspiralen greifen nicht in den Hormonhaushalt ein. Daher wirst du die gleichen Schwankungen von Östrogen und Progesteron während deines Zyklus haben wie vor der Anwendung der Kupferspirale.

Bei vielen Menschen kommt es bei der Anwendung der Kupferspirale zu stärkeren Menstruationsblutungen und einer längeren Menstruationsdauer, insbesondere in den ersten 6-12 Monaten (14,21). Grund dafür können Gefäßveränderungen und Veränderungen des Blutflusses in der Gebärmutter sein (20,22-24). Das Blut kann vermehrt größere Gerinnsel enthalten, und auch Krämpfe können verstärkt auftreten.

Schmierblutungen

Es ist auch wichtig, Blutungen zu tracken, die in deinem Zyklus außerhalb der Menstruation auftreten. Man spricht in diesem Fall von Schmierblutungen, die vielfältige Ursachen haben können – darunter hormonelle Verhütungsmittel, Eisprungblutungen oder andere physiologische Gründe (3,25). Wenn du regelmäßig Schmierblutungen hast, sprich mit ärztlichen Fachpersonal, da möglicherweise eine Anpassung deines Verhütungsmittels notwendig ist (wenn du hormonell verhütest) oder die Ursache ermittelt werden muss. Schmierblutungen treten häufig in den ersten Schwangerschaftswochen auf und können auch durch bestimmte Infektionen und körperliche Veränderungen hervorgerufen werden, die du mit ärztlichem Fachpersonal abklären solltest (7,26,27).

Wann solltest du wegen deiner Menstruationsstärke ärztliche Hilfe suchen?

Wenn du regelmäßig über 80 ml Menstruationsflüssigkeit verlierst, deine Menstruation länger als 8 Tage dauert oder dein Menstruationsfluss so stark ist, dass du wiederholt alle zwei Stunden einen vollgesogenen Tampon oder eine Binde hast, gilt das als starke Menstruationsblutung und sollte ärztlich abgeklärt werden (9). Diese Art übermäßige Menstruationsblutung kann die Lebensqualität einer Person beeinträchtigen und Anämie verursachen (28-30). Starke Menstruationsblutungen können viele mögliche Ursachen haben, darunter: Myome (anormales Wachstum von Muskelgewebe in deiner Gebärmutter), Adenomyose (eine Erkrankung, bei der Gewebe deiner Gebärmutterschleimhaut in die Muskelwand deiner Gebärmutter eindringt), Blutgerinnungsstörungen (z. B. Thrombozytopenie oder das Von-Willebrand-Syndrom), Gebärmutterpolypen (anormale Wucherungen innerhalb deiner Gebärmutter) und (selten) Tumore (31,32).

Wenn deine Menstruation ausbleibt und du kein hormonelles Verhütungsmittel verwendest, solltest du ebenfalls mit ärztlichem Fachpersonal sprechen, da du schwanger sein könntest.

Selbst wenn deine Menstruation außerhalb des "offiziellen", als typisch geltenden Rahmens liegt, solltest du wissen, was für dich "normal" ist.. Der Großteil der Gesundheitsforschung wird an Bevölkerungsgruppen aus westlichen Industrieländern durchgeführt, was deinem eigenen persönlichen genetischen Hintergrund oder deiner Umgebung möglicherweise nicht gerecht wird. Genau wie jede Menstruation ist auch jeder Mensch anders. Sprich mit ärztlichem Fachpersonal, wenn du dir Sorgen wegen deiner Menstruationsstärke machst.

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