Abbildung einer Gebärmutter mit Myomen

Illustration: Marta Pucci

Blutung

Gebärmuttermyome: Häufiger Grund für unregelmäßige Blutungen und Schmerzen

*Übersetzung: Judith Quijano

Das Wichtigste zu Thema:

  • Gebärmuttermyome sind Wucherungen von Muskelgewebe, die in oder an der Gebärmutterwand entstehen

  • Zu den Symptomen gehören unregelmäßige Blutungen zwischen den Menstruationen und Unterleibschmerzen

  • Östrogen und Progesteron spielen beim Wachstum der Myome eine Rolle

  • Eventuell bemerkst du die Myome nicht – sollten sie jedoch zum Problem werden, sind sie behandelbar

Wie Gebärmutterpolypen sind auch Gebärmuttermyome ein häufiger Grund für Änderungen im Blutungs- und Menstruationsmuster.

Während Polypen eher in der Zeit um die Menopause entstehen, wachsen Myome meist im gebärfähigen Alter. Hier erfährst du, woher du weißt, ob du Myome hast.

Was sind Gebärmuttermyome?

Gebärmuttermyome oder Uterusmyome sind Wucherungen von Muskelgewebe, die in oder an der Gebärmutterwand entstehen. Myome sind zwar gutartig (nicht schädlich/nicht lebensbedrohlich), können jedoch Symptome wie unregelmäßge vaginale Blutungen und Unterleibschmerzen verursachen (1, 2). Uterusmyome werden in der medizinischen Literatur auch Fibroide oder Leiomyome genannt.

Gebärmuttermyome treten häufig auf. Rund 3 von 4 Frauen haben im Laufe ihres Lebens ein Myom (3). Sie treten meist in den gebärfähigen Jahren (2, 3) und bei Menschen afrikanischen Ursprungs auf (4). Gebärmuttermyome verursachen meist keine Symptome (5) und schrumpfen häufig nach den Wechseljahren (6, 7). In manchen Fällen können unbehandelte Myome zu Problemen wie starken Blutungen, Anämie (Blutarmut), Unterleibschmerzen oder Beckendruck, Änderungen in der Fruchtbarkeit und Komplikationen während der Schwangerschaft führen (1, 2, 8). Die Symptome hängen von der Größe, dem Ort und der Anzahl der Myome ab.

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Solltest du vermuten, dass du Gebärmuttermyome hast, kann das Tracken deiner Blutungen, Schmerzen und anderer Symptome mit Clue dir dabei helfen, deinem ärztlichen Fachpersonal Informationen zu geben, die bei der Diagnose und dem Erstellen eines Behandlungsplans nützlich sind. Eine Frühbehandlung kann das Risiko für Komplikationen reduzieren.

Mögliche Symptome

Zu den häufigsten Symptomen bei Gebärmuttermyomen gehören:

  • Starke, lange und/oder schmerzhafte Menstruationen (1, 9)

  • Unregelmäßige Blutungen (9)

  • Beckendruck oder Unterleibschmerzen (2, 10)

  • Häufiges Urinieren und Schwierigkeiten, die Blase zu entleeren (1)

  • Verstopfung (10)

  • Schwierigkeiten, schwanger zu werden oder ein Kind auszutragen (2)

In seltenen Fällen können Gebärmuttermyome sehr groß werden, sich verdrehen oder sich entzünden. Diese Situationen können zu intensiven Symptomen führen und ggf. eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern (11, 12).

Studien haben gezeigt, dass bei bis zu einer von drei Personen eine Schwangerschaft dazu führte, dass die Myome etwas größer wurden (2, 13). Das kann dazu führen, dass die Symptome spürbarer werden. Die häufigste Komplikation bei Gebärmuttermyomen während der Schwangerschaft sind Schmerzen, die meist im zweiten und dritten Trimester auftreten (14, 15).

Warum treten Gebärmuttermyome auf?

Gebärmuttermyome treten auf, wenn Muskelzellen in der Gebärmutter sich zu oft teilen. Bei der Zellteilung entstehen Knoten verschiedener Formen und Größen. Sie können nur wenige oder zahlreich sein – so haben manche Menschen nur ein Myom. Diese Knoten können an der inneren oder äußeren Oberfläche der Gebärmutter sowie in der Gebärmutterwand wachsen.

Die Forschung zeigt, dass die Hormone Östrogen und Progesteron eine Rolle beim Wachstum von Gebärmuttermyomen spielen. Das ist wahrscheinlich der Grund, weshalb die Myome meist in der Menopause schrumpfen, da in dieser Zeit die Produktion dieser Hormone sinkt (6, 7).

Bei manchen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit, Gebärmuttermyome zu entwickeln, größer als bei anderen. Zudem können Myome genetisch vererbt werden (16). Das bedeutet, dass eine Person mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Myom entwickelt, wenn ein Familienmitglied ebenfalls eines hat(te). Menschen afrikanischen Ursprungs haben ein signifikant höheres Risiko, Gebärmuttermyome zu entwikeln (4). Außerdem ist das Risiko für Gebärmuttermyome bei Bluthochdruck (17, 18) oder beim polyzystischen Ovarialsyndrom (19) höher. Gebärmuttermyome treten häufiger bei Menschen auf, die früh ihre erste Menstruation (Menarche) hatten (4) und die noch kein Kind zur Welt gebracht haben. Das könnte jedoch daran liegen, dass Frauen mit Myomen Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden (2). Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an rotem Fleisch und Bierkonsum (21) könnte außerdem das Risiko für Gebärmuttermyome erhöhen (20).

Unterschiedliche Arten von Myomen verursachen unterschiedliche Symptome. Myome innerhalb der Gebärmutterwand (intramurale Myome) können die Form der Gebärmutter verändern, was wiederum die Fruchtbarkeit beeinflussen kann (22). Myome, die direkt unter der Gebärmutterschleimhaut wachsen (submuköse Myome) rufen ebenfalls Probleme beim Versuch hervor, schwanger zu werden (23).

Warum eine Untersuchung so wichtig ist

Gebärmuttermyome sind in der Regel harmlos und verschwinden häufig von selbst. Treten hingegen Symptome auf, können Gebärmuttermyome die Lebensqualität einer Person beeinträchtigen und zu Komplikationen wie Anämie (Blutarmut) führen. Anämie ist eine Erkrankung, bei der der Körper nicht genügend rote Blutkörperchen hat, um richtig zu funktionieren. Das kann geschehen, wenn Gebärmuttermyome starke Blutungen hervorrufen (7).

Manche Gebärmuttermyome verringern außerdem die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden und können das Risiko für Fehlgeburten erhöhen. In diesem Bereich bedarf es jedoch weiterer Forschung (22, 23). In diesen Fällen kann eine Behandlung den Betroffenen helfen, schwanger zu werden und es zu bleiben.

In seltenen Fällen können Gebärmuttermyome sehr groß werden, sich verdrehen oder sich entzünden. Diese Situationen können zu intensiven Symptomen führen und ggf. eine sofortige ärztliche Behandlung erfordern (11, 12).

Wie werden Gebärmuttermyome diagnostiziert?

Dein ärztliches Fachpersonal wird dich vermutlich zu deinen Symptomen und deiner medizinischen und menstruellen Vorgeschichte befragen. Manche Gebärmuttermyome werden mittels körperlicher Untersuchung diagnostiziert. Andere Diagnosemethoden sind:

  • Ein Ultraschall des Unterleibs (Sonogramm)

  • Ein MRT

  • Ein Sonohysterogramm (Ultraschall nach dem Füllen der Gebärmutter mit einer Flüssigkeit) (24)

Was du dagegen tun kannst

Es ist möglich, dass dein:e Ärzt:in und du euch gegen die Behandlung leichter Symptome der Myome entscheidet. Das Tracken deiner Symptome kann dir dabei helfen, herauszufinden, ob sich deine Myome verändern und ab welchem Zeitpunkt eine Behandlung angebracht wäre. Wenn Myome zum Problem werden, gibt es mehrere Optionen zur Behandlung und Vorbeugung zukünftiger Myome:

Medikamente

In manchen Fällen werden Hormonmedikamente zur Behandlung von Gebärmuttermyomen verschrieben. Dazu gehören selektive Progesteronrezeptormodulatoren (SPRM), die die Wirkung von Progesteron im Körper ändern, sowie GnRH-Antagonisten (Gonadoliberin, Gonadotropin-Releasing-Hormon), die die körpereigene Produktion von Progesteron und Östrogen stoppen. Diese Medikamente haben gezeigt, dass sie die Größe und Anzahl der Gebärmuttermyome mit der Zeit bei Menschen im gebärfähigen Alter verringern (25, 26).

Änderungen im Lebensstil

Das Erhalten eines gesunden Körpergewichts kann dabei helfen, die Häufigkeit des Auftretens von Gebärmuttermyomen zu reduzieren (16, 27). Ausreichend Sport und eine ausgewogene Ernährung haben sich ebenfalls als hilfreich erwiesen. Im Besonderen kann eine Ernährung mit wenig rotem Fleisch und einem hohen Anteil an grünem Gemüse manchen Menschen dabei helfen, die Häufigkeit und Schwere von Myomen zu verringern (20).

Nicht-chirurgische Eingriffe

Manche symptomatische Gebärmuttermyome können durch nichtinvasive Eingriffe wie eine Uterusmyom-Embolisation und eine Radiowellen-Myolyse zerstört werden. Diese Eingriffe schneiden die Blutzufuhr zu den Myomen ab. Die fokussierte Ultraschallchirurgie in Kombination mit der Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein Beispiel für eine neuere Technik, die Schallwellen zur Zerstörung von Myomen nutzt (25).

Operation: Gebärmuttermyome werden manchmal anhand minimalinvasiver chirurgischer Eingriffe über den Bauch oder das Becken behandelt. In manchen Fällen können problematische Myome über einen Bauchschnitt (Myomektomie) chirurgisch entfernt werden (25). In schweren Fällen kann eine Hysterektomie durchgeführt bzw. die Gebärmutter entfernt werden (25).

Was zu tracken mit Clue app

Wichtig zu tracken:

  • Blutungsmuster

  • Schmerzen

Nützlich zu tracken:

  • Blutmenge

  • Stuhlgang

  • Sex (falls eine Schwangerschaft geplant ist)

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