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Starke Perioden: Wie erkennst du, ob deine starke Periode „normal“ ist?

*Übersetzung: Rebecca Rosenthal

n ist von Person zu Person unterschiedlich, sodass es schwierig ist, zwischen normalem und übermäßigem Blutverlust zu unterscheiden. Woran erkennt man, was „normal“ ist?

Medizinisch gesehen: In klinischen Forschungsstudien wird das Symptom der starken Menstruationsblutung als Blutverlust von mehr als 80 ml pro Zyklus definiert.

Der Blutverlust ist jedoch sehr schwer zu messen, es sei denn, du verwendest eine Menstruationstasse. Und selbst wenn du weniger als 80 ml verlierst, kann dies deine Lebensqualität beeinträchtigen – vor allem dann, wenn der Zeitpunkt deiner Menstruation unregelmäßig ist und daher nur schwer vorhergesehen werden kann. Daher lautet die akzeptiertere und praktischere Definition von starken Menstruationsblutungen: **„übermäßiger menstrueller Blutverlust, der die körperliche, soziale, emotionale und/oder materielle Lebensqualität einer Frau beeinträchtigt“** (National Institute for Health and Care Excellence oder NICE).

Nutzt du Clue, um deine Blutungsmuster zu tracken.

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Ursachen für starke Menstruationsblutungen

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die starke Menstruationsblutungen verursachen können. Zu den häufigsten Erkrankungen gehören:

  • Polypen, d. h. Wucherungen in der Gebärmutterschleimhaut, verursachen in der Regel Schmier- oder Zwischenblutungen und manchmal auch starke Menstruationsblutungen.

  • Adenomyose, das abnorme Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in die muskuläre Wand der Gebärmutter, kann aber manchmal schwere und/oder schmerzhafte Menstruation verursachen.

  • Uterusmyome, gutartige Wucherungen (glatte Muskeltumore) an der Gebärmutter, auch bekannt als *Leiomyome*, können manchmal starke Menstruationsblutungen verursachen. Wenn sie in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) wachsen, verursachen sie höchstwahrscheinlich starke Blutungen.

  • Krebs und Krebsvorstufen sind sehr seltene, aber wichtige Ursachen für abnormale Blutungen, insbesondere bei Personen unter 40 Jahren. Während sie starke Blutungen verursachen können, verursachen Krebs und Krebsvorstufen eher unregelmäßige Blutungen oder Blutungen zwischen den Menstruationen.

  • Die Koagulopathie, eine vererbte Störung, die eine normale Blutgerinnung verhindert, verursacht starke Menstruationsblutungen, meist ab der Menarche (der ersten Periode).

  • Eine Ovulationsstörung, d. h. das Ausbleiben oder die Unregelmäßigkeit des Eisprungs, ist ein hormonelles Problem, das zu unregelmäßigen Blutungen führen kann, die als Symptom starke Blutungen haben können, aber nicht müssen.

  • Eine Endometriumstörung, eine Anomalie in der Gebärmutterschleimhaut, hindert das Gewebe daran, die Blutung normal zu stoppen.

Die meisten Medikamente und Antibabypillen verursachen keine starken Blutungen, aber es gibt zwei Ausnahmen: Kupferhaltige Intrauterinpessare können die Blutmenge erhöhen, die während der Menstruation verloren geht, und Antikoagulanzien („Blutverdünner“), die Blutgerinnsel verhindern, verursachen in der Regel starke Blutungen.

Hast du starke Menstruationsblutungen?

Um herauszufinden, ob du unter starken Menstruationsblutungen leiden oder nicht, musst du deinen Menstruationsverlauf genau aufzeichnen. Die Intensität der Blutung ist von Person zu Person unterschiedlich, sodass es schwierig ist, zu bestimmen, was klinisch stark ist. Außerdem kann eine einzelne Menstruation zwar heftig sein, aber ein echtes Problem liegt wahrscheinlich nur dann vor, wenn die starke Menstruation zumindest die meiste Zeit über vorhanden ist.

Nach der medizinischen Definition handelt es sich um starke Blutungen, die in den letzten sechs Monaten die Mehrzahl der Menstruationen ausmachen. Wenn du deine Blutungsstärke sorgfältig und korrekt in deine Clue App eingibst, kannst du leichter feststellen, ob die Blutung als stark einzustufen ist.

Dein:e Arzt oder Ärztin wird dich möglicherweise fragen, wie viele (und welche Größe) Binden/Tampons du an einem Tag benutzt hast. Es ist auch sehr wichtih, Blutgerinnsel zu tracken – ihre Größe, Anzahl und Farbe. Sie enthalten Blut und es ist wichtig, sie zu messen und zu zählen, um eine ungefähre Aussage über die Menge des verlorenen Blutes treffen zu können.

  1. Unterscheide zwischen normalen und großen Tampons oder -Binden, da große Tampons in der Regel doppelt so viel aufnehmen können wie normale Tampons oder Binden (jedes großes Tampon bzw. jede große Binde sollte als zwei normale Tampons oder Binden gezählt werden).

  2. Prüfe, wie durchnässt dein Tampon oder deine Binde ist. Ist er/sie ganz mit Blut getränkt oder nur zur Hälfte? (Bei halb getränkten Binden teile die Anzahl der halb getränkten Binden durch zwei).

  3. Zähle Blutgerinnsel – auch sie enthalten Blut.

  4. Prüfe bei einer Menstruationstasse das Fassungsvermögen und messe, wie voll die Tasse ist (z. B. wenn es sich um eine 10-ml-Tasse handelt und sie zu ¾ gefüllt ist, enthält die Menstruationstasse 7,5 ml Blut).

  5. Wenn die Anzahl der getränkten Tampons oder Binden **sechzehn oder mehr** während der gesamten Dauer deiner Menstruation beträgt (oder **acht voll getränkte große Tampons oder Binden**), dann ist deine Menstruation stark.

  6. Wenn sich während eines gesamten Zyklus 80 ml oder mehr Blut in deiner Menstruationstasse sammeln, ist dein Blutfluss stark.

Richtlinien, um festzustellen, ob deine Menstruation stark ist:

  1. Deine Menstruation dauert länger als sieben Tage.

  2. Dein Menstruationsfluss läuft jeder Stunde durch Tampons oder Binden durch und das über mehrere Stunden am Stück.

  3. Du musst während der Nacht Binden oder Tampons wechseln.

  4. Du haben mehrere traubengroße (oder größere) Blutgerinnsel.

  5. Deine starke Menstruation hindert dich daran, Dinge zu tun, die du normalerweise tun würdest.

  6. Du bist müde, hast wenig Energie oder bist kurzatmig.

  7. Du spürst starke Schmerzen im Unterleib und im unteren Rücken.

Vereinbare einen Termin bei deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin, wenn deine Menstruationsblutung stärker als gewöhnlich zu sein scheint, länger als sieben Tage andauert oder dein Leben beeinträchtigt.

Wenn du Blutungen zwischen den Menstruationen, während oder nach dem Geschlechtsverkehr, während der Schwangerschaft oder nach Eintritt der Menopause hast, solltest du unbedingt deine:n Frauenarzt oder Frauenärztin aufsuchen.

Mögliche Folgen von starken Menstruationsblutungen

Wenn du deine Menstruation hast, verlierst du Blut. Bei Personen mit normaler Blutung und normaler eisenhaltiger Ernährung sollten Blutverlust und Eisenaufnahme im Gleichgewicht sein. Bei starken Menstruationsblutungen und insbesondere bei einer eisenarmen Ernährung kann der Blutverlust jedoch die Eisenaufnahme übersteigen, was zu Eisenmangel und möglicherweise zu einer niedrigen Anzahl der roten Blutkörperchen oder Anämie führen kann. Eisenmangel mit oder ohne Anämie kann zu Müdigkeit führen und die Konzentrationsfähigkeit, die körperliche Leistungsfähigkeit und die allgemeine Lebensfreude beeinträchtigen.

Was sollte ich dagegen tun?

Um starke Menstruationsblutungen zu behandeln, musst du und deine:n Arzt oder Ärztin die Ursache(n) ermitteln. Dies kann durch einige einfache Tests geschehen, darunter eine Blutuntersuchung, ein transvaginaler Ultraschall und/oder die Entnahme einer Gewebeprobe aus der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumbiopsie).

  • Polypen: Die chirurgische Entfernung des Polypen ist die wirksamste Therapie. Adenomyose: Behandlung mit hormoneller Empfängnisverhütung, insbesondere mit einem Intrauterinpessar, das ein Hormon namens Progestin freisetzt.

  • Unterleibsdrüsen: Einige medikamentöse oder hormonelle Therapien sind wirksam, oft sind jedoch auch chirurgische Eingriffe erforderlich.

  • Krebs oder Krebsvorstufe: Die meisten Krebsvorstufen können mit Medikamenten behandelt werden, Krebserkrankungen erfordern jedoch in der Regel eine Operation.

  • Störung der Blutgerinnung: Tranexamsäure oder hormonelle Medikamente sind die übliche Behandlungsstrategie.

  • Störungen des Eisprungs: Störungen des Eisprungs können im Allgemeinen mit hormonellen Medikamenten wie Gestagenen oder anderen hormonellen Verhütungsmitteln behandelt werden.

  • Störungen der Gebärmutterschleimhaut: Menschen mit Endometriumstörungen können gut auf Tranexamsäure, einfache NSAIDs wie Ibuprofen, Naproxen oder Mefenaminsäure, das Gestagen-freisetzende Intrauterinsystem oder andere Arten der hormonellen Empfängnisverhütung ansprechen. Wenn ein Intrauterinpessar aus Kupfer die Ursache ist, können einige der Behandlungen für Endometriumstörungen wirksam sein.

  • Eisenmangel: Wenn ein Eisenmangel vorliegt, insbesondere bei Anämie, sollte ein Eisenersatz Teil der Behandlung sein.

Ein chirurgischer Eingriff kann insbesondere bei der Entfernung von Polypen oder Myomen wichtig sein, da er einfach und fruchtbarkeitserhaltend durchgeführt werden kann. Schließlich sind invasive Eingriffe (z. B. Endometriumablation und Hysterektomie) der letzte Ausweg, um die starken Menstruationsblutungen zu lindern, sollten aber immer sorgfältig abgewogen werden, da diese Eingriffe deine Chancen, Kinder zu bekommen, verringern können.

Wenn du den Verdacht hast, dass du starke Menstruationsblutungen haben könntest, wende dich sofort an deine:n Arzt oder Ärztin. Dieser Zustand ist in den meisten Fällen leicht zu behandeln. Durch eine frühzeitige Erkennung und Diagnose wird die Behandlung erfolgreicher und weniger invasiv.

Wenn du dir immer noch nicht sicher bist, ob du starke Menstruationsblutungen hast, versuche, während deines nächsten Zyklus mehr Details zu erfassen, und analysiere sie anschließend. Wenn du eines der hier genannten Anzeichen bemerkst, solltest du einen Termin bei deinem Arzt oder deiner Ärztin vereinbaren.

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