Illustration: Marta Pucci
Wie verhindern Spiralen eine Schwangerschaft?

Das Wichtigste zum Thema:
Je nach Art der Spirale wird eine Schwangerschaft durch unterschiedliche Wirkmechanismen verhindert: Der Zervixschleim wird verdickt, sodass Spermien nicht in den Uterus gelangen können, ihre Überlebenschancen werden verringert und die Uterusschleimhaut wird verändert.
Spiralen wirken anders als andere Verhütungsmethoden.
Kupferspiralen geben Kupferionen in den Uterus ab und schaffen dort eine Umgebung, in der Spermien nicht gut überleben können.
Was ist eine Spirale?
Die Spirale ist ein kleines, T-förmiges Verhütungsmittel aus Kunststoff, das in den Uterus eingesetzt wird, um eine Schwangerschaft zu verhindern (2, 3, 4). (Fun Fact: Die erste Spirale wurde aus Seidenraupendarm hergestellt (5).) Eine medizinische Fachperson setzt die Spirale in deinen Uterus ein (4). Je nach Modell schützt sie 3 bis 10 Jahre lang vor einer Schwangerschaft (4). Du kannst sie jederzeit entfernen lassen – egal, ob du schwanger werden möchtest oder sie einfach nicht mehr verwenden willst (3, 2).
Spiralen gehören zu den sichersten Verhütungsmethoden (6). Wie viele andere Entwicklungen im Bereich der Reproduktionsmedizin ist auch die Technologie hinter der Spirale noch relativ jung.
Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Spiralen: die Hormonspirale und die Kupferspirale, die auch als hormonfreie Spirale bezeichnet wird (4). Aufgrund ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung wirken sie auf etwas andere Weise. Schauen wir uns genauer an, wie sie eine Schwangerschaft verhindern.

Wie verhindert die Hormonspirale eine Schwangerschaft?
Die Hormonspirale enthält ein Gestagen namens Levonorgestrel. Eine kleine Menge dieses Gestagens, das im senkrechten Teil der T-förmigen Spirale enthalten ist, wird täglich in den Uterus abgegeben (1).
Das Gestagen hilft auf drei Arten, eine Schwangerschaft zu verhindern:
Es verdickt den Zervixschleim so stark, dass Spermien ihn nicht durchdringen können, um eine Eizelle zu befruchten (1).
Es verändert die normalen Kontraktionen der Eileiter, wodurch es für die Eizelle schwieriger wird, in den Uterus zu gelangen (7).
Wenn Spermien in den Körper einer Person gelangen, die eine Hormonspirale verwendet, kann ihre Entwicklung beeinträchtigt werden. Unter Umständen überleben sie auch gar nicht (2).
Wie verhindert die Kupferspirale eine Schwangerschaft?
Bei einer Kupferspirale ist der waagerechte Teil des T-förmigen Kunststoffkörpers mit einem dünnen Kupferdraht umwickelt. Außerdem befindet sich an jedem Arm des T ein Kupferring (7). Das Kupfer gibt Kupferionen in den Uterus ab. Diese Ionen verändern die Flüssigkeiten in den Eileitern und im Uterus und schaffen so eine Umgebung, in der Spermien nicht überleben können (1). Spermien, die in diese Bereiche gelangen, sind nicht mehr lebensfähig und können keine Eizelle befruchten (3).
Fremdkörperreaktion: Der letzte Schutzmechanismus der Spirale
Die wichtigsten Wirkmechanismen der Spiralen haben wir bereits beschrieben. Beide Arten bieten jedoch noch einen zusätzlichen Schutzmechanismus: die sogenannte „Fremdkörperreaktion“.
Aber was genau ist eine Fremdkörperreaktion? Das klingt vielleicht erst einmal beunruhigend, ist aber eigentlich ein ganz normaler Vorgang, mit dem sich dein Körper schützt. Und in diesem Fall trägt er dazu bei, eine Schwangerschaft zu verhindern. Wenn ein Fremdkörper in den menschlichen Körper gelangt, reagiert dieser mit einer Entzündung an der betroffenen Stelle (1). (Stell dir vor, du hast einen Splitter im Finger. Dein Finger schwillt an, während dein Körper versucht, den unerwünschten Eindringling wieder loszuwerden. Danke, Körper!)
Der Körper schickt weiße Blutkörperchen in den Uterus, um eine Infektion durch die Spirale zu verhindern (8).
Die Folge ist eine Entzündungsreaktion. Theoretisch erschwert diese Entzündung im Uterus die Einnistung eines Embryos in die Uterusschleimhaut (8). Allerdings ist das nur ein letzter möglicher Schutzmechanismus gegen eine Schwangerschaft. Denn Spiralen verringern bereits die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung erheblich: Sie verhindern, dass Spermien die Eizelle erreichen, und verursachen außerdem zelluläre Veränderungen, die den Befruchtungsprozess beeinträchtigen (8).
Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass sich eine befruchtete Eizelle möglicherweise nicht normal weiterentwickelt und somit kein Embryo entsteht (8).
Hast du mit der Hormonspirale weiterhin einen Eisprung?
Viele Menschen haben auch mit einer Hormonspirale weiterhin einen Eisprung. Da die Spirale jedoch ein Gestagen enthält, das in den Hormonzyklus eingreift (2), kann sie je nach Hormondosierung auch den Eisprung beeinflussen.
Hormonspiralen gibt es mit unterschiedlichen Hormondosierungen. Die höchstdosierten Modelle beeinflussen den Eisprung stärker als niedriger dosierte Spiralen (2, 9, 11). Ob du einen Eisprung hast oder nicht, hat jedoch keinen Einfluss auf die Verhütungssicherheit der Spirale.
Bei einer Hormonspirale mit 52 mg kann der Eisprung nach dem Einsetzen ausbleiben. Wenn die Hormonabgabe mit der Zeit nachlässt, kann der Eisprung wieder einsetzen (2).
Im ersten Jahr haben etwa 45 % der Menschen mit einer 52-mg-Hormonspirale einen Eisprung.
Nach vier Jahren haben etwa 75 % der Menschen mit einer 52-mg-Hormonspirale einen Eisprung (2).
Die meisten Menschen mit einer 19,5-mg-Hormonspirale haben weiterhin einen Eisprung (10). Studien zeigen, dass die Eierstockfunktion bei dieser Dosierung normal bleibt (10). Das gilt auch für die 13,5-mg-Hormonspirale (11).
Solange du deine Spirale rechtzeitig wechseln lässt, haben Veränderungen deines Eisprungs keinen Einfluss auf dein Schwangerschaftsrisiko. Denn die Spirale verhindert eine Schwangerschaft hauptsächlich durch die zuvor beschriebenen Wirkmechanismen (2, 3).
Hast du mit der Kupferspirale weiterhin einen Eisprung?
Manche Verhütungsmethoden, wie die Pille, verhindern eine Schwangerschaft, indem sie den Eisprung unterdrücken. Bei der Kupferspirale ist das anders: Sie hat keinerlei Einfluss auf den Eisprung. In den ersten drei bis sechs Monaten kann deine Periodenblutung stärker ausfallen. Mit der Zeit sollte die Blutungsstärke jedoch wieder abnehmen (9).
Mehr über Veränderungen deiner Periode mit der Spirale erfahren
Nach zwei Jahren bleibt bei etwa der Hälfte der Menschen mit einer 52-mg-Hormonspirale die Periode aus (9). Niedriger dosierte Hormonspiralen beeinflussen die monatliche Blutung weniger stark (10, 11). Wenn du eine Spirale verwendest, kann es hilfreich sein, deine Blutungen zu tracken. So kannst du Veränderungen erkennen und besser einschätzen, wie gut die Verhütungsmethode für dich funktioniert.
Hier erfährst du mehr über Blutungen mit der Spirale.