Illustration: Marta Pucci
Hysterektomie: Alles, was du wissen musst

Was ist eine Hysterektomie?
Eine Hysterektomie ist ein Eingriff zur Entfernung der Gebärmutter (1). Das Wort Hysterektomie setzt sich aus zwei Teilen zusammen: hyster-, was Gebärmutter bedeutet, und ektomie-, was Entfernung bedeutet.
Nicht alle Hysterektomie-Verfahren sind gleich. Es gibt vier Hauptarten von Hysterektomie-Verfahren:
Eine totale Hysterektomie ist die Entfernung der Gebärmutter und des Gebärmutterhalses.
Eine partielle (subzervikale) Hysterektomie ist die Entfernung nur der Gebärmutter, wobei der Gebärmutterhals erhalten bleibt.
Eine totale Hysterektomie mit beidseitiger Salpingo-Oophorektomie ist die Entfernung der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses, der Eileiter und der Eierstöcke. Salpingo-bezieht sich auf die Eileiter undoopho-bezieht sich auf die Eierstöcke.
Eine radikale Hysterektomie ist die Entfernung der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses, der Eileiter, der Eierstöcke, eines Teils der Vagina und anderer Gewebe, die die Gebärmutter umgeben (1,2).
Hysterektomien sind dauerhaft. Eine Person, die eine Hysterektomie hatte, kann keine Kinder mehr bekommen (d. h. es kommt zu Sterilität).
Hysterektomien beenden auch dauerhaft die Periodenblutung, aber die hormonellen Schwankungen des Menstruationszyklus bleiben bestehen, es sei denn, die Eierstöcke wurden ebenfalls entfernt (1,2).
Gründe für den Eingriff
Man kann sich für eine Hysterektomie entscheiden, um eine Erkrankung oder Störung des Fortpflanzungssystems zu behandeln (1-3). Eine Hysterektomie gilt als großer chirurgischer Eingriff, und diese Entscheidung sollte nicht leichtfertig getroffen werden. Ärzte versuchen oft zuerst weniger invasive alternative Therapien und Behandlungen, bevor eine Hysterektomie empfohlen wird (2,3).
Eine Hysterektomie wird manchmal durchgeführt, um einen Gebärmuttervorfall, Endometriose, Gebärmuttermyome oder andere Blutungs- und Schmerzstörungen im unteren Fortpflanzungssystem zu behandeln (1-3). Sie wird auch durchgeführt, um Krebserkrankungen der Fortpflanzungsorgane wie Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs zu behandeln oder vorzubeugen (1,2). Die Entfernung beider Eierstöcke und Eileiter während einer Hysterektomie wird manchmal für Menschen empfohlen, die an Brustkrebs (1) oder Eierstockkrebs leiden oder ein hohes Risiko dafür haben, da die von den Eierstöcken freigesetzten Fortpflanzungshormone das Krebsrisiko beeinflussen (4–6). In diesem Bereich ist weiterer Forschungsbedarf gegeben.
Transmänner und nicht-binäre Menschen, die mit einer Gebärmutter geboren wurden, entscheiden sich möglicherweise für eine Hysterektomie mit Entfernung der Eierstöcke und Eileiter als Teil einer geschlechtsangleichenden Operation (7,8). Eine totale Hysterektomie mit beidseitiger Salpingo-Oophorektomie kann vor einer Operation zur Peniskonstruktion empfohlen werden (7).
Notfall-Hysterektomien, die in der Regel nicht gewählt werden, werden durchgeführt, um lebensbedrohliche Blutungen während oder kurz nach der Entbindung eines Kindes zu stoppen (9). Eine Notfall-Hysterektomie ist typischerweise entweder eine Teil- oder eine vollständige Hysterektomie (9).
Komplikationen
Hysterektomien sind Operationen und daher mit Risiken verbunden. Mögliche Komplikationen sind:
Infektion
Blutungen
Versehentliche Verletzungen anderer Körperteile während des Eingriffs (einschließlich Blase oder Darm)
Nebenwirkungen der Anästhesie (1,2)
Hysterektomien sind sehr wirksam bei der Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden, aber es ist wichtig zu verstehen, welche Alternativen es zur Operation gibt und welche Risiken mit dem Eingriff verbunden sind.
Reproduktive Gesundheit nach dem Eingriff
Alle Arten von Hysterektomien beenden die Periodenblutung dauerhaft. Trotzdem produzieren Menschen, denen die Eierstöcke nicht entfernt wurden, weiterhin Fortpflanzungshormone und haben hormonelle Menstruationszyklen ohne Regelblutung.
Eine Person, der bei der Hysterektomie beide Eierstöcke entfernt wurden, durchläuft eine chirurgisch induzierte Menopause (1,2). Sie hat keine hormonellen Menstruationszyklen oder Regelblutungen mehr. Manche Ärzte empfehlen dann möglicherweise eine Hormontherapie, um Osteoporose und/oder anderen Nebenwirkungen der Menopause vorzubeugen (1,2).
Personen, die eine Hysterektomie hatten, können keine Schwangerschaft mehr austragen, da die Gebärmutter der einzige Ort im Körper ist, an dem sich befruchtete Eizellen entwickeln können. Obwohl bei einer Person mit Eierstöcken theoretisch eine Eileiterschwangerschaft auftreten könnte (bei der sich eine befruchtete Eizelle im Eileiter oder einem anderen Teil des Fortpflanzungstraktes zu entwickeln beginnt), ist die Wahrscheinlichkeit dafür nahezu null (10). Wenn du nach deiner Hysterektomie starke Bauchschmerzen oder Blutungen hast, sprich sofort mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
Eine Person, die eine Hysterektomie hatte, kann sich trotzdem mit einer sexuell übertragbaren Krankheit (STI) anstecken, daher sollten beim Sex mit ungeprüften Partner:innen Kondome oder eine andere Barriere-Methode verwendet werden.