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Eine Illustration wie Papierpuppen von verschiedenen Körperteilen auf einem lila Hintergrund

Illustration: Marta Pucci

Lesezeit: 6 min

Die Wissenschaft hinter Menstruation und Gender

Wie Clue sich für mehr Trans-Inklusion einsetzt

*Übersetzung: Judith Quijano

Das Wichtigste zum Thema:

  • Genderidentität und das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht sind nicht dasselbe.

  • Genderidentitäten sind komplex und trans-inklusive Sprache kommt allen zugute.

  • Trans-Menschen sind in der Gesundheitsversorgung benachteiligt und dies wirkt sich stark auf ihre Gesundheit aus.

Wir erhalten viele Fragen zu unserer Entscheidung, alle Genderidentitäten zu berücksichtigen, wenn wir über Menstruation, Schwangerschaft und andere Themen sprechen. Clue ist eine App, die von Frauen gemacht und geführt wird. Frauen stehen im Zentrum der Clue-Mission und wir wollen genderinklusiv sein. Praktisch betrachtet bedeutet das, dass wir unser Bestes tun, um in unserem Schreibstil und unseren geschäftlichen Entscheidungen anzuerkennen, dass Genderidentitäten in einem Spektrum existieren. So sprechen wir beispielsweise beim Thema Menstruation von "Frauen und Menschen mit Zyklus".

Viele Menschen mit Zyklus identifizieren sich selbst nicht als Frauen. Sie können Transgender-Männer, Trans-Männer oder Menschen sein, die sich mit keinem Geschlecht identifizieren. Ein Transgender-Mann ist jemand, dem bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde, der sich jedoch als männlich identifiziert (1).

Es folgen unsere Standpunkte zu Trans-Inklusion sowie die aktuellen Forschungsergebnisse darüber, warum es für Institutionen unerlässlich ist, auf mehr Genderinklusion hinzuarbeiten.

4.8

Ein Bild einer Fünf-Sterne-Bewertung

Clue nutzt gendergerechte Sprache für mehr Inklusion.

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Gender wird nicht bei der Geburt zugewiesen

Als Gender wird die Art und Weise bezeichnet, wie du dich der Welt präsentierst. Dazu gehören die Entscheidung, ein Kleid oder einen Anzug zu tragen, die Art und Weise, wie wir uns schminken sowie unsere Verhaltensweisen.  Indem wir die Kleidung, das Make-up und die Frisuren wählen, die unserem inneren Gendergefühl entsprechen, "verkörpern" wir unser Gender der Welt gegenüber. Wenn wir über Gender sprechen, nutzen wir Termini wie "Junge", "Mädchen", "Mann", "Frau", "männlich", "weiblich" und "nichtbinär".

Das biologische Geschlecht (Englisch: sex) wiederum steht in Zusammenhang mit dem Körper eines Menschen und bezieht sich darauf, ob jemand einen Penis oder eine Vagina, Eierstöcke oder Hoden hat. Körperliche Charakteristika wie Gesichtshaare, Brüste und die Körperform können ebenfalls ein Geschlecht kommunizieren. Während Geschlecht und Gender untrennbar miteinander verbunden sind, determiniert das biologische Geschlecht nicht immer die Genderidentität. Deswegen ist es so schwierig, biologisches Geschlecht und Gender als zwei vollkommen unterschiedliche Konzepte zu betrachten, die sich gegenseitig nicht beeinflussen oder diese nicht als Schwarz-Weiß-Konzepte zu behandeln.  Unsere Körper weisen ein biologisches Geschlecht auf, kommunizieren jedoch auch Genderaspekte. Wir versuchen dort, wo es möglich ist, binäre Begriffe wie "männlich" und "weiblich" zu vermeiden, da sie mitunter wissenschaftlich nicht relevant sind und Menschen ausgrenzen können.

Menschen, die sich zum Beispiel als Transgender identifizieren, haben eine Genderidentität, die sich vom Geschlecht unterscheidet, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde (2).

Menschen, bei denen Gender und das bei der Geburt zugewiesene, biologische Geschlecht übereinstimmen, heißen "Cisgender". Manche Menschen identifizieren sich als nichtbinär: Das bedeutet, dass sie sich mit keinem Gender identifizieren oder mit beiden. Männer, die transgender sind, sind Trans-Männer oder trans-männlich (1). Frauen, die transgender sind, sind Trans-Frauen oder trans-weiblich.

Die Menstruation ist nicht an die Genderidentität gebunden

Die Menstruation ist ein biologischer Prozess. Sie ist Teil des Reproduktionssystems, das meist mit Frauen in Verbindung gebracht wird – jedoch nicht alle Frauen bluten. Das kann für Trans- und nichtbinäre Menschen ein schwieriges Thema sein. Die Menstruation kann bei trans-männlichen oder nichtbinären Menschen Gefühle von Dysphorie hervorrufen. Noch schlimmer ist es, wenn Trans-Menschen ihre Menstruation aus Angst verheimlichen müssen, geoutet zu werden oder Gewalt zu erfahren (3).

Um Dysphorie zu reduzieren, entscheiden sich manche Menschen dafür, die Menstruation durch eine Hormontherapie zu unterdrücken (4). Andere Menschen entscheiden sich aus persönlichen Gründen gegen Hormone oder können aus medizinischen oder finanziellen Gründen nicht darauf zurückgreifen (3, 4). Manche Menschen erhalten keine angemessene Beratung zu geschlechtsangleichenden Hormontherapien und kennen ihre Möglichkeiten nicht (5).

Ob eine Transperson sich für eine geschlechtsangleichende Hormontherapie oder dagegen entscheidet, ändert nichts an der Tatsache, dass diese Person trans ist. Hinzu kommt, dass eine Hormontherapie nicht immer wirksam und vollkommen die Menstruation einstellt. Das bedeutet, dass es in der Welt viele Männer mit Menstruation gibt.

Indem anerkannt wird, dass Menschen, die sich nicht als Frau identifizieren, auch menstruieren, kann die Menstruation normalisiert, das Stigma gegen die Trans-Community bekämpft und letztlich die Wahrscheinlichkeit von Gewalt gegen Trans-Menschen reduziert werden.

Auch Trans-Männer und nichtbinäre Menschen mit Eierstöcken und einer Gebärmutter können schwanger werden. Transgender-Männer wünschen sich häufig ebenso Kinder wie Cisgender (6) und nichtbinäre Menschen. Transgender-Männer können nach Unterbrechung der Hormontherapie wieder ihre Menstruation haben und schwanger werden (1). Rund 66 Prozent der Transgender-Männer, die schwanger werden, haben die Schwangerschaft geplant. Damit liegt der Prozentsatz über dem Durchschnitt der Gesellschaft (1, 7).

Trans-Menschen verdienen einen gleichberechtigten Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung

Unser Redaktionsteam besteht aus Autor:innen und Forscher:innen, die dem American College of Obstetricians and Gynecologists (ACOG) und dem American College of Nurse Midwives (ACNM) angehören. Diese offiziellen Organisationen erstellen auf nationaler Ebene Regeln für gynäkologische Pflege. Sowohl ACOG als auch ACNM stimmen überein, dass Transgender und nichtbinäre Menschen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen verdienen, die ihr Gender anerkennt und Gender-Dysphorie reduziert (2, 8). ACOG befürwortet den Krankenversicherungsschutz für medizinische Eingriffe, die die Genderidentität bestätigen und Gender-Dysphorie reduzieren (2).

Clue ist bemüht, wissenschaftlich fundierte Informationen über Menstruation und Schwangerschaft für alle Nutzer:innen zur Verfügung zu stellen. Nur weil in der Vergangenheit Räume für Gesundheitsversorgung für Personen mit Vulvas, Gebärmüttern und Eierstöcken traditionell Räume für Frauen waren, bedeutet dies nicht, dass Trans- und nichtbinäre Menschen von ihnen ausgegrenzt werden sollten. Ganz im Gegenteil: Die Räume sollten angepasst werden, damit auch diese Menschen sich willkommen fühlen und allen Menschen, die eine medizinische Versorgung benötigen, unabhängig von ihrer Genderidentität eine zugängliche, inklusive Pflege angeboten wird. Die Erweiterung der Pflege um alle Genderidentitäten kommt letzten Endes allen zugute.

Clue wird immer trans-inklusiv sein

Clue kann in einer Welt, in der nur die Hälfte der Transgender-Menschen Zugang zu einer medizinischen Versorgung haben (9), Gesundheitsinformationen für Menschen zur Verfügung stellen, die sie benötigen.

Menschen der Transgender-Community, insbesondere Transgender-Schwarze und Transgender-PoC, haben weniger Zugang zu Gesundheitsversorgung. Transgender-Menschen schieben medizinische Untersuchungen häufiger auf oder umgehen sie, weil sie sich vor Diskriminierung durch das Fachpersonal fürchten. Dies wird dadurch verschlimmert, dass Trans-Menschen im Vergleich zu Cisgender-Menschen mit größerer Wahrscheinlichkeit in Armut leben und rund ein Drittel aller Transgender-Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt in ihrem Leben obdachlos sind (9).

Wir sind der Überzeugung, dass Trans-Menschen ein gleichberechtigter und inklusiver Zugang zur Gesundheitsversorung gewährt werden sollte (9).

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eine Illustration der Clue-Blume
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