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Foto, auf dem die Autorin Aubrey Bryan lächelnd erscheint.

Foto: Franz Grünewald. Direction Artistique: Marta Pucci

Lesezeit: 6 min

Wie das Tracken mit Clue mir dabei half, meine nichtbinäre Identität zu akzeptieren

Genderneutrale Sprache ist wichtiger, als du vielleicht denkst.

*Übersetzung: Judith Quijano

Manche Menschen trauern, wenn sie sich outen*. Ich wuchs in einem typischen, heterozentrischen amerikanischen Vorort auf und sah mich selbst als typisches heterosexuelles Mädchen. In meiner Pubertät verknallte ich mich in Jungs, gewöhnte mich daran, Verwandten auszuweichen, als sie mich fragten, ob ich einen Freund hätte und hatte meine zukünftige Hochzeit, die im Grunde wie die meiner Eltern aussehen sollte, schon im Detail geplant.

(*Mir ist klar, dass ich sehr privilegiert bin. Für viele Menschen geht das Coming Out mit weit größeren Herausforderungen einher.)

Als die Zeit für mich gekommen war, mein Queersein anzuerkennen, hatte ich das Gefühl, etwas zu verlieren. Ich realisierte, dass ich die Fragen meiner Verwandten nie so beantworten würde, wie sie es von mir erwarteten. Mir wurde klar, dass ich niemals die Hochzeit haben würde, die ich mir in meiner Kindheit und Jugend erträumt hatte. Ich trauerte um die Zukunft, die ich mir ausgemalt hatte und schuf in meiner Vorstellung eine neue.

Als ich begann, mein Queersein zu verkörpern, verlor ich plötzlich etwas, wovon ich gedacht hatte, dass ich es nie verlieren würde: den Trost, der mir bei oberflächlichen Mädchengesprächen zuteil wurde.

Ich erinnere mich daran, dass ich an einem warmen Abend in Philadelphia mit heterosexuellen Freund:innen im Biergarten saß und wir gemeinsam an unseren Drinks nippten. Es wurde über Themen gesprochen, zu denen ich keinen Zugang mehr hatte: Daten und Sex. Mein Queersein war noch zu neu für mich, um offen über meine Dating-Erfahrungen zu sprechen. Ich fühlte mich vom Gespräch ausgeschlossen. Ich hörte zu und nickte.

Ich erlebte mit anderen heterosexuellen Cis-Freund:innen ähnlich schwierige Situationen und klammerte mich an ein altes Ritual, das ich hoffte, nie zu verlieren: Das gemeinsame Klagen über unsere Periode.

Ich bekam meine Menstruation spät in der High School – als ich also in den Club eintrat, hatte ich das Gefühl, Jahre dieses besonderen Rituals verpasst zu haben. Kollektives Jammern und Seufzen über Krämpfe, einander Tampons zuspielen, Symptome vergleichen – all das war ein Übergang ins Erwachsensein, eine geheime Sprache, ein Raum, in dem wir gesellschaftliche Barrieren überwinden und intime Gespräche über unseren Körper führten und Vertrauen zu anderen Menstruierenden aufbauten, indem wir über Themen sprachen, die für Außenstehende Tabu waren.

4.8

Ein Bild einer Fünf-Sterne-Bewertung

Clue nutzt gendergerechte Sprache für mehr Inklusion.

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Es dauerte lange, ehe ich erkannte, wie ich an der Geborgenheit dieses Bandes festhielt und wie die Beziehung zu meiner Periode unbewusst meinem Frausein-Gefühl Halt gab.

Als queere Person und Mensch, der sein Bestes tut, um intersektionalen Feminismus (eine Art Feminismus, der erkennt, dass zur Überwindung einer Unterdrückungsform auch andere Diskriminierungsformen berücksichtigt werden müssen) zu praktizieren, sehe ich jetzt, wie beschränkt diese Denkweise war. Ich wusste im Grunde, dass nicht alle Frauen eine Menstruation haben und dass nicht alle Menschen, die eine Menstruation haben, Frauen sind. Zu dieser Zeit waren jedoch nicht viele Trans*- oder nichtbinäre Menschen in meinem Leben und unabhängig davon hatte ich nie darüber nachgedacht, diese inklusiven Prinzipien bei mir selbst anzuwenden.

Als ich von Clue hörte, beeindruckte mich die Inklusivität und die Art und Weise, wie dort betont wurde, dass es sich um eine App für jeden Menschen handelt, der menstruiert. Ich begann, meine Menstruation zu tracken, bewarb mich bei Clue und bekam den Job.

Je länger ich mit der App meinen Zyklus trackte, desto weiter entwickelte sich meine Denkweise. Als ich den Gedanken losließ, dass der Menstruationszyklus grundsätzlich mit dem Geschlecht zusammenhängt, konnte ich auch die Verbindung zwischen meiner Menstruation und meinem Geschlecht loslassen.

Eine Episode des Clue-Podcasts Hormonal hat, auf English, den Titel "PMS is Real. PMS Isn't Real" (PMS ist echt, PMS ist nicht echt). Darin wird die Verbindung zwischen PMS und gesellschaftlichen Erwartungen und Stereotypen sorgfältig beleuchtet. Früher dachte ich, dass mein schlimmstes PMS-Symptom meine Stimmungsschwankungen waren. Ich erzählte Leuten, dass es immer einen Tag vor dem Einsetzen meiner Menstruation gab, an dem ich in Tränen ausbrach, wütend wurde und irrational war. Ich war fast schon stolz darauf, jemand zu sein, der dieses stereotype "Frauen"-Symptom hat.

Nachdem ich meine Menstruation mehrere Monate getrackt hatte, konnte ich in meinen Stimmungsschwankungen kein Muster mehr erkennen. Heute weiß ich, wie ich die gesellschaftlichen Ansichten einer Frau mit PMS als Erklärung für meine wahren, komplexen Gefühle nutzte.

Durch das Tracken begann ich, meine Menstruation und Symptome nicht als Charakteristika meines Geschlechts zu sehen, sondern als Signale, über die mein Körper mit mir kommuniziert und mir mitteilt, in welcher Zyklusphase ich mich befinde. Es handelte sich um Hormonzyklen, die jede:r unabhängig von ihrem/seinem Geschlecht/Gender (zugeteilt oder nicht) hat.

Mit diesem neuen Wissen rissen auch die letzten Verbindungen mit meinem Geschlecht. Als ich mich dann in einer Community in einer stolzen, offenen und diversen Stadt wiederfand, fühlte ich mich endlich frei, um die letzte Hürde meines Queerseins zu überwinden. Und das konnte ich ohne das Gefühl tun, etwas verloren zu haben. Das ist die Macht der Sprache.

Leider schafft genderneutrale Sprache rund um das Thema Menstruation häufig Spannungen. Oft fühlen sich manche Menschen durch die Weiterentwicklung der Sprache gestärkt, während andere das Gefühl haben, dass ihnen etwas weggenommen wurde. Das Gefühl, nicht mehr auf dem neuesten Stand zu sein oder die Sorge, jemandem durch die Verwendung einer veralteten Redeweise zu nahe zu treten, kann unangenehm sein.

In der englischsprachigen Welt findet aktuell ein großer Wandel hin zu mehr allgemein andwendbaren genderneutralen Worten statt: So wurde der Terminus "Latinx" als geschlechtslose Alternative zu Latina/o eingeführt und Merriam-Webster kürte den Singular "they" 2019 zum Wort des Jahres. Auch wenn es Zeit braucht, um sich anzupassen, weisen diese Begriffe unsere Sprache doch in eine notwendige Richtung. Sie fordern uns als breite Gesellschaft auf, Menschen außerhalb der binären Geschlechterordnung anzuerkennen und ihnen eine Stimme zu geben.

Ebenso wie sich unser Verständnis von Geschlecht und Gender weiterentwickelt, sollte sich auch unser Bild von der Menstruation entfalten.

Unabhängig von der Genderdebatte ist Menstruation eine stark variable Erfahrung, die für verschiedene Menschen Unterschiedliches bedeutet. Das Ergebnis einer genderneutraleren Sprache ermöglicht es, jene Menschen, die weniger normative Erfahrungen mit Menstruation machen, in den Diskurs miteinzubeziehen (und sicherzustellen, dass sie die Unterstützung erhalten, die sie brauchen). Dies umfasst jede Person von trans-Männern bis zu Cis-Frauen in den Wechseljahren – schließlich definiert nicht der Zyklus die Gender-Erfahrung einer Person.

Die Sprache, die Clue verwendet und die mich befähigt hat, meine nichtbinäre Identität zu begrüßen, könnte auch transmännliche Menschen befähigen, die Symptome von Endometriose oder PCOS zu erkennen. Wenn diese Sprache vom medizinischen Fachpersonal allgemein anerkannt würde, könnten diese Menschen ihre Ärzt:innen sorgenfrei aufsuchen – ganz ohne Angst, dass ihre Identität entwertet werden könnte. Fakt ist, dass Menschen aller Geschlechter ihre Periode haben und dass ein barrierefreier Zugang zu Unterstützung und Informationen uns allen zugute kommt.

Das Tabu, das ich als Teenagerin spürte, als ich über meine Periode sprach, existiert bis heute und wir werden es nur dann wirklich brechen können, wenn wir es für alle Menschen brechen. Genderneutrale Sprache ist kein Trend oder eine Modeerscheinung. Sie ist vielmehr eine Bewegung, die mehr Menschen befähigen soll, ihre Erfahrungen zum Thema Menstruation oder andere auf authentische und ehrliche Art und Weise zu teilen. Es bedarf großer, weiterer Bemühungen, um im Englischen und in anderen Sprachen genderneutrale Terminologien zu verwenden – doch ebnen Unternehmen wir Clue, Thinx, Aisle und andere schon heute den Weg für eine bessere, inklusivere Zukunft. Und das ist Grund zum Feiern.

Lade Clue herunter, um deine Menstruation zu tracken.

eine Illustration der Clue-Blume
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