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An image of an implant

Illustration: Marta Pucci

Hormonimplantat: Mythen und Irrtümer

Beeinträchtigt es meine Fruchtbarkeit? Kann es im Körper verloren gehen?

Das Wichtigste zum Thema

  • Veränderungen deiner Blutungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen des Hormonimplantats.

  • Nach dem Entfernen des Hormonimplantats kannst du schnell wieder schwanger werden.

  • Stimmungsschwankungen gehörten über einen Anwendungszeitraum von drei Jahren zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen.

Das Hormonimplantat ist eine lang wirkende, reversible Verhütungsmethode. Es wird direkt unter die Haut am Oberarm eingesetzt. In den USA ist nur eine Art von Hormonimplantat erhältlich: ein dünnes, biegsames Stäbchen, das etwa so groß wie ein Streichholz ist und das Gestagen Etonogestrel enthält (1). In anderen Teilen der Welt gibt es auch Implantate, die aus zwei Stäbchen bestehen und das Gestagen Levonorgestrel enthalten (1, 2).

Hormonimplantate gehören zu den besonders sicheren Verhütungsmethoden.

Von 100 Personen, die ein Jahr lang mit dem Hormonimplantat verhüten, wird weniger als eine Person schwanger (1). Zum Vergleich: Bei der typischen Anwendung der Antibabypille, also wenn sie nicht immer genau nach Vorschrift eingenommen wird, werden innerhalb eines Jahres 7 von 100 Personen schwanger (1).

Nach dem Einsetzen kann das Hormonimplantat je nach Modell 3 bis 5 Jahre im Körper bleiben (2, 3).

Auch wenn das Hormonimplantat sehr zuverlässig und unkompliziert in der Anwendung ist, sind Fragen und Bedenken bei einer Verhütungsmethode, die unter die Haut eingesetzt wird, ganz normal. In einer Studie mit australischen Frauen, die noch nie ein Hormonimplantat verwendet hatten, schätzten einige die Zuverlässigkeit und den Komfort dieser Methode. Andere machten sich dagegen Sorgen über mögliche Nebenwirkungen, langfristige Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit oder Schmerzen beim Einsetzen und Entfernen (4). Manche Menschen fühlen sich auch bei dem Gedanken unwohl, einen „Fremdkörper“ unter der Haut zu haben (5).

Lies weiter und erfahre, was dich mit einem Hormonimplantat erwartet und was an den häufigsten Mythen und Irrtümern wirklich dran ist.

Tut das Einsetzen des Hormonimplantats weh?

Bevor das Hormonimplantat eingesetzt wird, wird die Stelle örtlich betäubt (2, 3). Wenn das Betäubungsmittel gespritzt wird, spürst du möglicherweise einen kurzen Pieks durch die Nadel. Das Mittel selbst kann für ein paar Sekunden ein Stechen oder Brennen verursachen. Danach ist die Stelle taub, sodass du vom Einsetzen des Implantats nichts spüren solltest. In den ersten ein bis zwei Tagen kann sich die Stelle etwas wund anfühlen oder ein blauer Fleck entstehen.

Wenn du nach den ersten Tagen weiterhin Schmerzen oder Beschwerden hast, wende dich an deine:n Ärzt:in. In einer Studie mit 301 Personen, denen ein Hormonimplantat eingesetzt wurde, berichteten 11 % anschließend von Blutergüssen und/oder Schmerzen an der Einsetzstelle (6). In einer weiteren Studie mit 330 Personen, die das Implantat bis zu zwei Jahre lang verwendeten, berichteten weniger als 3 % von gelegentlichen leichten Schmerzen an der Einsetzstelle (7).

Beeinträchtigt das Hormonimplantat meine Fruchtbarkeit langfristig?

Zwischen 76 und 100 % der Personen werden innerhalb des ersten Jahres nach dem Entfernen des Hormonimplantats schwanger. Das entspricht ungefähr den Schwangerschaftsraten nach dem Absetzen anderer Verhütungsmethoden (8). Bei Schwangerschaften, die nach dem Entfernen des Implantats entstehen, besteht kein erhöhtes Risiko für angeborene Fehlbildungen oder gesundheitliche Probleme beim Baby (8).

Kann das Hormonimplantat in meinem Körper verloren gehen?

Manchmal kann es beim Einsetzen des Hormonimplantats zu Problemen kommen. Wird das Implantat zu tief eingesetzt, lässt es sich unter der Haut möglicherweise nur schwer ertasten und ist schwieriger zu entfernen.

Die Einsetzhilfe für das Etonogestrel-Implantat wurde überarbeitet, um das Risiko eines zu tiefen Einsetzens zu verringern (1). In seltenen Fällen ist das Implantat gar nicht „verloren gegangen“, sondern wurde von Anfang an nicht eingesetzt. Deshalb sollte dein:e Ärzt:in direkt nach dem Einsetzen durch Abtasten überprüfen, ob das Implantat tatsächlich unter der Haut liegt (1). Wenn sich das Implantat nicht ertasten lässt – egal ob unmittelbar nach dem Einsetzen oder zu einem späteren Zeitpunkt –, kann es mithilfe einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung lokalisiert werden (1).

Nach dem Einsetzen bleiben die meisten Implantate an ihrer ursprünglichen Stelle oder verschieben sich nur um wenige Millimeter (9). Es wurden allerdings einzelne Fälle dokumentiert, in denen sich das Implantat um mehrere Zentimeter verschoben hat oder sogar über ein Blutgefäß bis in die Lunge gewandert ist (1, 10–12). Solche Fälle sind jedoch selten.

Kann das Hormonimplantat Depressionen auslösen oder meine Stimmung beeinflussen?

Über einen Anwendungszeitraum von drei Jahren gehörten Stimmungsschwankungen mit 5,8 % zu den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (13). In einer internationalen Studie mit 942 Personen, die das Hormonimplantat verwendeten, ließen sich etwa 4 % das Implantat aufgrund von Veränderungen ihrer Stimmung oder psychischen Gesundheit entfernen. Dazu gehörten Stimmungsschwankungen, Nervosität und Depressionen (13).

In den USA ließen sich mehr Personen das Hormonimplantat aufgrund berichteter psychischer Veränderungen entfernen als in den anderen untersuchten Ländern (13).

In einer US-amerikanischen Studie mit 330 Personen, die das Hormonimplantat verwendeten, berichteten etwa 14 % von Stimmungsschwankungen und 7 % von Depressionen im Zusammenhang mit dem Implantat (7). Von den Personen, die sich das Implantat entfernen ließen, taten dies 6 % wegen Stimmungsschwankungen und 2 % wegen Depressionen (7).

Wird meine Periode durch das Hormonimplantat sehr unregelmäßig?

Veränderungen deiner Blutungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen des Hormonimplantats. Meistens werden die Blutungen mit dem Implantat schwächer. Bei manchen Menschen können sie aber auch stärker werden, besonders am Anfang (1). Im Durchschnitt treten mit dem Implantat an weniger Tagen Blutungen oder Schmierblutungen auf als bei Menschen mit einem natürlichen Menstruationszyklus. Allerdings lässt sich oft nicht vorhersagen, wann diese Blutungen auftreten (1, 14).

Längere oder häufige Blutungen und Schmierblutungen kommen besonders in den ersten Monaten nach dem Einsetzen des Hormonimplantats vor (1).

Etwa 11 % der Personen, die das Hormonimplantat verwenden, lassen es aufgrund unregelmäßiger Blutungen entfernen. Häufige oder lang anhaltende Blutungen sind dabei die beiden häufigsten Gründe für eine Entfernung aufgrund von Blutungsveränderungen (14). Fast ein Viertel der Personen mit Hormonimplantat hat überhaupt keine Blutungen. Bei einem weiteren Drittel kommt es im Durchschnitt seltener als einmal im Monat zu Blutungen oder Schmierblutungen (14). Nach sechs Monaten entwickelt sich bei den meisten Personen ein Blutungsmuster, mit dem sie zufrieden sind. Etwa ein Drittel empfindet das eigene Blutungsmuster aber auch nach sechs Monaten noch als unzufriedenstellend (1).

Wenn dich die Veränderungen deiner Blutungen durch das Hormonimplantat stören, sprich mit deiner:m Ärzt:in über mögliche Behandlungsmöglichkeiten. Wenn du das Implantat behalten möchtest, können bestimmte Medikamente helfen, die Blutungen kurzfristig zu kontrollieren. Dazu gehören beispielsweise Ibuprofen, kombinierte hormonelle Verhütungsmittel oder Östrogene (15).

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Wird mein:e Partner:in merken, dass ich ein Hormonimplantat habe?

Normalerweise ist das Hormonimplantat unter der Haut nicht sichtbar. Es hinterlässt allerdings eine kleine Narbe und lässt sich unter der Haut ertasten (1). Nach dem Einsetzen wird die Stelle für einige Tage mit einem Verband abgedeckt (2, 3). Außerdem kann beim Einsetzen ein blauer Fleck am Arm entstehen, der erst nach einigen Tagen wieder verschwindet (1).

Fazit

Das Hormonimplantat ist für viele Menschen eine gute Verhütungsmethode, da es für die meisten sicher geeignet, sehr zuverlässig und im Alltag unkompliziert ist (1). Wie bei jedem Medikament kann es jedoch Nebenwirkungen geben, über die du dich vor dem Einsetzen informieren solltest. Wichtig ist dabei, dass nicht alle Menschen die gleichen Erfahrungen machen.

Wenn du deine Symptome in Clue trackst, kannst du besser erkennen, ob deine neue Verhütungsmethode Nebenwirkungen verursacht. Beim Hormonimplantat hilft dir Clue außerdem dabei, Veränderungen deiner Blutungen nach dem Einsetzen zu beobachten und festzustellen, ob sich dein Blutungsmuster mit der Zeit verändert oder verbessert.

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