Illustration: Emma Günther
Was ist In-vitro-Fertilisation (IVF) und werde ich sie brauchen, um schwanger zu werden?
IVF kann ein einschüchternder und überwältigender Prozess sein. Lass uns das Schritt für Schritt durchgehen.

Das Wichtigste zum Thema IVF
In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Methode der assistierten Reproduktion, bei der Eizellen mit Spermien außerhalb des Körpers in einem Labor zusammengebracht und befruchtet werden.
Sie wird meistens zur Behandlung von Unfruchtbarkeit eingesetzt.
IVF kann die Chancen auf eine Schwangerschaft und eine Lebendgeburt erhöhen, aber die Erfolgsraten hängen von individuellen Faktoren ab.
Der Versuch, schwanger zu werden, kann für verschiedene Leute unterschiedliche Erfahrungen mit sich bringen. Während viele Paare in den ersten Monaten schwanger werden, kann es bei anderen oft länger dauern – sogar bis zu einem Jahr (1). Einige haben möglicherweise Schwierigkeiten, schwanger zu werden, oder werden mit Unfruchtbarkeit diagnostiziert. Glücklicherweise gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen können.
In diesem Artikel wird eine der bekannteren Arten der assistierten Reproduktionstechnologie (ART) erklärt: wie sie funktioniert, warum sie angewendet wird, welche Risiken sie birgt und wie hoch die Erfolgsraten sind. Wenn du dich fragst, ob du einen Fertilitätsspezialisten aufsuchen solltest, haben wir diesen Leitfaden für dich geschrieben.
Was ist also In-vitro-Fertilisation (IVF)?
In-vitro-Fertilisation (IVF) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem Eizellen (Oozyten) chirurgisch aus den Eierstöcken entnommen und in einer Petrischale mit Spermien befruchtet werden („in vitro” ist Lateinisch für „im Glas”) (2,3). Die befruchteten Eizellen werden mehrere Tage lang kultiviert, bis sie das Embryonalstadium erreichen, und anschließend in die Gebärmutter eingesetzt, um eine Schwangerschaft herbeizuführen (2).
Warum wird eine In-vitro-Fertilisation (IVF) durchgeführt?
Je nach deiner individuellen Situation kann dein Fertilitätsarzt dir vor einer IVF weniger invasive Behandlungsoptionen vorschlagen. Dazu gehören die Einnahme von Medikamenten zur Steigerung der Eizellenproduktion (Ovulationsinduktion) und/oder die intrauterine Insemination (IUI) – ein Verfahren, bei dem gewaschene Spermien zum Zeitpunkt des Eisprungs direkt in die Gebärmutter eingebracht werden (4). Wenn diese Behandlungen aber nicht erfolgreich sind oder wenn die Eileiter beschädigt sind, eine medizinische oder genetische Erkrankung vorliegt oder Probleme mit der Gesundheit der Eizellen oder Spermien bestehen, kann die IVF die beste Option für eine Schwangerschaft sein (4-6).
Du kannst eine IVF in Betracht ziehen, wenn bei dir oder der Person, mit der du versuchst, schwanger zu werden, eine der folgenden Erkrankungen vorliegt:
Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): PCOS kann zu hormonellen Störungen führen, die den Eisprung und die Empfängnis beeinträchtigen können (7). Wenn keine anderen Faktoren die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, ist die Ovulationsinduktionstherapie in der Regel die erste und zweite Behandlungsoption, bevor man zur IVF übergeht (7).
Endometriose: Endometriose ist eine häufige Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, an anderen Stellen außerhalb der Gebärmutter wächst (8). Endometriose kann die Funktion der Eierstöcke, Eileiter und Gebärmutter beeinträchtigen und so die Empfängnis erschweren (8). Bei mittelschwerer bis schwerer Endometriose kann eine IVF empfohlen werden (4,9).
Verstopfte oder beschädigte Eileiter: Im Eileiter findet die Befruchtung (das Zusammentreffen von Spermium und Eizelle) statt. Verstopfte oder beschädigte Eileiter können die Befruchtung der Eizelle oder den Transport des Embryos in die Gebärmutter erschweren (5). Eine Beckenentzündung in der Vorgeschichte und frühere Eileiteroperationen sind häufige Ursachen für Eileiterschäden und machen 25–35 % aller Fälle von Unfruchtbarkeit aufgrund weiblicher Faktoren aus (5)
Frühere Eileiterunterbindung oder -entfernung: Durch die dauerhafte Unterbindung der Eileiter wird eine Schwangerschaft verhindert, indem die Eileiter blockiert oder entfernt werden (5). Um nach einer Eileiterunterbindung oder -entfernung schwanger zu werden, kann die IVF eine Alternative zur Rückgängigmachung der Eileiterunterbindung sein (5).
Probleme mit der Spermienproduktion oder Spermienqualität: Eine untypische Struktur oder Funktion der Spermien, wie zum Beispiel eine veränderte Beweglichkeit (die Fähigkeit der Spermien, zum Ei zu schwimmen), eine untypische Form, Veränderungen der DNA oder Proteine und eine geringere Spermienzahl sind alles Faktoren, die die Fähigkeit zur Empfängnis beeinflussen (10,11). Die Gesundheit der Spermien kann bei bis zu 20 % der unfruchtbaren Paare der einzige zugrunde liegende Faktor sein und bei weiteren 30–40 % ein beitragender Faktor (12).
Primäre Ovarialinsuffizienz (POI): Bezeichnet den Zustand, bei dem die Eierstöcke weniger funktionierende Follikel (mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die Eizellen enthalten) aufweisen, als dies normalerweise bei einer Person unter 40 Jahren der Fall ist. Personen mit POI, die keine eigenen Eizellen produzieren können, können eine IVF mit gespendeten Eizellen in Betracht ziehen (13).
Risiko der Weitergabe einer genetischen Störung: Die IVF bietet die Möglichkeit, vor der Implantation genetische Tests durchzuführen, um Embryonen auf bestimmte genetische Erkrankungen zu untersuchen, die von einem oder beiden Partnern vererbt werden können (6). Embryonen, die keine genetische Störung aufweisen, können in die Gebärmutter übertragen werden (6). Allerdings können nicht alle genetischen Erkrankungen getestet werden (6).
Unerklärliche Unfruchtbarkeit: wird diagnostiziert, wenn nach der Untersuchung auf häufige Ursachen keine offensichtliche Ursache festgestellt werden kann. Bei Paaren mit Schwierigkeiten bei der Empfängnis wird bei bis zu 30 % eine unerklärliche Unfruchtbarkeit diagnostiziert (14).
Verwendung von gespendeten Eizellen oder einer Leihmutter: Eine IVF mit gespendeten Eizellen ist eine Option für Personen, die aus verschiedenen Gründen ihre eigenen Eizellen nicht verwenden können (15). Wunscheltern ohne funktionierende Gebärmutter oder für die eine Schwangerschaft ein Gesundheitsrisiko darstellt, können sich für eine Leihelternschaft entscheiden. Dabei trägt eine andere Person den Fötus während der Schwangerschaft und Geburt aus, ohne die für die Empfängnis verwendete Eizelle bereitgestellt zu haben (15).
Wie läuft der IVF-Prozess ab?
1. Beratung und Tests
Der erste Schritt im IVF-Prozess ist ein Beratungsgespräch mit medizinischem Fachpersonal für Reproduktionsendokrinologie (REI) in einer zugelassenen Fertilitätsklinik. Dabei werden ein Bluttest, der sogenannte Anti-Müller-Hormon (AMH)-Test, weitere Hormonuntersuchungen sowie eine Ultraschalluntersuchung (Sonogramm) der Eierstöcke durchgeführt, um die Eierstockreserve zu bestimmen (16). Diese Tests geben Hinweise auf die Anzahl der Eizellen in den Eierstöcken, die für eine Befruchtung entnommen werden können. Dein Blut wird auch auf bestimmte Infektionskrankheiten, die Schilddrüsenfunktion und andere Marker für deinen allgemeinen Gesundheitszustand untersucht (3,16).
2. Stimulation der Eierstöcke
Sobald alle Tests abgeschlossen sind, wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, der als Protokoll bezeichnet wird. Dieses basiert auf dem Alter, den Hormonwerten sowie auf bestehenden oder früheren Erkrankungen der beteiligten Personen (17). Du beginnst damit, deinen Zyklus zu tracken. In einigen Fällen nimmst du möglicherweise die Antibabypille oder ein anderes Medikament namens Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonist (GnRHa) ein, um deine Eierstöcke auf die Stimulation vorzubereiten (3,18).
Wenn du bereit bist, mit der Stimulation zu beginnen, lernst du, wie du dir selbst Injektionen mit Gonadotropin-Hormonen wie dem follikelstimulierenden Hormon (FSH) und dem luteinisierenden Hormon (LH) verabreichst. Diese Injektionen regen deine Eierstöcke dazu an, mehr Follikel zu produzieren (3). Manche Leute nehmen die Hilfe ihres Partners oder ihrer Partnerin, eines Familienmitglieds oder eines Freundes in Anspruch. Es ist auch möglich, eine IVF ohne Stimulation der Eierstöcke durchzuführen, was als IVF im natürlichen Zyklus bezeichnet wird – diese Methode ist jedoch weniger verbreitet (3).
Während der Stimulation der Eierstöcke werden regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt, um deinen Hormonspiegel zu überwachen, sowie Ultraschalluntersuchungen, um das Wachstum der Follikel und die Verdickung deiner Gebärmutterschleimhaut zu beobachten (17). Die Stimulation der Eierstöcke als Teil deines IVF-Zyklus kann zwischen acht und zwölf Tagen dauern (19).
Sobald deine Follikel eine bestimmte Größe erreicht haben und deine Hormone einen bestimmten Spiegel erreicht haben, wirst du angewiesen, dir zu Hause eine Injektion mit humanem Choriongonadotropin (hCG) zu verabreichen (20). Diese Injektion wird manchmal als Trigger-Spritze bezeichnet und soll die Eizellen reifen lassen. Je nach Protokoll kannst du stattdessen auch einen GnRHa-Trigger erhalten (20).
3. Eizellentnahme und Spermiengewinnung
Ungefähr 36 Stunden nach der Triggerspritze bist du bereit für die Eizellentnahme (21). Der Eingriff findet normalerweise in deiner Fertilitätsklinik statt, während du unter Narkose oder Sedierung schläfst, und dauert in der Regel etwa 30 Minuten (22). Die gängigste Methode zur Entnahme der Eizellen ist die vaginale Ultraschallaspiration, bei der eine Ultraschallsonde in deine Vagina eingeführt wird, um die Follikel zu lokalisieren (21).
Dann wird eine Nadel durch die Scheidenwand in einen Follikel eingeführt (21). Mit einem an die Nadel angeschlossenen Absauggerät wird die Eizelle aus dem Follikel entnommen (21). Wie viele Eizellen in einem Zyklus der Eierstockstimulation gesammelt werden können, hängt von deinem Alter, deiner Eizellreserve, der Ursache der Unfruchtbarkeit und deiner Reaktion auf die Hormone ab (23).
Nach der Eizellentnahme kannst du leichte bis mäßige Schmerzen im Becken- und Bauchbereich haben (24). Diese Beschwerden klingen normalerweise innerhalb von ein bis zwei Tagen ab und können mit rezeptfreien Schmerzmitteln behandelt werden (24). Nach dem Eingriff kannst du dich aufgrund der Anästhesie oder Sedierung noch benommen fühlen, sodass du jemanden brauchst, der dich nach Hause fährt.
Am Tag der Eizellentnahme kann dein Partner oder deine Partnerin eine Spermaprobe in der Klinik abgeben (oder eine von zu Hause mitbringen). Alternativ taut die Klinik zuvor eingefrorenes Sperma deines Partners oder deiner Partnerin oder das Sperma eines Spenders auf (25).
4. Befruchtung und Embryonalentwicklung
Kurz nach der Eizellentnahme und der Spermagewinnung werden die Eizellen mit den Spermien in einer Petrischale zusammengebracht, um die Befruchtung zu ermöglichen. In manchen Fällen wählt ein Embryologe (ein Wissenschaftler, der mit Embryonen arbeitet) sorgfältig ein Spermium aus und injiziert es direkt in die Eizelle (2). Diese Methode der Befruchtung wird als intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) bezeichnet und wird am häufigsten angewendet, wenn Probleme mit der Spermienqualität vorliegen oder frühere IVF-Versuche erfolglos waren (26).
In den nächsten drei bis fünf Tagen beobachtet ein Embryologe die befruchteten Eizellen, während sie sich zu Embryonen entwickeln (3). Am fünften Tag haben die Embryonen das Blastozystenstadium erreicht, und dann findet normalerweise der Embryotransfer statt, obwohl er in manchen Fällen auch früher erfolgen kann (3,27). Nicht transferierte Embryonen können für eine spätere Verwendung eingefroren werden (27). Normalerweise werden nicht alle Eizellen befruchtet, und nicht alle befruchteten Eizellen entwickeln sich zu Blastozysten (23,27).
Kurz nach der Befruchtung wird dein Arzt oder deine Ärztin dir wahrscheinlich zusätzliches Progesteron als Injektion, Vaginalzäpfchen oder Vaginalgel verschreiben (28). Dieses Hormon hilft dabei, deine Gebärmutterschleimhaut auf den Embryotransfer und die Einnistung vorzubereiten (28). Dieses Medikament wird normalerweise bis zu einem positiven Schwangerschaftstest und bis zur 12. Schwangerschaftswoche eingenommen, aber dein Arzt wird dich diesbezüglich beraten (28).
5. Untersuchung der Embryonen
Wenn eine Präimplantationsdiagnostik (PGT) geplant ist, werden die Embryonen biopsiert (einige Zellen werden aus dem Embryo entnommen und genetisch untersucht) (6). Mit PGT kann auf Aneuploidie (wenn der Embryo eine falsche Anzahl von Chromosomen hat) oder auf eine bestimmte bekannte genetische Erkrankung getestet werden (6). Nicht alle genetischen Erkrankungen können getestet werden (6). Getestete Embryonen werden normalerweise eingefroren, bis die Ergebnisse vorliegen. Wenn der Embryo die richtige Anzahl von Chromosomen (Euploidie) hat oder nicht von der bestimmten genetischen Erkrankung betroffen ist, kann er in die Gebärmutter übertragen werden (6).
6. Embryotransfer
Der Embryotransfer findet normalerweise drei bis fünf Tage nach der Eizellentnahme statt oder, wenn du eingefrorene Embryonen verwendest (ein Frozen Embryo Transfer oder FET), sobald deine Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung bereit ist (2). Die Anzahl der transferierten Embryonen hängt von deinem Alter, dem Embryonalstadium, der Embryonenqualität und deinen persönlichen Präferenzen ab (3). Der Embryotransfer braucht keine Betäubung oder Sedierung, du bist also während des Eingriffs wach (29).
Unter Ultraschallkontrolle wird ein dünner Katheter durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter eingeführt. Eine Spritze mit einem oder mehreren Embryonen wird daran befestigt, und durch vorsichtiges Drücken des Kolbens wird der Embryotransfer in die Gebärmutter durchgeführt (29). Abgesehen von möglichen leichten Beschwerden ist der Eingriff in der Regel schmerzfrei, und du kannst direkt danach nach Hause gehen (24,30).
7. Schwangerschaftstest
Etwa zwei Wochen nach dem Embryotransfer wird ein Bluttest gemacht, um zu sehen, ob sich der Embryo in der Gebärmutter eingenistet hat und eine Schwangerschaft entstanden ist. Manchmal wird dir empfohlen, einen Schwangerschaftstest zu Hause zu machen und das Ergebnis deiner Klinik mitzuteilen. Es ist wichtig, dass du keinen Schwangerschaftstest zu Hause machst, bevor deine Klinik dir das sagt, weil ein zu früher Test zu einem falsch positiven Ergebnis (wenn deine Auslösespritze hCG enthielt) oder einem falsch negativen Ergebnis (wenn es noch zu früh ist, dass die Schwangerschaft genug hCG produziert) führen kann (31).
Welche Risiken sind mit einer In-vitro-Fertilisation (IVF) verbunden?
Die IVF ist ein gängiges Verfahren, das als kleiner chirurgischer Eingriff gilt. Schwerwiegende Komplikationen im Zusammenhang mit den Medikamenten und der Eizellentnahme sind selten (24). Wie bei allen medizinischen Eingriffen kann es jedoch zu unerwarteten Zwischenfällen kommen.
Zu den Risiken gehören:
Ovariales Hyperstimulationssyndrom (OHSS): Das OHSS ist eine Komplikation der ovariellen Stimulation (32). Die meisten Symptome (Übelkeit, Blähungen und Beschwerden in den Eierstöcken) sind mild und können mit rezeptfreien Schmerzmitteln behandelt werden (32). In sehr seltenen Fällen kann ein schweres OHSS lebensbedrohlich sein (32). Es ist wichtig, dass du dich an deine Fertilitätsklinik wendest, wenn du folgende Symptome hast:
Atembeschwerden
Anhaltendes Erbrechen oder Übelkeit
Schwierigkeiten, Flüssigkeiten zu vertragen
Bauchschwellung
Verminderte Harnausscheidung
Plötzlich auftretende Bauchschmerzen
Komplikationen bei der Eizellentnahme: Dein medizinisches Fachpersonal wird dir genaue Anweisungen geben, aber mögliche Probleme könnten Blutungen, Infektionen und Thrombosen (Blutgerinnsel, die Venen oder Arterien verstopfen) sein (24). Auch die Narkose oder Betäubung kann zu unerwarteten Ereignissen führen. Dein Anästhesist kann dich darüber aufklären.
Mehrlingsschwangerschaft (Schwangerschaft mit mehr als einem Fötus): Die Richtlinien für die Fertilitätsbehandlung zielen darauf ab, die Chancen auf eine Schwangerschaft zu maximieren und gleichzeitig das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu minimieren (33). Der Transfer mehrerer Embryonen erhöht die Lebendgeburtenrate pro Transfer, aber auch das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft (33). Eine Schwangerschaft mit mehr als einem Fötus erhöht das Risiko schwerwiegender, potenziell lebensbedrohlicher Komplikationen sowohl für die schwangere Person als auch für das Kind (33). Der beste Weg, das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft zu begrenzen, ist der Transfer eines einzelnen Embryos (33).
Emotionale Auswirkungen: Die Diagnose Unfruchtbarkeit kann viele schwierige Emotionen hervorrufen, darunter Traurigkeit, Scham, Schuldgefühle, Wut und Kontrollverlust (34). Die Anwendung der IVF kann körperlich, emotional und finanziell sehr anstrengend sein (35). Die IVF wird manchmal als „letzte Chance” auf eine biologische Elternschaft angesehen, aber es gibt keine Garantie dafür, dass das Verfahren erfolgreich ist oder zu einer Lebendgeburt führt (35). Selbstfürsorge und die Unterstützung durch Freunde, Familie und Fertilitätsberater können Ihnen helfen, mit den Unsicherheiten der Behandlung umzugehen (35).
Wie hoch sind meine Chancen auf eine Lebendgeburt mit In-vitro-Fertilisation (IVF)?
Fruchtbarkeitskliniken und Organisationen wie die Society for Assisted Reproductive Technology (SART) veröffentlichen Daten zu den Ergebnissen der IVF-Zyklen, die jedes Kalenderjahr durchgeführt werden (36). Diese Daten können dir zwar eine Vorstellung von den durchschnittlichen Erfolgschancen pro IVF-Zyklus und Embryotransfer vermitteln, aber es ist wichtig, dass du deine medizinischen Entscheidungen nicht von diesen Zahlen abhängig machst. Diese Statistiken treffen möglicherweise nicht auf eine einzelne Person oder ein Paar zu, da die Erfolgsraten der IVF je nach individuellen Faktoren und Behandlungsmerkmalen stark variieren (37).
Zu diesen individuellen Faktoren gehören:
Alter bei Schwangerschaft: Je jünger du bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass die IVF zu einer Lebendgeburt führt, wenn du deine eigenen Eizellen verwendest (37, 39).
Qualität und Anzahl der Embryonen: Eine höhere Anzahl hochwertiger Embryonen, die für den Transfer zur Verfügung stehen, geht mit einer höheren Lebendgeburtenrate einher (38, 39).
Ursache der Unfruchtbarkeit: Bei einigen Ursachen für Unfruchtbarkeit kann die IVF zu besseren Ergebnissen führen als bei anderen, aber das ist je nach Studie unterschiedlich (38, 39). Zum Beispiel kann eine IVF-Behandlung bei PCOS-bedingter Unfruchtbarkeit zu besseren Lebendgeburten führen als bei anderen Ursachen für Unfruchtbarkeit (39).
Reproduktionsgeschichte: Wenn du schon mal ein Kind bekommen hast, ist die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt durch IVF vielleicht höher als bei jemandem, der noch nie ein Kind bekommen hat (38, 39). Die Erfolgsraten sind niedriger bei Personen, die schon mal eine IVF gemacht haben, aber nicht schwanger geworden sind (38, 39).
Dieser Artikel soll dir einen Überblick über die IVF und was dich erwartet geben, aber es ist wichtig, mit deinem medizinischen Fachpersonal über deinen speziellen Fall und alle Faktoren zu reden, die deine Behandlung beeinflussen könnten.