Exklusives Website-Angebot 🎁 25% Rabatt auf Clue Plus
Jetzt abonnieren

Illustration: Marta Pucci

Toxisches Schocksyndrom (TSS) und Periodenprodukte: ein kurzer Rückblick

Das Wichtigste zum Thema:

  • Das toxische Schocksyndrom (TSS) kann tödlich verlaufen, ist aber sehr, sehr selten. In den USA erkrankt pro Jahr etwa 1 von 100.000 menstruierenden Personen an TSS.

  • Um an TSS zu erkranken, musst du mit den Bakterien in Kontakt kommen, die TSS verursachen. Wenn diese Bakterien nicht vorhanden sind, kannst du kein TSS entwickeln.

  • Die Tamponmarke, die Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre mit TSS-Fällen in Verbindung gebracht wurde, wurde in den 1980er-Jahren vom Markt genommen.

  • Medizinisches Fachpersonal empfiehlt, Tampons alle 4–8 Stunden zu wechseln, Menstruationstassen zu reinigen und sich die Hände zu waschen, bevor du etwas in deine Vagina einführst.

Was ist das toxische Schocksyndrom?

Das toxische Schocksyndrom (TSS) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Giftstoffe verursacht wird, die von den Bakterien Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes freigesetzt werden (1,2). Diese Bakterien werden häufig auch als Staphylokokken bzw. Streptokokken bezeichnet. TSS im Zusammenhang mit der Menstruation und der Verwendung von Periodenprodukten wird in der Regel durch Staphylokokken verursacht (3,4).

Warum TSS genau entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Um TSS zu entwickeln, müssen die entsprechenden Bakterien vorhanden sein. Das allein bedeutet jedoch nicht, dass du auch an TSS erkrankst. Manche Menschen haben Staphylokokken und Streptokokken von Natur aus auf der Haut und an Körperöffnungen, wie der Vagina oder der Nase, ohne dass die Bakterien jemals gesundheitliche Probleme verursachen (4–6). In der Regel entsteht TSS durch das Zusammenspiel dieser Bakterien mit einem weiteren Faktor.

Die Periode verändert beispielsweise den pH-Wert der Vagina (6), wodurch sich die Bakterien, die TSS verursachen, leichter vermehren können. Bei einer Infektion der Haut mit Staphylokokken oder Streptokokken können die von den Bakterien freigesetzten Giftstoffe wiederum über einen Schnitt oder eine andere Wunde in den Blutkreislauf gelangen und TSS verursachen. Kinder und junge Erwachsene haben möglicherweise ein erhöhtes Risiko, an TSS zu erkranken (6,7), da ihr Immunsystem die natürliche Besiedlung mit Staphylokokken und Streptokokken weniger gut kontrollieren kann.

Nutzt du Clue, um deine Blutungsmuster zu tracken.

  • Lade die Clue App im App Store herunter
  • Lade die Clue App im Play Store herunter
Standardbild für iOS

Zum Glück ist TSS selten. Schätzungen aus den Jahren 2000–2006 zufolge liegt das Risiko für TSS in den USA bei etwa 1 von 100.000 menstruierenden Personen (7). Im Jahr 2017 wurde bei nur 24 Personen TSS diagnostiziert, das nicht durch Streptokokken verursacht wurde (und somit vermutlich größtenteils auf Infektionen mit Staphylokokken zurückzuführen war) (8).

Obwohl das Risiko für TSS sehr gering ist, kam es Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre zu einem TSS-Ausbruch, der mit einem bestimmten Tampon und einigen der damals verwendeten Materialien in Verbindung gebracht wurde. Während dieses Ausbruchs war das TSS-Risiko 6- bis 12-mal höher als heute (3). Inzwischen wissen wir mehr über TSS, und die US-Regierung hat strengere Anforderungen an Tests (6) und die Kennzeichnung von Tampons eingeführt. Dadurch sind Tampons heute deutlich sicherer.

Der Ausbruch des toxischen Schocksyndroms in den USA

Die Bezeichnung TSS wurde erstmals 1978 verwendet (4,6). Ins öffentliche Bewusstsein rückte die Erkrankung jedoch 1980, als es in den USA zu einem Ausbruch kam. Im Januar 1980 erhielten die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Berichte über junge, ansonsten gesunde Frauen, die plötzlich an TSS erkrankten (6,9,10). Zwischen 1979 und 1980 wurde bei 1.365 Frauen in den USA TSS diagnostiziert (3).

Erste Befragungen von Menschen, die an TSS erkrankt waren, deuteten darauf hin, dass die Menstruation mit TSS zusammenhängen könnte. Es waren jedoch weitere Informationen nötig, um herauszufinden, warum diese Fälle plötzlich auftraten. Forschende und medizinisches Fachpersonal führten Befragungen und mehrere Fall-Kontroll-Studien durch, um herauszufinden, wie sich Frauen mit TSS von Frauen unterschieden, die nicht daran erkrankten (9,10). Bei Fall-Kontroll-Studien werden Menschen mit einer bestimmten Erkrankung mit Menschen verglichen, die diese Erkrankung nicht haben. In diesem Fall wurden die Frauen zu verschiedenen Aspekten ihres Verhaltens und ihrer Gesundheit befragt, darunter zu ihren Menstruationszyklen und den verwendeten Periodenprodukten (6,9,10).

Schließlich bestätigten die Forschenden den ursprünglichen Verdacht, dass TSS mit der Menstruation zusammenhing. Sie stellten fest, dass Frauen mit TSS häufiger Tampons verwendeten, insbesondere einen Tampon der Marke Rely (6,9). Dieser Tampon bestand aus neuartigen synthetischen Materialien und sollte saugfähiger sein als alle anderen damals erhältlichen Tampons (6,9).

Obwohl der Hersteller Procter & Gamble die Rely-Tampons testete, mussten sie nicht nach den für Medizinprodukte geltenden Standards geprüft werden (6). Das galt jedoch nicht nur für Rely: In den USA unterlagen alle Tampons, die vor 1976 auf den Markt kamen, nicht den Prüfstandards für Medizinprodukte (6). Rely war auch nicht der einzige Tampon mit synthetischen Materialien. In den 1960er- und 1970er-Jahren gingen viele große Hersteller dazu über, nicht mehr ausschließlich Baumwolle zu verwenden (6). Nach dem ersten Ausbruch wurden Rely-Tampons in den USA vom Markt genommen (6).

Nach dem großen Ausbruch führte die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) einheitliche Standards für die Saugstärke von Tampons ein. Dadurch erhielten Bezeichnungen wie „leicht“, „normal“ und „stark“ markenübergreifend dieselbe Bedeutung (3,11,12). Diese Standardisierung stieß sowohl bei Tamponherstellern als auch bei Forschenden und medizinischem Fachpersonal auf Widerstand (12). Die Hersteller wollten ihre internen Klassifizierungen nicht ändern. Forschende wiederum forderten bessere Untersuchungsmethoden, da zur Bestimmung der Saugfähigkeit von Tampons Kochsalzlösung (also eine Mischung aus Salz und Wasser) anstelle von Blut verwendet worden war (12).

Heute werden Periodenprodukte strenger getestet und sind sicherer als in den 1970er-Jahren. Drei synthetische Materialien, darunter das Material, aus dem Rely hergestellt wurde, werden heute nicht mehr verwendet (13).

Ursachen und Vorbeugung des toxischen Schocksyndroms

Warum die Periode und Tampons zur Entstehung von TSS beitragen, ist noch immer nicht vollständig geklärt. Wie bereits erwähnt, kann die Menstruation das TSS-Risiko erhöhen, da die Vagina während der Periode weniger sauer ist als in anderen Phasen des Zyklus. Dadurch entsteht ein günstigeres Umfeld für die Vermehrung von Staphylokokken (6).

Tampons verändern das natürliche Milieu im Körper – auch solche ohne synthetische Materialien, die beispielsweise ausschließlich aus Baumwolle bestehen. So gelangt durch Tampons Sauerstoff in die Vagina (13), was die Vermehrung von Bakterien begünstigen und zur Entstehung von TSS beitragen könnte. Es gibt außerdem die Hypothese, dass Tampons, insbesondere solche mit den heute nicht mehr verwendeten synthetischen Bestandteilen, einen idealen Nährboden für Staphylokokken bieten oder Materialien enthalten könnten, die von den Bakterien verwertet werden und so ihre Vermehrung fördern (6).

Aus diesen Gründen empfiehlt medizinisches Fachpersonal in der Regel, Tampons mit der niedrigsten benötigten Saugstärke zu verwenden und sie regelmäßig alle 4–8 Stunden zu wechseln (14).

Tampons sind der häufigste Faktor bei TSS im Zusammenhang mit der Periode (15). Grundsätzlich kann jedoch alles, was du in deinen Körper einführst, ein potenzielles Risiko darstellen, da dadurch Bakterien und/oder Sauerstoff eingebracht werden können. In sehr seltenen Fällen wurde über TSS nach der Verwendung von Menstruationstassen und bestimmten Verhütungsmitteln wie Spiralen und Diaphragmen berichtet (4,16–19). Bei allen Produkten, die du in deinen Körper einführst, ist es wichtig, die allgemeinen Hygieneregeln zu beachten.

Die besten Maßnahmen, um dich vor TSS im Zusammenhang mit Periodenprodukten und Verhütungsmitteln zu schützen, entsprechen den allgemeinen Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen:

  • Wasche dir die Hände gründlich mit Seife und warmem Wasser, bevor du Periodenprodukte oder Verhütungsmittel einführst und bevor du die Rückholfäden deiner Spirale überprüfst.

  • Wechsle deine Tampons regelmäßig und reinige deine Menstruationstasse sowie Barrieremethoden zur Verhütung nach jeder Anwendung.

Wenn du bereits einmal TSS hattest, solltest du mit medizinischem Fachpersonal darüber sprechen, welche Methoden zum Auffangen von Menstruationsblut und welche Verhütungsmethoden für dich am besten geeignet sind.

Obwohl TSS eine sehr ernste Erkrankung ist, kommt es zum Glück nur selten vor.

Symptome des toxischen Schocksyndroms: darauf solltest du achten

TSS im Zusammenhang mit der Menstruation und Periodenprodukten wird meist durch eine Infektion mit Staphylokokken verursacht. Zu den Symptomen eines durch Staphylokokken verursachten TSS gehören:

  • Fieber

  • Veränderungen der Durchblutung, darunter ein gefährlich niedriger Blutdruck (Hypotonie) und eine verstärkte Durchblutung der Genitalien und anderer Körperbereiche

  • Hautausschlag und sich abschälende Haut an den Extremitäten

  • Schwere Funktionsstörungen und Versagen von Organen

  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall

  • Muskelschmerzen

  • Neurologische Veränderungen wie Verwirrtheit und Bewusstlosigkeit (2,4,6,9)

Wenn die Behandlung zu spät beginnt oder die Besiedlung mit Bakterien zu stark ist, kann ein durch Staphylokokken verursachtes TSS tödlich verlaufen.

Wenn du glaubst, Symptome von TSS zu haben, solltest du dich sofort an medizinisches Fachpersonal wenden. Je schneller du behandelt wirst, desto besser ist deine langfristige Prognose.

eine Illustration der Clue-Blume
eine Illustration der Clue-Blume

Tracke deinen Zyklus und die Periodenprodukte, die du verwendest, mit Clue

War dieser Artikel hilfreich?

Das könnte dich auch interessieren

eine Illustration der Clue-Blume
eine Illustration der Clue-Blume

Lebe im Einklang mit deinem Zyklus und lade die Clue App noch heute herunter.