Grafische Darstellung einer Eizelle, eines gebrochenen Follikels und von Blitzen, die den Eisprungschmerz darstellen.

Illustration: Katrin Friedmann

Krämpfe & Schmerzen

Alles über den Mittelschmerz

Etwa 1 von 3 Personen verspürt Schmerzen um die Zeit, in der eine Eizelle aus den Eierstöcken freigesetzt wird. Hier erfährst du, wie du feststellen kannst, ob das auch bei dir der Fall ist.

*Übersetzung: Rebeca Rosenthal

Hast du jemals ein Stechen oder Schmerzen auf einer Seite deines Unterbauches gespürt? Ist das ein paar Wochen vor deiner Menstruation passiert? Es könnte der Eisprung gewesen sein.

Der Mittelschmerz, manchmal auch Eisprungschmerz genannt, kann sich wie ein scharfer Schmerz oder wie ein dumpfer Krampf anfühlen und tritt auf der Seite des Unterleibs auf, auf welcher die Eierstöcke eine Eizelle freisetzt (1–3). Er tritt in der Regel 10–16 Tage vor Beginn der Menstruation auf, ist nicht gefährlich und meistens leicht. Er dauert in der Regel ein paar Stunden, bei manchen Menschen auch ein paar Tage.

Das Tracken des Mittelschmerzes in der Clue App kann dir dabei helfen, herauszufinden, wann du mit ihm rechnen kannst.

Studien von Clue haben herausgefunden, dass 1 von 3 Personen regelmäßig den Mittelschmerz trackt.

Laufende Forschungen von Clue Partner Ruben Arslan vom Max-Planck-Institut haben ergeben, dass etwa 1 von 3 Personen – 36 % um genau zu sein – regelmäßig den Mittelschmerz in Clue trackt. (Dies gilt für Clue Nutzer, die keine hormonellen Verhütungsmittel anwenden und relativ konsequent tracken).

Weitere interessante Erkenntnisse über den Mittelschmerz:

  • Menschen spüren ihn oft nicht in jedem Zyklus. Das ist in anderen Untersuchungen mit kleinen Stichproben ähnlich.

  • Menschen, die den Eisprung tracken, berichten in etwa der Hälfte ihrer Zyklen von Schmerzen. Andere merken den Schmerz in jedem Zyklus.

  • Die meisten Menschen tracken den Mittelschmerz nur für einen Tag pro Zyklus, aber einige tracken ihn für zwei oder mehrere Tage.

Kann der Mittelschmerz helfen, den Zeitpunkt des Eisprungs vorherzusagen?

Statistisch gesehen scheint der in Clue getrackte Zeitpunkt des Mittelschmerzes als Vorhersage für den Eisprung recht hilfreich zu sein. Das bedeutet nicht, dass du ihn für die Methode der natürlichen Familienplanung (NFP) nutzen solltest, aber er ist für Forscher interessant.

In Übereinstimmung mit früheren Untersuchungen, die Ultraschall zur Bestimmung des Eisprungs nutzten, tracken Menschen in Clue den Mittelschmerz am häufigsten an dem Tag vor dem geschätzten Eisprung. Dies könnte ein zusätzlicher Beweis für eine Theorie zu den Ursachen des Mittelschmerzes sein – der Wachstumsdruck der Follikel (wir beschreiben diesen weiter unten). Aber es sind weitere Untersuchungen nötig, um sicher zu sein.

Andere tracken den Mittelschmerz am selben Tag wie ihren geschätzten Eisprung in Clue oder ganz außerhalb dieser Phase. Der Zeitpunkt des Eisprungs wird durch Tests auf das luteinisierende Hormon (LH) oder rückwirkend durch das Datum des Beginns der nächsten Menstruation geschätzt. Beide Methoden können ungenau sein (der Ultraschall gilt als Goldstandard).

Das ist der größte Datensatz von aufgezeichneten Mittelschmerzen, der jemals in Untersuchungen einbezogen wurde.

Festzustellen, was mit Studien mit kleinen Stichproben übereinstimmt und was von ihnen abweicht, ist ein neuartiges und spannendes Unterfangen, das den Weg für künftige Erkenntnisse ebnen wird. Danke an alle Clue Nutzer, die durch Tracking zu diesen Studien beitragen!

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Wie werden Mittelschmerzen behandelt?

Es gibt keine offiziellen Behandlungsempfehlungen für den Mittelschmerz und für die meisten Menschen ist er nicht schmerzhaft genug oder zu kurz, um sich mit einer Schmerzbehandlung zu beschäftigen.

Wenn das bei dir nicht der Fall ist, könnte ein rezeptfreies Schmerzmittel helfen. Bei manchen Menschen kann auch eine heiße Kompresse oder ein Bad helfen, den Schmerz zu lindern. Wenn die Schmerzen stark sind, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Hormonelle Medikamente werden manchmal eingesetzt, um den Eisprung zu unterdrücken, wenn andere Methoden nicht funktioniert haben und die Schmerzen das tägliche Leben der Person beeinträchtigen.

Was löst den Mittelschmerz aus?

Wissenschaftler wissen immer noch nicht genau, was den Mittelschmerz verursacht. Versuche, diese Frage zu beantworten, reichen bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück. Die Versuche sind in der Fachliteratur dokumentiert. Über ein Jahrhundert später ist die Antwort immer noch unklar.

Hier sind einige Theorien zu der Ursache.

Die Spannung eines wachsenden Follikels am Eierstock und die Entzündungsreaktion, die durch diese Spannung entsteht (4).

Follikel sind Säckchen, die deine Eizellen enthalten. Sie wachsen typischerweise auf einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern heran, bevor sie in den Eileiter abgegeben werden (5–8). Prostaglandine (die gleichen entzündlichen Verbindungen, die auch bei der Menstruation eine Rolle spielen) werden produziert, wenn sich der Eierstockmuskel um den wachsenden Follikel zusammenzieht, was möglicherweise Schmerzen verursacht.

Illustration des Verlaufs der Follikelphase in den Eierstöcken

Untersuchungen, die Ultraschall zur Bestimmung des Eisprungs einsetzten, ergaben, dass der Mittelschmerz typischerweise um die Zeit der höchsten Konzentration des luteinisierendes Hormons (LH), etwa 24–48 Stunden vor dem Eisprung, auftritt (4). Der Schmerz kam und ging, bevor der Follikel riss. Dies wurde in anderen Studien in Frage gestellt.

Die Freisetzung der Eizelle selbst ist ebenfalls ein entzündliches Ereignis, wird aber nicht als wahrscheinliche Quelle des Mittelschmerzes angesehen. Prostaglandine können dazu beitragen, die Freisetzung der Eizelle zu erleichtern, wenn das Gewebe des Follikels zerfällt, damit die Eizelle passieren kann (9). Untersuchungen haben ergeben, dass die Einnahme hoher Dosen entzündungshemmender Schmerzmittel vor dem Eisprung diesen tatsächlich verhindern kann (10).

Die Reizung der Bauchhöhle durch das Blut des Follikels, wenn dieser aufbricht, um die Eizelle freizugeben (1).

In einer Studie wurde per Ultraschall in 2 von 3 Zyklen 5 ml Flüssigkeit im Bauchraum festgestellt. Diese Zyklen waren eher mit Mittelschmerzen verbunden. Es wird vermutet, dass es sich bei der „Flüssigkeit“ um Blut handelt, das freigesetzt wird, wenn der Follikel die Eizelle abgibt. Die Forscher fanden heraus, dass diese Flüssigkeit bis zu zwei Tage nach dem Eisprung zu sehen ist (1).

Es gab auch die Theorie, dass Krämpfe in der Gebärmutter, den Eileitern oder dem Dickdarm die Schmerzen verursachen (4), aber dies wurde weitgehend verworfen.

Woher weißt ich, ob ich Mittelschmerzen habe?

1. Tracke den Zeitpunkt in deinem Zyklus.

Manche Menschen spüren den Mittelschmerz zum ersten Mal, wenn sie ihre erste Menstruation bekommen. Bei anderen beginnt er später im Leben, ist aber bei Menschen unter 30 Jahren am häufigsten (3).

Bei manchen Menschen tritt der Mittelschmerz in jedem Zyklus etwa zur gleichen Zeit auf (wenn er denn auftritt). Bei anderen tritt er eher unregelmäßig auf. Dies hängt von der Regelmäßigkeit des Eisprungs ab. Die Schmerzen treten typischerweise kurz vor dem Eisprung auf.

Bei manchen Menschen werden die Mittelschmerzen auch von einer Eisprungblutung begleitet (3).

2. Tracke, ob du ihn auf der linken Seite, auf der rechten Seite oder auf beiden Seiten spürst.

Der Mittelschmerz wird typischerweise auf der Seite des Eierstocks wahrgenommen, der in diesem Zyklus eine Eizelle freisetzt.

Bei etwa der Hälfte der Frauen findet der Eisprung abwechselnd im linken und im rechten Eierstock statt (11), was erklären könnte, warum manche Frauen berichten, dass er von einer Seite zur anderen wechselt (3).

Bei der anderen Hälfte ist der Eisprung eher zufällig, er wechselt also nicht einfach hin und her. Trotzdem ovuliert jeder Eierstock in der Regel insgesamt genauso oft wie der andere (11).

Die meisten Menschen spüren den Schmerz auf der einen oder der anderen Seite, aber manche haben berichtet, dass sie ihn auf beiden Seiten gleichzeitig spüren, aber mit stärkeren Schmerzen auf einer Seite (12). Es wurde auch von auf beiden Seiten gleich starken Mittelschmerzen in einigen Zyklen berichtet, was möglicherweise auf Zyklen hinweist, in denen jeder Eierstock eine Eizelle freisetzt.

Manche Menschen spüren vielleicht immer nur auf einer Seite Schmerzen, da es möglich ist, dass nur ein Eierstock schmerzt. Eine frühe (lies dies als makabre) Studie fand heraus, dass die Schmerzen manchmal durch früher durchgeführte Behandlungen, bei denen ein einzelner Eierstock chirurgisch entfernt wurde, behoben werden konnten (3). Eine Theorie besagt, dass manche Menschen Verwachsungen an nur einem der zwei Eierstöcke haben könnten (2). Diese Adhäsionen könnten die Follikel oder den Eierstock irgendwie einschränken und der Schmerz wird empfunden, wenn der LH-Anstieg auftritt, der den Eisprung auslöst.

3. Tracke, wie lange der Schmerz anhält.

Die meisten Menschen berichten, dass ihre Mittelschmerzen zwischen 6 und 12 Stunden andauern (4). In Clue trackt die Mehrheit der Menschen, die den Mittelschmerz trackt, diesen nur für einen Tag. Andere tracken ihn für zwei oder mehrere Tage, aber es ist schwierig zu sagen, inwieweit andere Faktoren eine Rolle spielen, wie z. B. Schmerzen beim Eisprung aufgrund von Endometriose.

4. Tracke den Schmerz oder die Stärke.

Die Empfindungen und Schmerzen während des Eisprungs sind so einzigartig wie die Person, die sie erlebt. Für manche ist es nicht schmerzhaft, sondern einfach nur unangenehm – manche haben es als ein Gefühl der Fülle oder Spannung beschrieben (3). Andere beschreiben ihn als krampfartig, scharf, dumpf und schubweise. Bei den meisten ist er leicht, bei anderen akut und schmerzhaft (1,3).

Du kannst die Stärke des Mittelschmerzes tracken, indem du die Option „benutzerdefinierte Tags“ in Clue nutzt.

Andere Ursachen für Schmerzen im Bereich deiner Eierstöcke

Eine Blinddarmentzündung, eine Eileiterschwangerschaft oder Komplikationen bei einer Ovarialzyste können ähnliche Symptome wie die des Mittelschmerzes auslösen, sind aber meist stärker und unerwarteter. Diese Erkrankungen erfordern eine sofortige medizinische Behandlung. Anhaltende Schmerzen im Becken können ein Anzeichen für eine Erkrankung oder Infektion sein, wie z. B. eine Beckenentzündung oder Endometriose, die von einem Arzt oder einer Ärztin behandelt werden müssen.

Menschen mit Ovarialzysten haben Follikel, die groß werden und platzen können. Ovarialzystenrupturen ähneln einem Eisprung, werden aber mit unregelmäßigen Eisprüngen in Verbindung gebracht, beinhalten abnormal große Zysten und neigen dazu, schwerer zu sein. Die Rupturen verursachen mäßige bis starke Schmerzen und können zu weiteren Komplikationen führen (13). Eierstockzysten sind nicht ungewöhnlich und können durch einige hormonelle Verhütungsmittel, wie z. B. Hormonspiralen, verursacht werden (14, 15). Andere hormonelle Verhütungsmittel, die den Eisprung unterdrücken, werden manchmal zur Behandlung hartnäckiger Eierstockzysten eingesetzt. Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über alle mäßigen bis starken Unterleibsschmerzen.

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