Illustration von zwei Cocktailgläsern mit alkoholischen Getränken

Illustration: Emma Günther

Ernährung & Sport

Alkohol und Menstruationszyklus

Wie Alkoholkonsum den Zyklus beeinflussen kann (oder nicht)

*Übersetzung: Judith Quijano

Das Wichtigste zum Thema:

  • Ein paar Drinks über die Feiertage (oder in Maßen zu anderen Zeiten) werden deinen Zyklus wahrscheinlich nicht beeinflussen

  • Es kann sein, dass Menschen vor der Menstruation mehr trinken

  • Menschen, die chronisch übermäßig viel Alkohol konsumieren, können Zyklusunregelmäßigkeiten oder Amenorrhö entwickeln

Jede:r, der:die schon mal an einer Weihnachtsfeier im Büro teilgenommen hat, kann bestätigen, dass sich Alkohol auf jeden Fall auf den Körper auswirken kann – sowohl im Moment selbst als auch möglicherweise am nächsten Morgen. Von verringerten Hemmungen über Realitätsverzerrungen bis hin zu einem Kater, der dich jede Entscheidung der letzten 24 Stunden bereuen lässt – Alkohol kann deinen Geist und Körper beeinflussen und das umfasst auch deinen Menstruationszyklus. In Maßen hat Alkohol wahrscheinlich keinen Einfluss auf deinen Menstruationszyklus, doch gibt es zu diesem Thema viele widersprüchliche Forschungsergebnisse. Lass uns in das Thema eintauchen:

Wird mein Zyklus durch ein paar Drinks durcheinander gebracht?

Die Forschungsergebnisse sind hier (wie so oft) widersprüchlich und es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage. In einigen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Zyklusunregelmäßigkeiten festgestellt. Das war im Allgemeinen jedoch nur bei chronischem Alkoholkonsum in hohen Dosen der Fall (1-3). Bei mäßigem Alkoholkonsum ist möglich, dass keine Veränderung des Menstruationszyklus messbar ist (4). In einer Studie wiesen Personen, die auf Alkohol verzichteten, im Vergleich zur Alkohol konsumierenden Gruppe sogar mehr Zyklusunregelmäßigkeiten auf (5).

Wenn du also über die Feiertage in Maßen Alkohol trinkst, wird das deinen Menstruationszyklus wahrscheinlich nicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Bei Frauen, die chronisch viel Alkohol konsumieren, können jedoch viele verschiedene Arten von Menstruationsstörungen auftreten, beispielsweise Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode für 3 Monate oder länger), unregelmäßige Zyklusdauer und Anovulation (kein Eisprung während des Menstruationszyklus) (1-3, 5).

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Dein Zyklus kann beeinflussen, wie viel Alkohol du trinkst

Es gibt Hinweise darauf, dass sich Alkohol, der in der Lutealphase (der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus) konsumiert wird, stärker auf die Stimmung auswirkt als in der Follikelphase, indem er einerseits depressive und ängstliche Gefühle verstärkt, andererseits aber auch die Freude an der Wirkung des Alkohols erhöht (6). Forscher:innen vermuten, dass Menschen, die unter den Symptomen des prämenstruellen Syndroms leiden, dazu neigen, vor der Menstruation mehr Alkohol zu trinken (6, 7). In anderen Studien wurde jedoch keinerlei Veränderung festgestellt (7, 8). Demnach bedarf es weiterer Forschung in diesem Bereich.

Alkohol und Hormone

Alkoholkonsum beeinflusst den Hormonhaushalt des Körpers. In mehreren Studien wurde nach dem Alkoholkonsum ein Anstieg des Östrogenspiegels und manchmal auch ein Anstieg des Testosterons und des luteinisierenden Hormons (LH) gemessen (4, 5, 9, 10). In einer besonders gründlichen Studie wurde untersucht, wie sich der Alkoholkonsum in den verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus auf den Hormonspiegel auswirkt (10). Es wurden mehrere hormonelle Unterschiede gemessen, wie z. B. ein Anstieg des Androgenspiegels während der Follikelphase und ein Anstieg des Östrogenspiegels um den Eisprung herum. Diese Anstiege hielten in der zweiten Zyklushälfte an (10). Außerdem verstärkte sich dieser Effekt nach einem Alkoholexzess (4). Die hormonellen Auswirkungen eines mäßigen Alkoholkonsums führten jedoch nicht zu einer Veränderung des Menstruationszyklus (4, 10).

Alkoholische Hepatitis und Leberzirrhose werden mit Alkoholexzessen, chronisch starkem Alkoholkonsum und der weiblichen Biologie in Verbindung gebracht – könnte dies auf unsere Hormone zurückzuführen sein (11, 12)? Neue vorläufige Tests an Mäusen deuten darauf hin, dass das Belohnungszentrum des Gehirns bei einem höheren Östrogenspiegel aktiver ist, was dazu führen kann, dass sich Alkohol wie eine größere Belohnung anfühlt (13).

Es gibt auch einige Ergebnisse, die darauf hinweisen, dass geringer bis mäßiger Alkoholkonsum möglicherweise mit einer verzögerten Menopause zusammenhängt, doch auch hier sind weitere Untersuchungen erforderlich (9, 14, 15).

Kann Alkohol deine Fruchtbarkeit beeinflussen?

Eine neuere Studie deutet darauf hin, dass es zwischen geringem bis mäßigem Alkoholkonsum und einer verminderten Fruchtbarkeit einen schwachen Zusammenhang geben könnte (16). Manche Forscher:innen haben einen höheren Alkoholkonsum mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht, während andere keinerlei Zusammenhang zwischen Alkohol und Fruchtbarkeit feststellen konnten (3,5). Ein Weg, wie sich Alkohol auf die Fruchtbarkeit auswirken könnte, ist ein erhöhter Östrogenspiegel, der die Follikelentwicklung und den Eisprung hemmen könnte – das ist jedoch bisher nur eine Theorie (17).

Obwohl es viele verschiedene Studien gibt, die die Auswirkungen von Alkohol untersuchen, ist es schwierig, eindeutige Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, wie oder ob Alkohol den Zyklus beeinflusst. Ein paar Drinks in der Urlaubszeit werden wahrscheinlich keine Menstruationsstörungen verursachen. Sei dir jedoch bewusst, wann die Lutealphase in deinem Zyklus ist, denn es kann sein, dass du dann mehr trinkst als sonst.

eine Illustration der Clue-Blume
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