Vier Gesichter mit unterschiedlichen Hauttypen.

Fotos: Franz Grünewald

Haut & Haare

Die Haut und der Zyklus: Wie beeinflussen Hormone deine Haut?

*Übersetzung: Rebecca Rosenthal

Das Wichtigste zum Thema:

  • Deine Haut verändert sich als Reaktion auf Hormone wie Östrogen und Testosteron.

  • Wenn du zu fettiger Haut neigst, wirst du vor und während deiner Menstruation möglicherweise verstärkt fettige Haut bei dir feststellen.

  • Akneausbrüche vor und während der Menstruation kommen häufig vor.

Deine Haut ist eines der größten und wichtigsten Organe deines Körpers. Sie bildet eine schützende Barriere, reguliert deine Temperatur und bietet einen Ausscheidungsweg für Flüssigkeiten wie Schweiß und Öle (1).

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Es gibt keinen „Normalzustand“ deiner Haut, da sie sich mit deinem Alter verändert und verschiedene Phasen durchläuft. Deine Haut kann sich durch das Außenklima oder bei Erkrankungen verändern (12).

Vielleicht bemerkst du schon seit der Pubertät Veränderungen an deiner Haut, insbesondere an der Gesichtshaut. Deine Haut reagiert aufgrund von zahlreichen Rezeptoren auf viele Signale, einschließlich deiner Hormone (3–6).

So können Hormone für fettige Haut sorgen

Viele Hautveränderungen, die du in der Pubertät und später im Leben erfährst, sind auf kleine Drüsen zurückzuführen, die Talgdrüsen genannt werden. Diese Talgdrüsen produzieren und sondern eine ölige Substanz namens Talg ab. Ab der Pubertät vergrößern sich die Talgdrüsen und beginnen, Talg abzusondern, wobei der meiste Talg zwischen 15 und 35 Jahren abgesondert wird (7). Der medizinische Fachbegriff für fettige Haut heißt Seborrhö und hat unterschiedliche Ursachen.

Talgdrüsen haben wie viele andere Teile der Haut auch Rezeptoren, die von Sexualhormonen beeinflusst werden. Am stärksten werden diese Drüsen von Androgenen beeinflusst. Das sind männliche Sexualhormone wie Testosteron, die aber bei beiden Geschlechtern vorkommen (4, 8, 9). Androgene erhöhen die Talgproduktion während der Pubertät bei beiden Geschlechtern (8, 9). Wenn mehr Androgene an die Rezeptoren der Talgdrüsen binden, wird mehr Talg produziert. Dies kann zu spürbar fettigerer Haut führen und sich zu Akne entwickeln.

Die Talgproduktion kann sich im Laufe des Menstruationszyklus ändern. Der Einfluss, den Östrogen auf die Talgproduktion hat, ist noch unklar. Es wurde nachgewiesen, dass Östrogen die Talgproduktion und die Aktivierung der Drüsen unterdrückt, insbesondere bei hoher Konzentration (4, 9–12). Aber wie sich die natürlichen Schwankungen des Östrogens während des Menstruationszyklus auf die Haut auswirken, ist schwieiger nachzuvollziehen. In einer Studie an Frauen mit fettiger Haut kam es zu einer erhöhten Talgproduktion in der Woche vor der Menstruation und auch in der Woche der Menstruation (13). Die Woche mit der geringsten Talgproduktion war die zweite Woche des Menstruationszyklus (13). Bei Frauen, die nicht zu fettiger Haut neigen, wurden keine signifikanten Veränderungen der Talgproduktion gemessen (13). Da die Hormonspiegel in dieser Studie nicht bestimmt wurden, konnten die Forscher nicht sagen, ob die Veränderungen der Fettigkeit der Haut eindeutig auf Veränderungen des Hormonspiegels zurückzuführen sind (13).

Viele andere Faktoren spielen bei der Talgmenge ebenfalls eine Rolle: Genetik, jahreszeitliche Veränderungen, übermäßige Sonneneinstrahlung und übermäßiger oder falscher Gebrauch von Hautpflegeprodukten können sich alle auf die Fettigkeit deiner Haut auswirken (2, 4).

Mehr über Östrogen: Wie beeinflusst es die Gesundheit der Haut?

Auch wenn noch unklar ist, wie stark Östrogen die Talgdrüsen tatsächlich beeinflusst, spielt es eine wichtige Rolle für die allgemeine Hautgesundheit. Östrogen wird mit einer erhöhten Kollagenproduktion, Hautdicke und -feuchtigkeit sowie einer verbesserten Wundheilung und Barrierefunktion in Verbindung gebracht (5, 6). Eine Studie fand heraus, dass 2 von 5 Frauen selbst bemerken, dass ihre Haut um die Zeit der Menstruation herum empfindlicher ist. Die Forscher vermuten, dass dies auf den niedrigen Östrogenspiegel während dieser Phase zurückzuführen ist (14).

Viele der Methoden, mit denen Forscher die Auswirkungen von Östrogen auf die Haut untersuchen, bestehen darin, Frauen vor der Menopause (die höhere Östrogenspiegel haben) mit Frauen nach der Menopause (die niedrigere Östrogenspiegel haben) zu vergleichen. In der oben erwähnten Studie stellte ein Drittel der postmenopausalen und perimenopausalen Frauen auch eine erhöhte Hautempfindlichkeit nach der Menopause fest – der Zeit, in der der Östrogenspiegel sinkt (14).

AAkne und der Menstruationszyklus

Wenn ein hoher Androgenspiegel eine übermäßige Talgproduktion begünstigt, kann sich der Talg mit abgestorbenen Hautzellen aus dem Inneren der Pore verbinden und eine Verstopfung verursachen (8, 9). Diese Verstopfung der Pore kann den gesamten überschüssigen Talg, der produziert wird, abfangen und sich als Akne manifestieren (15, 9, 10). Diese talggefüllten Poren sind der ideale Lebensraum für Bakterien, insbesondere für Propionibacterium acnes, die sich gerne in den Poren ansiedeln und die entzündliche Akne verursachen und weiter verschlimmern (15, 16).

Akne (Acne vulgaris) ist eine der am häufigsten angegebenen Hauterkrankungen im Zusammenhang mit dem Zyklus (4, 8). Mit dem Zyklus zusammenhängende Hormonschübe treten sehr häufig in der perimenstruellen Phase (in den zehn Tagen vor deiner Menstruation sowie den Tagen der Menstruation) auf (4, 8).

Die Gründe für hormonell bedingte Akne sind immer noch nicht klar, aber es gibt verschiedene Theorien. Einige Forscher sind der Meinung, dass vor dem Einsetzen der Menstruation nicht genug Östrogen vorhanden ist, um die „Anti-Talg-Effekte" zu begünstigen (4, 9–12). Ohne einen hohen Östrogenspiegel steigern Androgene die Talgproduktion, was zu einer verstärkten Porenverstopfung und einer günstigen Umgebung für Propionibacterium acnes führt. Andere Theorien besagen, dass hormonell bedingte Akne durch einen Mangel oder ein Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen verursacht werden könnte (4). Weitere Studien sind hier nötig.

Frauen und Menschen mit Zyklen, die z. B. aufgrund des polyzystischem Ovarialsyndroms (PCOS) einen höheren Androgenspiegel haben, sind häufiger von Akne sowie übermäßigem Haarwuchs und weiblichem Haarausfall betroffen (9). Bei Transmännern kann es im ersten Jahr der Testosteroneinnahme auch vermehrt zu Akne kommen, die sich aber nach längerer Testosteroneinnahme verbessern sollte (17).

Manche Menschen sehen einen Rückgang der Akneausbrüche bei hormoneller Verhütung, weshalb orale Kontrazeptiva manchmal zur Behandlung von Akne eingesetzt werden. In der kombinierten Pille ist synthetisches Östrogen in einer Dosierung enthalten, die den Eisprung unterdrückt. Wenn der Eisprung nicht stattfindet, werden keine ovarialen Androgene produziert (9).

Nicht jeder Akneausbruch hängt mit der Menstruation oder dem Hormonhaushalt zusammen. Akne betrifft Menschen aller Geschlechter und jeden Alters (18). Genetik, Ernährung und Stress können ebenfalls einen Einfluss auf Akneausbrüche haben, aber auch hier ist noch mehr Forschung notwendig (9,19).

Die Behandlung von Akne kann helfen, das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität zu verbessern (20). Akneausbrüche sind nicht unbedingt eine Frage der Hygiene, sondern vielmehr eine Frage, wie du deine Haut an Tagen mit erhöhter Empfindlichkeit behandelst.

Schweiß und Menstruationszyklusphasen

Auch die Fähigkeit deines Körpers, zu schwitzen, ändert sich während deines Zyklus. Deine Basaltemperatur steigt in der Lutealphase (zweite Zyklushälfte) an. Forscher haben festgestellt, dass Frauen in der Lutealphase mehr Schweiß produzieren, wenn sie wärmeren Temperaturen ausgesetzt sind, im Vergleich zu der Zeit, in der sie sich in der Follikelphase (der ersten Hälfte des Menstruationszyklus) befanden (21). Die Zunahme der Schweißproduktion wurde nicht nur im Gesicht, sondern am ganzen Körper festgestellt (21). Wenn du während deines Menstruationszyklus Veränderungen beim Schwitzen feststellst, kannst du diese mit benutzerdefinierten Tags in Clue tracken.

Trockene Haut und der Menstruationszyklus

Haut, die trockener ist, als du sie gerne hättest, kommt sehr häufig vor, besonders während der kalten Jahreszeit und in trockenem Klima. Trockene Haut wird auch von der Genetik beeinflusst und kann mit zunehmendem Alter häufiger auftreten (22). Dermatitis, Schuppenflechte und andere Hautkrankheiten können sich während der prämenstruellen Phase verschlimmern (4, 5, 23–25).

Verwende Clue, um die Veränderungen deiner Haut während deines Zyklus zu tracken

Deine Haut verändert sich während des Zyklus als Reaktion auf hormonelle Veränderungen. Vielleicht bemerkst du Veränderungen in Form von Akneausbrüchen, Hautfeuchtigkeit, Elastizität und Wundheilung in den verschiedenen Phasen deines Zyklus.

Das Tracken von Veränderungen deiner Haut ermöglicht es dir, Muster und Zusammenhänge zwischen deinem Zyklus und anderen Faktoren (wie Schlaf und Stress) zu erkennen. Das Tracken kann dir auch dabei helfen, effektive Strategien für den Umgang mit Hautproblemen wie Akne zu entwickeln.

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