Illustration: Emma Günther

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Die Reaktion von Clue auf Roe vs. Wade

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Wir bei Clue sind der festen Überzeugung, dass die sehr persönliche Entscheidung, eine Schwangerschaft zu beenden, im Kontext einer legalen, geregelten Gesundheitsversorgung getroffen werden und ohne Scham oder Angst vor Strafverfolgung stattfinden sollte. Angesichts der zunehmenden Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in den USA verstehen wir, dass viele unserer amerikanischen Nutzer:innen besorgt sind, dass die von ihnen getrackten Daten von der US-Staatsanwaltschaft gegen sie verwendet werden könnten. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu verstehen, dass das europäische Recht sensible Gesundheitsdaten unserer Gemeinschaft schützt.

Unser Ziel war es schon immer, Menschen zu befähigen, ihren Körper zu kennen – und zwar in allen Lebensphasen und unabhängig von ihren Entscheidungen über Reproduktion. Das ist eine sehr persönliche Reise, die wir durch genaue, evidenzbasierte und vorurteilsfreie Informationen sowie durch eine App unterstützen, die überall in der Welt beliebt ist und genutzt wird.

Als eine Gemeinschaft, die auf Vertrauen basiert, wissen wir, dass ein grundlegender Bestandteil dieses Vertrauens darin besteht, dass wir transparent teilen, wie wir die sensiblen Daten nutzen und schützen, die Menschen mithilfe unserer App tracken. Als europäisches Unternehmen ist Clue nach dem weltweit strengsten Datenschutzgesetz, der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), verpflichtet, besondere Schutzmaßnahmen für solche Gesundheitsdaten anzuwenden. Wir wissen, dass es dennoch schwierig sein kann, zu beurteilen, wie Apps Daten verwenden. Daher verpflichten wir uns auf mehreren Ebenen, um unserer Gemeinschaft Sicherheit zu geben.

  • Die Gesundheitsdaten unserer Nutzer:innen, insbesondere die in Clue getrackten Daten über Schwangerschaften, Abtreibungen und Schwangerschaftsabbrüche, werden vertraulich und sicher behandelt.

  • Unser Geschäftsmodell basiert nicht darauf, von den persönlichen Daten unserer Nutzer:innen zu profitieren – wir verkaufen ihnen keine Produkte auf Grundlage der von ihnen getrackten Daten, wir geben keine getrackten Daten an Werbenetzwerke weiter, und wir verkaufen die Daten unserer Nutzer:innen ganz sicher nicht an Dritte. Unser Geschäftsmodell sind direkte Abonnements mit Verbraucher:innen – unsere Nutzer:innen sind unsere Kund:innen, sonst niemand.

  • Wenn wir unseren Datensatz nutzen, um neue Erkenntnisse über die Gesundheit von Frauen zu gewinnen, stellen wir sicher, dass er vollständig anonymisiert wird, bevor die Wissenschaftler:innen, mit denen wir zusammenarbeiten, ihn analysieren. Das bedeutet, dass kein Datenpunkt auf eine einzelne Person zurückgeführt werden kann. Die Millionen von Zyklen, die in Clue getrackt wurden, stellen eine historische Chance dar, den weiblichen Körper besser zu verstehen. Dieser wurde in der Vergangenheit als Forschungsgebiet unterfinanziert und vernachlässigt.

  • Damit Clue und wir als Unternehmen funktionieren, nutzen wir wie jede andere Verbraucher:innen-App einige sorgfältig ausgewählte Dienstleister, die Daten in unserem Namen verarbeiten. Für diese Zwecke geben wir so wenig Daten wie möglich auf die sicherste Weise weiter.

  • Unser Datenschutzteam arbeitet unermüdlich, um unserer Verpflichtung zum Schutz der Daten unserer Nutzer:innen nachzukommen. Von der Datenverschlüsselung und der Überprüfung von Software-Tools, um sicherzustellen, dass europäische Datenschutzbestimmungen eingehalten werden, bis hin zur robusten De-Identifizierung von Datensätzen für unsere wissenschaftlichen Forschungspartnerschaften – wir haben stets die Interessen unserer Nutzer:innen im Blick.

  • Wir sind uns bewusst, dass der Datenschutz in einer digitalen Welt komplex ist, und wir bemühen uns stets um Verbesserungen. Dafür weden wir viel Zeit und Ressourcen auf. Unsere Datenschutzerklärung ist in einfacher Sprache verfasst und wird regelmäßig aktualisiert, um diese Bemühungen widerzuspiegeln. Sie ist die beste Quelle, um zu verstehen, wie wir den Datenschutz und die Datensicherheit im Detail handhaben.

Wir nehmen in der aktuellen angespannten Situation den Ärger und die Besorgnis wahr, die uns von unserer US-Nutzer:innengemeinschaft erreichen. Viele von uns bei Clue wissen aus erster Hand, wie es ist, um seine Reproduktionsautonomie zu fürchten. Wir versprechen, uns den Herausforderungen dieser neuen Realität zu stellen, zuzuhören und alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Erfahrung jedes:r einzelnen Clue-Nutzers:in so positiv und sicher wie möglich zu gestalten.

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Antworten zu deinen Fragen zu Clue und dem EU-Datenschutz

Wir nehmen deine Fragen ernst und wir verstehen deine Bedenken. Die Vorstellung, dass die US-Behörden die privaten Gesundheitsdaten von Menschen gegen sie verwenden könnten, ist empörend und erschreckend. Ohne weitere Ängste oder Spekulationen schüren zu wollen, möchten wir unserer Gemeinschaft Klarheit und Sicherheit geben.

Schützt die europäische Datenschutz-Grundverordnung Clue-Nutzer:innen in den USA?

Ja. Es spielt keine Rolle, wo in der Welt du dich befindest. Wenn wir Daten von dir verwalten, schützt unsere eigene Verpflichtung nach europäischem Recht zum Schutz der privaten Daten unserer Nutzer:innen alle Clue-Nutzer:innen – unabhängig davon, wo sie sich in der Welt befinden. Alle Gesundheitsdaten unserer Nutzer:innen werden in der EU gespeichert.

Können die US-Behörden trotzdem die Clue-Daten einer Person, die in den USA lebt, als Beweismittel verwenden?

Nein. Nach europäischem Recht wären wir in erster Linie verpflichtet, keine privaten Gesundheitsdaten weiterzugeben. Kein US-Gericht oder eine andere Behörde kann sich einfach darüber hinwegsetzen, denn wir sind nicht in den USA ansässig. Unsere Nutzer:innendaten können in den USA nicht als Beweismittel verwendet werden. Wir unterliegen der Rechtsprechung der deutschen und europäischen Gerichte, die die europäische Datenschutz-Grundverordnung sowie die deutschen Menschenrechtsprinzipien bei der Strafverfolgung und Verfahrensstandards anwenden.

Einige Kommentatoren haben darauf hingewiesen, dass es Rechtshilfeverträge gibt, die es Ländern ermöglichen, bei der Verfolgung schwerer Straftaten zusammenzuarbeiten. Doch die Einschränkung der reproduktiven Rechte in den USA hat nicht zur Folge, dass die Art von allgemein anerkannten "Verbrechen" geschaffen wird, für die diese Regeln erdacht wurden. Wir haben uns eingehend mit dieser Frage befasst und glauben nicht, dass ein deutsches Gericht sich jemals dazu durchringen könnte, die wichtigsten europäischen Datenschutzbestimmungen außer Kraft zu setzen, um eine US-amerikanische Strafverfolgung im Bereich Abtreibung zu unterstützen. In dem hypothetischen Fall, dass dies der Fall wäre, würden wir uns mit allen Mitteln gegen die Forderung wehren.

Wir haben uns schon immer für den Schutz deiner privaten Gesundheitsdaten eingesetzt. Deine getrackten Erfahrungen sollten dich bestärken – ganz gleich, welche privaten Gesundheitsentscheidungen du triffst. Wir werden niemandem die Möglichkeit geben, diese Daten gegen dich zu verwenden.

Zur weiteren Verdeutlichung:

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung ist die strengste der Welt. Sie räumt den Menschen grundlegende Rechte ein, wenn es um ihre sensiblen Gesundheitsdaten geht, und erlegt in der Europäischen Union unabhängig davon, ob es sich um einen Gesundheitsdienstleister oder ein Gesundheitstechnologieunternehmen wie Clue handelt, jedem:r, der:die über solche Daten verfügt, Verpflichtungen auf. Clue hat seinen Sitz in Berlin, Deutschland. Deutschland ist Mitglied der Europäischen Union und daher gilt dieses Gesetz auch für uns. Die DSGVO gilt für deine Daten, wann immer wir die Kontrolle über sie haben.

Unsere Nutzer:innengemeinschaft erstreckt sich über die ganze Welt – kein Wunder, schließlich hat die Hälfte der Menschheit einen Zyklus und ein weibliches Fortpflanzungssystem. Aktuell haben wir Nutzer:innen von der Antarktis bis Tuvalu, von Deutschland bis zur Ukraine und von den USA bis Afghanistan. Nicht überall sind Frauen vor dem Gesetz gleichgestellt. Nicht überall gibt es ein Recht auf Freiheit, auf körperliche Autonomie, auf reproduktive Selbstbestimmung oder auf Privatsphäre in Bezug auf unsere intimsten Erfahrungen.

Wir sagen es noch mal: Wir würden keinem Antrag auf Offenlegung oder auf Nutzung von Gesundheitsdaten unserer Nutzer:innen als Beweismittel durch US-Behörden oder andere Behörden nachkommen. Es ist auch erwähnenswert, dass wir trotz der Millionen von Nutzer:innen und trotz einiger in vielen Ländern geltenden gesetzlichen Beschränkungen in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche (und anderer Beschränkungen in Bezug auf die sexuellen und reproduktiven Freiheiten der Frau) noch nie eine solche Anfrage erhalten haben. Und sollte es doch jemand versuchen, würden wir nicht zögern, es dir und der Welt mizutteilen.

eine Illustration der Clue-Blume
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