zwei sitzende Personen, die den Kopf senken und den Blick abwenden

Illustration: Marta Pucci

6 Tipps für Intimität nach einem Missbrauch

by Kat Wenger, and Ada Dubrawska
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*Übersetzung: Judith Quijano

Inhaltswarnung: Dies ist ein Beitrag über ein Thema, das mit Missbrauch zusammenhängt. Zwar enthält er keine grafischen Beschreibungen von Missbrauch, doch die Erörterung von Ratschlägen über Intimität kann dennoch Erinnerungen an negative Erfahrungen in der Vergangenheit auslösen. Sei nett zu dir selbst – wenn du heute keine Lust hast, diesen Text zu lesen, markiere ihn für einen späteren Zeitpunkt.

Es gibt zwar viele Informationen darüber, wie man sexuellen, körperlichen oder emotionalen Missbrauch melden und überwinden kann, aber Intimität nach einem Missbrauch ist ein Thema, das in den Mainstream-Medien selten diskutiert wird. In diesem Artikel findest du einige Bewältigungsmechanismen, die dir dabei helfen können, diese schwierige Erfahrung mit etwas mehr Zuversicht und Trost zu betrachten und anzugehen.

1. Lerne deine Grenzen kennen und setze deine eigenen Grenzen.

Es kann sein, dass einige Teile deines Körpers für andere Menschen vorerst tabu sind – und das ist völlig in Ordnung. Nimm dir Zeit, um zu verstehen, was sich für dich gut anfühlt.

Bestimmte Grenzen können sich je nach deinem aktuellen Gemütszustand verschieben. Sei dir der Tatsache bewusst, dass deine Komfortzone an Tagen, an denen du dich müde, ängstlich oder verletzlich fühlst, kleiner sein kann.

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2. Wähle eine:n Partner:in, dem:der du vertraust.

Weiß diese Person, wenn du dich unwohl fühlst? Wusstest du, dass die Abwesenheit von "Nein" nicht gleichbedeutend mit "Ja" ist? Fühlst du dich wohl dabei, deinem:r Partern:in zu erklären, was in deiner Komfortzone liegt? Du musst deinem:r Partern:in nicht erzählen, was in der Vergangenheit passiert ist, doch er:sie sollte wissen, dass er:sie nicht austesten sollte, wie weit er:sie gehen kann.

Lege ein "Sicherheitswort" fest und zögere nicht, es zu benutzen. Das Wort sollte in keinem Zusammenhang mit der sexuellen Handlung stehen, damit es unabhängig vom Tonfall verstanden werden kann. Versuche anstelle von "Nein" oder "Stopp" etwas wie "Tetris" oder "Himbeere" zu sagen.

3. Schaffe eine stressfreie Atmosphäre.

Wähle einen Ort, an dem du dich wohlfühlst und sorge für die richtige Stimmung. Eine entspannende Playlist könnte hilfreich sein.

Verwende einen Schutz, der dir die größte Sicherheit bietet. Besprich das mit deinem:r Partner:in, wenn es sich um ein Verhütungsmittel handelt, das sein:ihr Handeln erfordert.

Sei dir darüber im Klaren, dass du keine sexuellen Handlungen vornehmen musst – ganz gleich, wie weit du bist.

4. Wisse, dass dich ein:e gute:r Partner:in nicht unter Druck setzen wird. Niemals.

Ein:e gute:r Partner:in wird warten, bis du bereit bist, und wenn nicht, ist er:sie nicht der:die richtige Partner:in für dich. Du solltest dich niemals gezwungen fühlen, mit jemandem eine emotionale Beziehung einzugehen oder etwas Körperliches zu tun.

Gleichzeitig solltest du dir darüber im Klaren sein, dass dein:e Partner:in seine:ihre eigene persönliche Geschichte hat, die er:sie ebenfalls in diese Erfahrung einbringt. Etwas, das für dich in Ordnung ist, kann für dein Gegenüber unangenehm sein. Versuche also, auch seine Grenzen zu beachten, statt dich nur auf deine eigenen zu konzentrieren.

5. Versuche nicht, es "hinter dich zu bringen".

Die Wiederaufnahme von Intimität nach einem Trauma ist herausfordernd und kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Das kann frustrierend sein. Eine übereilte Wiederaufnahme "normaler" Gewohnheiten oder Verhaltensweisen kann jedoch weiteren emotionalen Schaden verursachen. Der Prozess kann statt geradlinig eher nach dem Motto "ein Schritt vor, zwei Schritte zurück" verlaufen – und das ist auch in Ordnung.

6. Deine Reaktion schmälert deine Erfahrung nicht.

Es kann sein, dass die Emotionen erst ein paar Tage, Wochen oder sogar lange Zeit später einsetzen. Wisse, dass du nicht allein bist. Versuche ein urteilsfreies Unterstützungssystem aufzubauen, auf das du dich verlassen kannst: eine:n Freund:in, ein Familienmitglied, eine:n Therapeuten:in oder sogar eine SMS- oder Telefon-Hotline.

Zusätzliche Ressourcen:

Hot Peach Pages bietet Informationen zur Missbrauchshilfe in 110 Sprachen und ein internationales Verzeichnis von Missbrauchsberatungsstellen für jedes Land der Welt.

Wenn du in Deutschland wohnst, kannst du unter der Nummer 0800 22 55 530 das Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch erreichen oder dich an das Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch wenden. Dort findest du nützliche Informationen. Des Weiteren bieten folgende Organisationen Unterstützung an: Lichtweg; Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" (08000 116 016); Beratungsangebot des "Hilfetelefon Sexueller Missbrauch" für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene "Save me online".

In bestimmten Phasen des Menstruationszyklus können psychische Probleme und Stress verstärkt auftreten.

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