Chirurgische Instrumente, die nach innen zeigen und einen Kreis um ein Stück endometrialähnlichen Gewebes bilden

Illustration: Marta Pucci

Endometriose

Behandlungsmöglichkeiten bei Endometriose

*Übersetzung: Judith Quijano

Endometriose ist eine chronische entzündliche Erkrankung, unter der bis zu 1 von 10 Personen leiden – und trotzdem gibt es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten (1). Die physischen Symptome von Endometriose können zwar gelindert, aber nicht geheilt werden. Die Symptome von Endometriose dauern meist bis zur Menopause an.

Bei vielen Menschen können die Symptome von Endometriose mit verschiedenen Mitteln behandelt werden. Die häufigsten Symptome von Endometriose sind Unterleibschmerzen (chronisch oder zyklusbedingt) oder Dysmenorrhö (schmerzhafte Menstruation). Manche Menschen haben zudem Schmerzen beim Sex, beim Urinieren oder beim Stuhlgang (1).

Die Krankheit kann je nach Symptomen und persönlichen Zielen eines Menschen mit hormonellen, hormonfreien und/oder chirurgischen Mitteln behandelt werden.

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NSARs (nicht-steroidale Entzündungshemmer)

Die NSARs sind eine Gruppe von Arzneimitteln, die zur Schmerzbehandlung, Fiebersenkung und Entzündungshemmung eingesetzt werden. Diese Medikamente sind auf dem Markt unter unterschiedlichen Namen, Formeln und Dosierungen wie z. B. Aspirin und Ibuprofen erhältlich. NSARs sind häufig rezeptfrei zu kaufen und können insbesondere bei Menschen mit mittelschweren Symptomen von Dysmenorrhö und Unterleibschmerzen schmerzlindernd wirken (2).

Für Menschen, die schwanger werden wollen, könnten Schmerzmittel die wirksamste Form der Behandlung von Endometriose sein, zumal hormonelle Verhütungsmittel und andere hormonhaltige Arzneimittel eine Empfängnis verhindern. Solltest du versuchen, schwanger zu werden, ist es angebracht, sehr starke selektive NSARs zu meiden, da diese den Eisprung beeinflussen und verhindern (3-5).

Hormonelle Arzneimittel

Hormonhaltige Arzneimittel können bei der Linderung von Symptomen von Endometriose zum Einsatz kommen. Es gibt viele unterschiedliche hormonelle Arzneimittel, die allesamt gleichermaßen die Symptome von Endometriose bekämpfen. Aus diesem Grund sollte eine hormonelle Behandlung individuell den sichersten, verträglichsten und kosteneffizientesten Kriterien für eine Person entsprechen (6, 7). Hormonelle Verhütungsmittel werden häufig verwendet und verschrieben, da sie kostengünstig, (in vielen Ländern) leicht verfügbar und in der Regel gut verträglich sind (6). Die einzige Einschränkung entsteht dann, wenn eine Person versucht, schwanger zu werden (8).

Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen wie die geläufigsten Verhütungspillen, der hormonelle Vaginalring und das Verhütungspflaster werden Menschen mit Endometriose häufig verschrieben (6).

Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel können Schmerzen, die durch Endometriose verursacht werden, vorbeugen oder sie lindern, indem sie den Eisprung und den natürlichen Hormonzyklus verhindern und das Wachstum endometriumähnlichen Gewebes reduzieren. Auf diese Weise werden das Absterben endometriumähnlichen Gewebes außerhalb der Gebärmutter ermöglicht und die Verbreitung dieses Gewebes erschwert (9, 10).

Die Nutzung hormoneller Verhütungsmittel stoppt das typische Wachstum und die Ablösung der Gebärmutterschleimhaut und das Auf und Ab der Hormone, die eine Verbreitung und das Wachstum endometriumähnlichen Gewebes verursachen. Diese Behandlung kann dabei helfen, durch Endometriose hervorgerufene Unterleibschmerzen, Dysmenorrhö oder übermäßige Menstruationsblutungen zu mildern (11).

Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel können dabei helfen, nach einer Operation die Wiederkehr der Schmerzen zu verhindern (dies funktioniert leider nicht immer bei den Schmerzen, die auf Endometriose zurückzuführen sind) (11).

Orale Kontrazeptiva können als Anpassung an den 28-Tage-Zyklus (mit oralen Kontrazeptiva sowie Placebo-Pillen oder pillenfreien Tagen, gefolgt von einer Entzugsblutung ein Mal pro Monat) oder kontinuierlich verschrieben werden (dabei werden jeden Tag hormonhaltige Pillen eingenommen, weshalb keine monatliche Entzugsblutung oder "Menstruation" entsteht).

Die durchgängige Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln nach einem chirurgischen Eingriff wegen Endometriose kann wirksamer gegen die Wiederkehr von Dysmenorrhö und Unterleibschmerzen wirken, indem uterine Blutungen vollständig vermieden werden (8, 9).

Gestagen-Verhütungsmittel: Eine Behandlung von Endometriose mit Gestagen-Verhütungsmitteln ist ebenfalls üblich. Hormonelle Behandlungen mit Progesteron sind besonders beliebt, da sie bei 3 von 4 Betroffenen die Schmerzen lindern (8). Gestagen-Spiralen sind eine weitere Verhütungsoption, die bei der Bekämpfung der Symptome von Endometriose wie Dysmenorrhö helfen und zudem eine Regression der Krankheit fördern (12-14).

Hormonelle Unterdrückung

GnRH-Analoga und -Antagonisten blockieren die Hormonschaltstelle zwischen Gehirn und dem Eierstock, um die zyklusbedingten Hormonschwankungen des Menstruationszyklus zu verhindern. Dazu gehören sowohl Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnrH)-Agonisten als auch -Antagonisten.

GnRH ist ein Hormon, das im Gehirn produziert wird und den Eierstöcken signalisiert, Östrogen herzustellen. Diese Arzneimittel stoppen dieses Signal durch das Blockieren oder die konkurrierende Bindung der GnRH-Rezeptoren. Ohne dieses Signal produzieren die Eierstöcke kein Östrogen, es wird kein dominanter Follikel gebildet und es findet kein Eisprung statt. Ohne Östrogen wächst und verbreitet sich weder das Endometrium (die Gebärmutterschleimhaut) noch endometriumähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter.

Diese Arzneimittel versetzen den Körper in einen hypoöstrogenen Status (d. h. mit wenig Östrogen). Das kann starke Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, eine trockene Scheide, Stimmungsschwankungen und eine Verminderung der Mineralstoffe in den Knochen nach sich ziehen (12, 15). Behandlungen, die eine Zugabe von Östrogen vorsehen, um den Nebenwirkungen vorzubeugen, können in Kombination mit GnRH-Agonisten verabreicht werden (12).

Chirurgische Behandlungen

Wenn Arzneimittel nicht dabei helfen, Symptome wirksam zu lindern, können chirurgische Eingriffe zur Entfernung endometriumähnlichen Gewebes in Betracht gezogen werden. Die Operation ist häufig laparoskopisch. Bei einer laparoskopischen Operation (Bauchspiegelung), einem Teilbereich der minimalinvasiven Chirurgie, werden sehr kleine Schnitte im Bauch- oder Beckenraum getätigt

Eine Laparoskopie wird durchgeführt, um Endometriose zu diagnostizieren und zu behandeln, indem endometriumähnliches Gewebe herausgeschnitten (Exzision) oder zerstört (Ablation) wird. Ziel der Behandlung ist, die strukturellen Gründe der Endometriose-Schmerzen zu behandeln, indem das endometriumähnliche Gewebe außerhalb der Gebärmutter zerstört wird und jegliche durch Endometriose geschädigten Organe oder verletztes Gewebe repariert werden (16).

Bei einer schweren Form von Endometriose mit mehreren betroffenen Organsystemen (wie Darm oder Blase) können kompliziertere chirurgische Eingriffe empfohlen werden (16).

Menschen mit Endometriose entscheiden sich häufig für eine solche Operation, um einerseits die Endometriose-Schmerzen zu reduzieren und andererseits – sollten sie Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden – ihre Fruchtbarkeit zu erhöhen. Eine Laparoskopie hilft vielen Menschen mit Endometriose, indem ihre Schmerzen gelindert und ihre Fruchtbarkeit erhöht wird (16).

Des Weiteren können andere Operationen, neuroablative Verfahren oder eine Neurektomie dabei helfen, Schmerzen zu mildern, indem Nervenbahnen zerstört werden, die Schmerzsignale von der Wirbelsäule ins Becken senden (16). Dennoch gehen diese Operationen mit einen zusätzlichen Risiko einher und bieten im Vergleich zu einer konventionellen Laparoskopie keine Vorteile (11).

Eine Hysterektomie bzw. die chirurgische Entfernung der Gebärmutter gilt als letzte Behandlungsmöglichkeit (1). Eine Hysterektomie kann die Entfernung der Eierstöcke ein- oder ausschließen. Bleiben die Eierstöcke im Körper, wird ein frühes Einsetzen der Menopause verhindert. Das American College of Obstetricians and Gynecologists empfiehlt eine Hysterektomie als Behandlung nur Menschen, bei denen vorangegangene medizinische und chirurgische Eingriffe fehlgeschlagen haben und die sich nicht mehr wünschen, schwanger zu werden (1).

Bei diesen chirurgischen Eingriffen ist eine Schmerzlinderung nicht garantiert. Nach einer Laparoskopie ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass zusätzliche Operationen im späteren Leben notwendig sein werden (1, 17). Eine Studie, die Betroffene über sieben Jahre begleitete, stellte fest, dass 58 % der Menschen, die sich zu einem früheren Zeitpunkt einer Laparoskopie unterzogen hatten, später erneut opiert werden mussten (17). Zum Vergleich: Bei den Menschen, die sich einer Hysterektomie unterzogen hatten, doch ihre Eierstöcke behielten, lag der Prozentsatz einer erneuten Operation bei 23 %. Zudem mussten lediglich 9 % der Personen, bei denen eine vollständige Hysterektomie durchgeführt wurde (inklusive der Entfernung der Eierstöcke), erneut operiert werden (17).

Alternative Behandlungen und Veränderungen im Lebensstil

Es gibt nur begrenzt alternative oder komplementäre Behandlungen für Endometriose. Akupunktur hat sich als hilfreich bei Endometriose-bedingter Dysmenorrhö herausgestellt, doch mangelt es bisher noch an ausreichender Forschung, um begründete Schlussfolgerungen zu ziehen (18, 19).

Zwar hat die Ernährung einen starken Einfluss auf zahlreiche Erkrankungen – jedoch gibt es bisher nur sehr wenige Untersuchungen darüber, wie sich die Ernährung auf Endometriose auswirkt. Eine Studie fand heraus, dass Menschen, die mehr frisches, grünes Gemüse und Obst essen, im Vergleich zu Personen, die größere Mengen Fleischprodukte zu sich nehmen, ein geringeres Risiko haben, an Endometriose zu erkranken (20). In Hinblick auf den Kaffee-, Alkohol-, Milchkonsum oder den Verzehr anderer Nahrungsmittel wurde bei den Endometriose-Zahlen keine Unterschiede festgestellt (20). Es bedarf weiterer Forschung in diesem Bereich.

Diese Behandlungen sind sehr komplex und nichts, was du allein durchstehen solltest. Drücke deine Symptome bei deinem ärztlichen Fachpersonal klar und deutlich aus, damit es weiß, wie sich deine Symptome verbessern und ob du Nebenwirkungen hast. Es kann ein paar Anläufe dauern, bis dein individueller Behandlungsplan steht.

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