Jemand, der einen Eisprungtest hält und auf das Ergebnis herabblickt.

Illustration: Marta Pucci

PCOS

PCOS und Schwangerschaft

*Übersetzung: Clara Müller-Kühn

Das Wichtigste zum Thema:

  • Menschen mit PCOS haben unter Umständen nicht regelmäßig jeden Monat einen Eisprung, was häufig zu Unfruchtbarkeit führt

  • Menschen mit PCOS können auch ohne Fruchtbarkeitsbehandlung schwanger werden, weswegen es wichtig ist, zu verhüten, wenn du nicht schwanger werden möchtest

  • Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, die die Menstruation regulieren und einen Eisprung herbeiführen können

Wie PCOS die Fruchtbarkeit beeinträchtigt

Menschen, bei denen ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) diagnostiziert wurde, machen sich häufig Sorgen, nicht schwanger werden zu können, selbst wenn sie keinen unmittelbaren Kinderwunsch haben (1-4). Zu wissen, dass es Möglichkeiten gibt, schwanger zu werden, kann diese Ängste nehmen.

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Der Eisprung (das Freigeben einer Eizelle in den Eierstöcken) findet üblicherweise etwa einmal im Monat statt. Bei Menschen, die an PCOS leiden, kann es sein, dass der Eisprung weniger häufig geschieht oder weniger vorhersehbar ist. Außerdem erhöht PCOS die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt. Deswegen ist PCOS eine häufige Ursache für Unfruchtbarkeit. Für Menschen, die versuchen, schwanger zu werden, kann es schwerer sein, beim Sex den günstigen Zeitpunkt – also die fruchtbaren Tage ihres Menstruationszyklus um den Eisprung herum – zu treffen. Es kann auch länger dauern, bis eine Schwangerschaft eintritt, wenn nur alle paar Monate ein Eisprung stattfindet.

Menschen mit PCOS tendieren eher dazu, eine Fruchbarkeitsbehandlung in Anspruch zu nehmen als Menschen, die nicht daran leiden. Untersuchungen zeigen jedoch, dass sowohl Menschen mit als auch ohne PCOS im Laufe ihres Lebens eine ähnliche Anzahl von Schwangerschaften und Kindern haben (5,6). Tatsächlich kommt es bei der Mehrheit der Menschen mit PCOS, die versuchen, schwanger zu werden, mindestens einmal im Leben ohne jegliche Kinderwunschbehandlung zu einer Schwangerschaft und Geburt (6).

Allerdings verwenden Menschen mit PCOS weniger häufig ein Verhütungsmittel als Menschen ohne PCOS. Das ist sogar der Fall, wenn diese Menschen nicht schwanger werden wollen und Sex haben, der zu einer Schwangerschaft führen könnte (Geschlechtsverkehr mit Penis und Vagina) (5). Manche Menschen mit PCOS denken, sie könnten nicht schwanger werden, aber das stimmt nicht. Es kann dennoch zu Eisprüngen kommen, auch wenn sie nicht vorhersehbar sind. Menschen mit PCOS sollten in irgendeiner Weise verhüten, wenn sie nicht schwanger werden wollen und Sex haben, der zu einer Schwangerschaft führen könnte.

Körpergewicht, PCOS und Fruchtbarkeit

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und PCOS. Übergewicht kann die Symptome von PCOS verstärken und eine Empfängnis erschweren (7). Menschen mit PCOS, die übergewichtig oder fettleibig sind und einen Kinderwunsch haben, wird normalerweise als erstes empfohlen, ihr Gewicht zu reduzieren.

Eine Gewichtsabnahme kann die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs und eines regelmäßigen Menstruationszyklus erhöhen (8-10). Manchmal genügt dieser Schritt bereits, um den Eisprung zu regulieren. Aber eine Gewichtsreduktion erhöht auch die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs und einer Schwangerschaft, wenn sie mit einer Fruchtbarkeitsbehandlung kombiniert wird, und zwar mehr, als eine Behandlung allein (11,12). Auf ein gesundes Körpergewicht zu achten ist bei Personen mit Kinderwunsch immer ratsam, um das Risiko für Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck und Präeklampsie zu verringern.

Abzunehmen kann schwierig sein – insbesondere für Menschen mit PCOS – und es gibt nicht die eine richtige Art und Weise, dieses Ziel zu erreichen. Häufig führt der Weg zu einem geringeren Körpergewicht über mehr Sport und eine reduzierte Kalorienzufuhr pro Tag. Ernährungsberater:innen, medizinische Fachkräfte und Personal Trainer können dich dabei unterstützen, gesund und effizient an Gewicht zu verlieren. Abnehmen braucht Zeit, aber auch kleine Veränderungen können einen Unterschied bewirken.

Medikamente und Behandlungsmöglichkeiten bei PCOS

Wenn andere Gründe für die Unfruchtbarkeit – wie undurchlässige Eileiter, Myome oder eine niedrige Spermienzahl – ausgeschlossen wurden, kann ein:e Ärzt:in Medikamente verschreiben, um bei einer Person mit PCOS, die versucht, schwanger zu werden, einen Eisprung auszulösen.

Häufig weisen Menschen mit PCOS eine Insulinresistenz auf. Insulin ist ein Hormon, das vom Körper freigesetzt wird, um den Glukosespiegel im Blut (Blutzuckerspiegel) zu regulieren. Eine Insulinresistenz liegt dann vor, wenn die Körperzellen nicht normal auf Insulin ansprechen, was den Insulinspiegel übermäßig in die Höhe treibt (7). Das überschüssige Insulin beeinflusst die Hormonproduktion in den Eierstöcken und der Hirnanhangsdrüse, wodurch die Eizellreifung gestört wird (7).

Metformin ist ein Medikament, das dem Körper dabei hilft, das ausgeschüttete Insulin zu verbrauchen, sodass die Menge an Insulin im Blutkreislauf sinkt. Metformin wird bei Menschen mit PCOS eingesetzt, um den Eisprung zu stimulieren (7, 13). Metformin hat den zusätzlichen Vorteil, dass es manchmal bei der Gewichtsabnahme hilft, es kann jedoch auch Bauchschmerzen und Durchfall verursachen (7).

Clomifen und Letrozil sind Medikamente, die den Eisprung herbeiführen (13). Clomifen blockiert die Körperreaktion auf Östrogen und Letrozol hemmt die Östrogenproduktion. Der niedrige Östrogenspiegel bzw. das fehlende Ansprechen auf Östrogen veranlasst die Hirnanhangsdrüse, mehr follikelstimulierendes Hormon (FSH) zu produzieren, welches die Reifung der Follikel – in denen die Eizellen enthalten sind – in den Eierstöcken fördert. Beide Medikamente können als Nebenwirkung Hitzewallungen verursachen und sollten im Allgemeinen nicht länger als sechs Zyklen angewendet werden (13).

Die kombinierte Anwendung von Metformin und Clomifen führt zu höheren Eisprung-, Schwangerschafts- und Geburtenraten als die alleinige Anwendung eines der beiden Medikamente (13). Letrozol führt im Vergleich zu Clomifen zu höheren Eisprung-, Schwangerschafts- und Geburtsraten (14).

Wenn du versuchst, schwanger zu werden und diese Medikamente einnimmst, ist es wichtig, den Sex zeitlich auf den Eisprung abzustimmen. Der Eisprung findet in der Regel etwa 13–15 Tage vor Beginn der nächsten Menstruation statt (15). Das Tracken deines Zyklus, die tägliche Messung deiner Basaltemperatur und die Durchführung von Heim-Ovulationstests, die das luteinisierende Hormon (LH) messen, können dir dabei helfen, deine fruchtbare Phase und den Eisprung zu bestimmen.

Wenn Gewichtsabnahme und Eizellstimulation mithilfe von Medikamenten erfolglos bleiben, gibt es andere Optionen. Bei einem chirurgischen Eingriff an den Eierstöcken, der sogenannten laparoskopischen Ovarstichelung, sticht ein Chirurg mit Hitze oder einem Laser kleine Löcher in den Eierstock (16). Diese Operation ist so effektiv wie eine medikamentöse Behandlung, um die Eisprung- und Schwangerschaftsquote zu erhöhen und kommt manchmal zum Einsatz, wenn durch die Medikamente allein keine Wirkung erzielt werden konnte (16). Eine andere Möglichkeit ist die In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der Eizellen chirurgisch aus den Eierstöcken entnommen und in einem Labor mit Spermien zusammengebracht werden, sodass ein Embryo entsteht, der dann in die Gebärmutter eingesetzt wird (13).

Pflanzen und Nahrungsergänzungsmittel

Manche Pflanzen und Nahrungsergänzungsmittel wurden an Menschen mit PCOS erforscht und haben sich bei der Behandlung von Unfruchtbarkeit als wirksam erwiesen.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass die Verwendung des Krauts Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze) helfen kann, die Schwangerschaftsraten zu erhöhen, wenn es allein oder in Kombination mit Clomifen verwendet wird (17,18). Es besteht noch Forschungsbedarf zu dieser und anderen Pflanzen, die Menschen mit PCOS und Kinderwunsch helfen könnten.

Inositol ist ein freiverkäufliches Nahrungsergänzungsmittel, das nachgewiesenermaßen sowohl die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs als auch die Regelmäßigkeit des Menstruationszyklus bei Menschen mit PCOS erhöht, jedoch leichte Bauchbeschwerden verursachen kann (19). Vitamin-D-Präparate können die Wahrscheinlichkeit eines Eisprungs erhöhen, wenn sie allein eingenommen werden und regelmäßige Menstruationszyklen begünstigen, wenn sie mit Metformin kombiniert werden (20). Weitere Studien sind hier nötig.

Eine gesunde Schwangerschaft

Einige Studien kommen zu dem Schluss, dass bei Menschen mit PCOS ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten besteht, wobei andere Untersuchungen dieses Risiko wiederum auf andere Faktoren wie Übergewicht oder Fettleibigkeit, ein höheres Alter oder die Anwendung von Fruchtbarkeitsbehandlungen zurückführen (5,6,21,22,23).

Schwangere Menschen mit PCOS haben ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, schwangerschaftsbedingten Bluthochdruck, Präeklampsie und Frühgeburten (21,23). Ein gesundes Körpergewicht vor der Schwangerschaft und eine kontrollierte Gewichtszunahme während der Schwangerschaft können dabei helfen, diesen Komplikationen vorzubeugen (22).

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