Illustration eines Coronavirus, das in einem Menstruationszyklus dargestellt wird

Illustration: Marta Pucci

COVID-19

Beeinflusst das Coronavirus (COVID-19) die Menstruation oder die Zyklusgesundheit?

*Übersetzung: Rebecca Rosenthal

Die COVID-19-Pandemie hat seit über einem Jahr Auswirkungen auf die Gesundheit und die persönlichen Entscheidungen von Menschen auf der ganzen Welt. Während viele von uns gezwungen waren, unseren Tagesablauf teilweise zu ändern, wissen Menschen mit Zyklen, dass die Menstruation während dieser Pandemie nicht stehen geblieben ist.

Vielleicht hast du schon davon gehört, dass COVID-19 und der Pandemiestress die Vorhersagbarkeit des Zyklus beeinträchtigen – oder vielleicht hast du es selbst erlebt. Wenn du in letzter Zeit Zyklusveränderungen bemerkt hast, ist es möglich, dass die Pandemie etwas damit zu tun hat. Lass uns einen Blick auf COVID-19 werfen und darauf, wie sich das Virus auf die Menstruation von Menschen ausgewirkt hat.

Kann sich der Stress der Pandemie auf meine Periode auswirken?

Im Internet finden sich anekdotische Berichte darüber, dass sich der Pandemiestress bei einigen Menschen als Veränderungen des Menstruationszyklus äußert. Du musst nicht aktiv mit COVID-19 infiziert sein, damit deine Menstruation aufgrund der Pandemie durcheinander gebracht wird. Das Durchleben einer Pandemie kann für jeden eine belastende Erfahrung sein. Stress im Allgemeinen kann die Zykluslänge, vaginale Blutungsmuster, schmerzhafte Menstruationen und prämenstruelle Symptome beeinflussen (1).

Der Stress, die Veränderungen des vergangenen Jahres psychisch, physisch und finanziell zu bewältigen, hat Frauen und Menschen mit Zyklen unverhältnismäßig stark getroffen. Obwohl Männer ein höheres Risiko für Tod und Komplikationen durch COVID-19 haben als Frauen (2), hat die Pandemie die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in unseren Gesundheits- und Sozialsystemen ans Licht gebracht. Trans- und nichtbinäre Menschen sind ebenfalls von der Pandemie betroffen und können anfälliger für COVID-19 sein (3).

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Die Veränderungen in der Arbeitswelt haben größtenteils Frauen geschultert. Dazu gehören Arbeitslosigkeit, fehlende Kinderbetreuung, virtuelle Schulbildung und der mögliche Kontakt mit COVID-19 am Arbeitsplatz. Nach Angaben der US-amerikanischen Statistikbehörde (U.S. Census Bureau) identifizieren sich 73 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen als Frauen (4). Andere Hausangestellte sowie offizielle und inoffizielle Pflegekräfte (eine Gruppe, die sich größtenteils aus People of Color und Immigranten zusammensetzt) sind ebenfalls überwiegend Frauen (5). Zu diesen Berufen gehören Krankenschwestern, Reinigungskräfte und Altenpfleger, die in vielen Fällen während der Pandemie weiterarbeiten mussten. Schon vor der Pandemie trafen viele dieser Arbeitnehmenden auf schlechte Arbeitsbedingungen mit langen Arbeitszeiten und fehlendem Versicherungsschutz.

Der Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund der Pandemie betraf Frauen häufiger als Männer, wobei 11 % der in den USA lebenden Frauen eine Arbeitslosigkeit angeben gegenüber lediglich 4 % der Männer (6). Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung bedeuten in den USA den Verlust von Krankenversicherungsleistungen und Schwierigkeiten beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Women of Color und Immigranten tragen das höchste Risiko, nicht krankenversichert zu sein (5).

Selbst mit Krankenversicherung war der Zugang zu den Gesundheitssystemen in den meisten Ländern begrenzt. Schwangere waren während der Pandemie besonders gestresst und das aus gutem Grund – eine Schwangerschaft bringt ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe mit sich (7), ebenso wie die emotionale Belastung durch die Besuchsbeschränkungen, die seit Beginn der Pandemie gelten (8). Etwa ein Drittel der Frauen in den USA gaben an, keinen Zugang zu sexueller und reproduktiver Gesundheitsversorgung, einschließlich Verhütung, zu haben, darunter zu einem höheren Anteil Schwarze, Latinx, LGBTQIA und Frauen mit niedrigem Einkommen (9). Auch der Zugang zu Abtreibungsmöglichkeiten war während der Pandemie eingeschränkt (9). Die Zahlen zu häuslicher Gewalt und geschlechtsspezifischer Gewalt sind im vergangenen Jahr drastisch gestiegen (9).

Um es auf den Punkt zu bringen: Frauen und Menschen mit Zyklen sind im Moment sehr belastet. Zu all den Stressoren, die durch die Veränderungen im Arbeits- und Privatleben entstehen, kommt noch der Stress hinzu, sich mit dem Virus nicht infizieren zu wollen oder einen geliebten Menschen daran zu verlieren.

Kann eine COVID-19-Infektion meine Menstruation beeinflussen?

Jeder hatte mit Pandemiestress zu tun, aber einige Menschen hatten zusätzlich noch mit einer COVID-19-Infektion zu kämpfen. Bei Personen, die sich mit COVID-19 infiziert haben, können merkliche Veränderungen des Menstruationszyklus auftreten. Bisher sind sich die Forscher nicht sicher, warum oder wie das Virus den Zyklus verändert, aber eine Theorie ist, dass der Stress, den eine COVID-19-Infektion auf den Körper ausübt, zu Veränderungen des Menstruationszyklus führen kann. Eine Studie aus dem Jahr 2020 untersuchte die Menstruationsmuster von Menschen mit einer bestätigten COVID-19-Infektion und stellte signifikante Zyklusveränderungen fest. Laut dieser Studie erlebten die meisten Teilnehmenden keine Unterschiede im Menstruationsvolumen, 20 % berichteten jedoch von schwächeren Blutungen (10). Personen mit einem schweren Verlauf wiesen eine Tendenz zu längeren Zyklen auf, d. h. Zyklen, die länger als 28 Tage dauerten (10).

Andererseits könnte die Zyklusphase deine Virussymptome beeinflussen, wenn du mit COVID-19 infiziert bist. Eine Verschlimmerungen vieler Erkrankungen wie Asthma und Migräne treten häufig während der Lutealphase auf (11). Forscher glauben, dass der schwankende Östrogenspiegel spezielle Immunzellen im Körper beeinflussen könnte und so bei einigen Krankheiten und Beschwerden zum Auftreten oder zu einer Verschlimmerung von Symptomen führt (11). Dieselben Hormone könnten auch COVID-19-Symptome verstärken.

Es ist wahrscheinlich, dass eine COVID-19-Infektion deine Menstruation beeinflusst und auch, dass deine Zyklusphase die Symptome von COVID-19 beeinflusst. Es ist auch möglich, dass du unter Pandemiestress oder einer COVID-19-Infektion leidest und keine Veränderungen deines Zyklus feststellst. Die wenigen, bisher durchgeführten Untersuchungen dazu, wie Virus und Zyklus sich beeinflussen, kratzen nur an der Oberfläche, und es bedarf weiterer Forschung.

Woher weiß ich, ob eine COVID-19-Infektion oder Pandemiestress meinen Zyklus beeinflusst?

Du kannst alle Veränderungen deines Zyklus, einschließlich Schmerzen, Volumen und Länge, im Auge behalten, indem du sie in Clue trackst. Du kannst auch einige Symptome tracken, die mit einer COVID-19-Infektion zusammenhängen könnten, wie Energie, Schlaf, Temperatur, Verdauung, Stuhl und Schmerzen. Das Tracking kann dir helfen, Veränderungen in deinem Zyklusmuster zu bemerken und zu sehen, wann im Zyklus deine Symptome auftreten.

Das Clue Team ist für dich da. Wenn du dich noch weiter informieren möchtest, kannst du auf unserem Instagram, TikTok und Twitter mehr dazu finden.

Ursprünglich am 20. März 2020 veröffentlicht.

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