Eine Illustration von zwei Köpfen, die sich gegenüberstehen, beide geöffnet. Aus dem einen kommt ein Regenbogen, der andere hat Wellen und Wolken.

Illustration: Marta Pucci

PCOS

Depression, Ängste und das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)

*Übersetzung: Judith Quijano

Das Wichtigste zum Thema:

  • Menschen mit PCOS leiden mit drei Mal größerer Wahrscheinlichkeit an Depressionen und Ängsten als Menschen ohne PCOS. Die Gründe hierfür sind noch unklar

  • Medikamente und andere Thearpien können dabei helfen, Symptome von Depressionen und Ängsten zu lindern

Wie steht PCOS mit psychischer Gesundheit in Verbindung?

Das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine komplexe Erkrankung, die verschiedene Bereiche der Gesundheit eines Menschen beeinträchtigt, darunter auch die psychische Gesundheit. Bei Menschen mit PCOS wird mit drei Mal größerer Wahrscheinlichkeit eine Angststörung und Depression diagnostiziert als bei Menschen ohne PCOS (1-3). Menschen mit PCOS berichten außerdem viel häufiger von (meist schweren) Symptomen von Angststörungen und Depressionen (3-5).

Ein Großteil der Forschung zum Thema PCOS und psychischer Gesundheit konzentriert sich auf Depressionen und Ängste, jedoch könnte PCOS auch mit einem erhöhten Risiko für Zwangsstörungen, bipolare Störungen und Essstörungen in Verbindung stehen (3, 6).

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Weshalb hängen PCOS und die psychische Gesundheit zusammen?

Es ist unklar, weshalb Menschen mit PCOS ein höheres Risiko für Ängste und Depressionen haben. Grund dafür könnten die PCOS-Symptome, die mit der Erkrankung einhergehenden Hormonschwankungen oder gleichermaßen eine noch unbekannte Kombination aus Faktoren sein.

Symptome

PCOS kann Symptome wie Unfruchtbarkeit und Hirsutismus (übermäßige Gesichts- und Körperbehaarung) verursachen. Manche Menschen mit PCOS berichten von Frust und ihre Sorge darüber, nicht schwanger werden zu können, über ihr Gewicht, übermäßige Körper- und Gesichtshaare oder eine mangelnde Kontrolle über ihre Gesundheit und ihren Körper (7, 8).

Welche Eigenschaften eine Person beunruhigen, hängt von ihren Werten und der Kultur ab, in der sie lebt. Dieselben Eigenschaften können auch das emotionale Wohlbefinden einer Person ohne PCOS beeinflussen. Menschen mit PCOS haben unabhängig von ihrem Gewicht, Alter, sozioökonomischen Faktoren, Gesichts- und Körperbehaarung und Fruchtbarkeit ein höheres Risiko, an Depressionen und Ängsten zu leiden (4, 5, 9, 10).

Hormonschwankungen

Forscher:innen haben untersucht, ob Hormonunterschiede bei PCOS das erhöhte Risiko für Ängste und Depressionen erklären. Manche Menschen mit PCOS haben eine Insulinresistenz, was in höheren Insulinwerten im Blut resultiert. Eine Studie fand heraus, dass eine höhere Insulinresistenz das Risiko für Depressionen erhöhte (11), während andere Studien keine Unterschiede feststellten (12, 13). Eine Studie zeigte, dass Menschen mit höherer Insulinresistenz mehr Angstsymptome aufwiesen, doch bedarf es hierzu weiterer Forschung (12).

Der Androgenspiegel (Androgene sind eine Hormongruppe, die Testoren einschließt) ist bei vielen Menschen mit PCOS erhöht. Nur eine Studie untersuchte den Testosteonspiegel und konnte keine Auswirkung auf Symptome von Depressionen und Ängsten feststellen (10). Ein höherer DHEAS-Spiegel (eine Art Androgenhormon) könnte mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Ängste bei Menschen mit PCOS zusammenhängen – doch ergab sich dies nur aus einer Studie, sodass es weiterer Forschung bedarf (14).

Chemische Stoffe im Gehirn

Menschen mit PCOS, die an Ängsten oder Depressionen leiden, könnten eine höhere Zahl bestimmter Neurotransmitter haben (chemische Stoffe, die Botschaften durch das Gehirn und das Nervensystem senden). Neurotransmitter wie Serotonin (ein chemischer Botenstoff im Nervensystem, der mit positiven Gefühlen zusammenhängt) spielen eine wichtige Rolle bei Depression und Ängsten. In einer Studie wurde dargelegt, dass Menschen mit PCOS, die einen niedrigen Serotoninspiegel hatten und auch bei anderen Neurotransmittern niedrigere Werte aufwiesen, häufiger von Symptomen von Depressionen und Ängsten berichteten (15).

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Menschen mit dem polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), die deprimiert oder ängstlich sind oder Stimmungsschwankungen bei sich feststellen, sollten mit ihrem ärztlichen Fachpersonal sprechen und mögliche Therapien besprechen. Es gibt viele Behandlungen, die bei Depressionen und Ängsten helfen.

Änderungen im Lebensstil

Verschiedene Studien haben sich mit der Auswirkung von Ernährung und Sport auf Symptome von Depressionen und Ängsten bei Menschen mit PCOS befasst. Eine kalorienarme Ernährung in Kombination mit Sport scheint Angstsymptome nicht zu lindern und Depressionen nur kurzfristig zu verbessern (16, 17).

Ein aktiver Lebensstil kann im Allgemeinen dabei helfen, die psychische Gesundheit einer Person zu verbessern.

Menschen mit PCOS, die regelmäßig Sport treiben, haben weniger häufig Symptome von Angst und Depression (18). Personen, die jede Woche mindestens 150 Minuten mäßigen Sport treiben, sind darüber hinaus weniger häufig deprimiert (19).

Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

Bisher wurden keine spezifischen Studien über Antidepressiva oder Medikamente gegen Angst in der Behandlung von Menschen mit PCOS durchgeführt, doch können diese Arzneimittel in gleicher Weise verschrieben werden wie bei Menschen ohne PCOS. Medikamente wie Metformin, die dem Körper dabei helfen, Insulin zu nutzen, könnten die Symptome von Depression bei Menschen mit PCOS verbessern (13, 20). Metformin könnte auch gegen Angstsymptome wirken (20).

Die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren allein in Fischöl oder in Kombination mit Vitamin D könnte die Symptome von Depressionen und Ängsten bei Menschen mit PCOS lindern (21, 22).

Komplementäre oder alternative Therapien

Möglicherweise verbessern sich die Depression oder Ängste bei Menschen mit PCOS dank Akupunktur (23) oder dank Achtsamkeitsübungen, die jeden Tag 30 Minuten durchgeführt werden (24). Auch eine Yogapraxis einschließlich der Haltungen, der geführten Entspannung, der Atemübungen und Meditation könnte die Symptome von Angststörungen bei Menschen mit PCOS lindern (25).

Bei manchen Menschen mit PCOS nimmt die Behaarung im Gesicht zu. Je nach Kultur, in der die Person lebt, kann dies positiv zum Selbstbewusstsein beitragen. Menschen mit PCOS, die sich hingegen unwohl mit Haaren im Gesicht fühlen, können sich einer Laserbehandlung unterziehen, was wiederum die Symptome von Depressionen und Ängsten verbessern kann (26).

Es bedarf weiterer Forschung, um die bestmögliche Behandlung für Depression und Ängste bei Menschen mit PCOS zu finden.

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